Conor Lamb. Bild: Youtube

Der Demokrat Conor Lamb – er hat sich in seinem Wahlkampf für die Stahl- und Aluminium-Strafzölle von Präsident Trump ausgesprochen – gewinnt die Sonder-Wahl im 18. Pennsylvania Kongress-Distrikt.

Von Viribus Unitis

Das Ergebnis war knapp. Der Demokrat Conor Lamb erreichte 49,8 Prozent (113.111 Stimmen), sein republikanischer Gegenkandidat Rick Saccone 49,6 Prozent (112.532 Stimmen). Ausschlaggebend waren 621 Stimmen Vorsprung für Lamb bei gesamt 227.015 abgegebenen Stimmen. Der Libertäre Drew Miller kam auf 1372 Stimmen und 107 Stimmen waren ungültig.

Interessant ist, dass überall berichtet wird, wieviel Geld die Republikaner in den Wahlkampf gesteckt hatten – nämlich 9 Millionen Dollar. Die Medien verschweigen die Wahlkampfausgaben der Demokraten – oder haben die tatsächlich mit 0 Dollar Wahlkampfbudget Ihr Auslangen gefunden?

Die Republikaner hatten hier lange Zeit einen „red house district“, also einen sicheren republikanischen Kandidaten, die aber vom Vorgänger des aktuellen republikanischen Kandidaten moralisch „gekillt“ wurde.

Der Republikaner Tim Murphy, hatte diesen Wahlbezirk 2003 von den Demokraten geholt, die hier seit Jahrzehnten den Ton angaben. Er gab sich als Anti-Abtreibungspolitiker, hatte aber seiner Geliebten empfohlen, bzw. ihr per SMS Druck gemacht, ein gemeinsames Kind abzutreiben. Murphy trat im Oktober 2017 zurück, weshalb diese Spezialwahl notwendig wurde. Murphy hatte diesen District von 2003 bis 2017, also 14 Jahre lang als Repräsentant vertreten, ein Distrikt der eigentlich ein Demokraten-Distrikt war. Die Wähler fühlten sich von den Republikanern getäuscht – moralisch getäuscht.

Trump hatte diesen Wahlbezirk während der Präsidentenwahl gewonnen. Aber hier, bei der aktuellen Wahl, ging es nicht so sehr um den Präsidenten – den der Demokrat Lamb im wichtigsten Regionalthema, den Strafzöllen, voll unterstützte – hier ging es um das Vertrauen in den regionalen Repräsentanten im Kongress. Saccone musste diese Bürde tragen, deshalb verlor er – er verlor mit einem Rückstand von 621 Stimmen bei gesamt 227.015 Stimmen.

Demokrat Lamb: Nach Europäische Wertung ein total-populistischer Teil-Faschist

Conor Lamb, von den Demokraten, trat gegen den „moralischen republikanischen Sumpf“ an, den es seiner Meinung nach gab, und dem auch sein farbloser Konkurrent Rick Saccone angehöre – so meinte er. Selbst ein Wahlkampfauftritt von Trump für Saccone nutzte nichts. Die Leute kamen um Trump zu sehen und ignorierten Saccone.

Der Demokrat Conor Lamb ist ein Verfechter der Trump-Strafzölle. Er stützt dahingehend Trump voll. Er unterstützt die aktuellen Waffengesetze, ist Abtreibungsgegner und er hat absolute Distanz zur Demokratischen Partei in Washington – und der dortigen Frontfrau Nancy Pelosi. In Europa würde man ihn aus jeder Parteiversammlung von Liberalen und Sozialisten rauswerfen. In Europa würde man ihn wohl, nach aktuellen Beurteilungskriterien, als „total-populistischen Teil-Faschisten“ klassifizieren. Man könnte aber auch sagen, Lamb sei ein Demokraten-Trump.

Lamb ist in der Demokratischen Partei, aber eigentlich voll auf Trump-Linie. Das hat er dem Wahlvolk auch genau so vermittelt – mit Erfolg – er gewann mit einem Vorsprung von 621 Stimmen bei gesamt 227.015 Stimmen.

Die Wahl als solche ist nicht aussagekräftig für die Midterms von 2018, weil sie die letzte Wahl ist, die nach alter Wahlbezirks-Einteilung von 2011 gemacht wurde. Für die kommenden Midterm-Elections im November 2018 – das ganze Repräsentantenhaus wird neu gewählt, und ein Drittel der Senatoren – gilt schon die neue Wahlbezirks-Einteilung.