Indoktrination, Gehirnwäsche, moralische Erpressung und Angstmache. Religion ist ein Milliarden-Geschäft mit der Furcht vor dem "danach" – und sichert den Eliten die Macht.

Von Marco Maier

Länder wie Deutschland, Österreich, Frankreich oder aber auch die USA und Russland gelten als laizistisch, die Macht der Kirchen sei beschränkt. Auf dem Papier mag das vielleicht so sein, doch die Realität sieht anders aus. In all den Jahrhunderten haben die Religionsgemeinschaften Netzwerke an Institutionen (Schulen, Universitäten, karitative Einrichtungen, Krankenhäuser, auch Medienunternehmen und noch viel mehr) aufgebaut, welche gesellschaftspolitische Macht mit sich bringen.

Multinationaler Konzern Vatikan

Noch im Jahr 1970 veröffentlichte "Der Spiegel" einen Artikel mit dem Titel "Die Milliarden des Vatikans". Der Autor, ein römisch-katholischer Christ, konstatierte damals beinahe resignierend: "Ich hatte auch nie daran gedacht, daß der Papst reich oder die Kirche nicht nur eine religiöse, wohltätige und erzieherische Einrichtung, sondern auch ein gewaltiges Finanzimperium sei." Und weiter: "Es gibt kaum ein Gebiet der italienischen Wirtschaft, in dem nicht "Vertrauensmänner" des Vatikans dessen Interessen vertreten." Und nach einer beispielhafte Auflistung von Unternehmen heißt es: "Textil-, Munition-, Papier-, Zucker- und Pharmazeutische Fabriken sind weitere Unternehmen, die dafür sorgen, daß die Taschen des Heiligen Vaters nicht leer werden." Hinzu kamen damals schon unzählige Banken, Kreditinstitute und Versicherungsgesellschaften.

Heute sieht es nicht anders aus: Wo Katholische Kirche drauf steht ist oftmals ein Geschäftsunternehmen drin. Es gibt kaum einen Geschäftsbereich, in dem die Kirche nicht ihre Finger mit im Spiel hätte und auch wenn die Mitgliederzahlen sinken und der Rubel nicht mehr so sehr rollt wie früher, braucht man sich seitens der Kirchenführung keine Sorgen darüber zu machen, ob die Finanzmittel ausreichend sind. Einnahmequellen gibt es abseits der Kirchenbeiträge/Kirchensteuer zur Genüge.

Bei den Orthodoxen ist es nicht anders

Doch dies ist nur ein Aspekt und nur die Katholische Kirche. Die orthodoxen Kirchen im Osten erlebten zwar durch die jahrzehntelange kommunistische Herrschaft eine Zäsur, doch seit dem Zerfall der Sowjetunion und des Ostblocks geht es mit ihr wieder bergauf. Auch der Einfluss der Kirchen auf die Politik wächst wieder – und könnte bald schon jenes Niveau erreichen, welches die Griechisch Orthodoxe Kirche beispielsweise in Griechenland immer noch hat. Eine Macht, die auch immer wieder für eigene Zwecke ausgenutzt wird.

Angesichts dessen, dass beispielsweise rund vier Fünftel der Russen mittlerweile angeben, Anhänger der Russisch Orthodoxen Kirche zu sein, darf man sich auch nicht darüber wundern, dass die Politik dies für sich nutzt. Auch Präsident Wladimir Putin setzt immer wieder demonstrativ auf die Religion und die Kirche. Als Spitzenpolitiker mit Weitblick weiß er, dass er die Unterstützung der Kirche braucht. Hat er sie gegen sich, wird es schwierig seine Politik umzusetzen.

Brasilien im Griff der Evangelikalen

Auch die protestantischen Gemeinschaften und andere christliche Kirchen sind sehr einflussreich. Ein Beispiel dafür: Brasilien. Das eigentlich stark katholisch geprägte Land wird zunehmend von (eigentlich aus den USA stammenden) evangelikalen Gemeinschaften dominiert. Politisch und medial. Denn diese Kirchen setzen gezielt darauf, rasch einflussreiche Positionen zu besetzen. So sind inzwischen zwar nur noch weniger als zwei Drittel der Bevölkerung katholisch, während knapp ein Viertel von ihnen Protestanten sind, doch in der Politik und den Medien spielen die Vertreter der evangelikalen Kirchen eine sehr große Rolle und sind auch überrepräsentiert.

So schreibt z.B. die Plattform "evangelisch.de", dass die evangelikale Interessengemeinschaft im Kongress derzeit 181 Abgeordnete, vier Senatoren und zahlreiche Unterstützer hat. Und in der Regierung sitzt mit Michel Temer auch der evangelikale "Putschpräsident". Das heißt: 35,3 Prozent der Abgeordneten und fünf Prozent der Senatoren gehören dieser Gruppe an. Zumeist sind sie auch Mitglieder rechtsliberaler bzw. konservativer Parteien.

Beispiel Philippinen

Auf den Philippinen, dem bevölkerungsreichsten katholischen Land Asiens, ist die Macht der Katholischen Kirche noch fast ungebrochen. Präsident Rodrigo Duterte, der als Kritiker der Kirche Roms gilt, stärkte nicht nur gegen den Widerstand der Religionsführer die Rechte der (doch recht großen) Homosexuellen und Transgender, er will auch die Scheidung legitimieren, was bislang auf Druck der Kirche noch nicht möglich ist, sofern man kein Muslim oder "Lumad" (also Angehöriger der indigenen Stämme, die zumeist noch Anhänger der alten Religionen sind) ist.

Aber auch auf den Philippinen gewinnen die evangelikalen Gruppen immer mehr an Einfluss und bestimmen vor allem auf lokaler und regionaler Ebene immer wieder die Politik. Hinzu kommt die im Jahr 1914 gegründete "Iglesia ni Cristo", die schätzungsweise zwischen 2,5 und 3,5 Millionen Mitglieder hat und deren Anhänger jene Kandidaten wählen, welche von der Kirchenführung unterstützt werden. Die Menschen des Landes gelten als weitestgehend sehr religiös, was sich auch an den unzähligen Kirchen und Kapellen zeigt, die überall wie Pilze aus dem Boden schießen.

Macht durch Furcht

Und hier kommen wir zu jenem Punkt, der ganz essentiell ist: All diese politische, wirtschaftliche und finanzielle Macht der Kirchen wäre nicht möglich, wenn sie nicht die Gläubigen unter Kontrolle hätten. Von klein auf werden die Menschen unter dem Einflussbereich der Kirchen indoktriniert. Unter Berufung auf die Bibel wird schon den kleinen Kindern Angst vor der "Hölle" gemacht, die diese bei Ungehorsam erwarten würde. Die Menschen selbst werden immer wieder als unwürdige kleine "Sünder" dargestellt, als Würmer auf die "Gott" jederzeit treten kann, wenn er denn wolle.

Hölle und Fegefeuer im "Jenseits" – welch grandiose Erfindung, um den Menschen Angst zu machen. Ein Spiel mit der Angst vor dem Ungewissen: Weil niemand weiß was nach dem körperlichen Tod passiert, ist es für diese Manipulateure des Geistes zudem ein leichtes Spiel. Beweise für die Behauptungen gibt es nämlich keine, nur ein Buch voller alter Geschichten von Menschen, die keinen Plan von der tatsächlichen Beschaffenheit der Erde oder des Universums hatten und (siehe auch im "Alten Testament") tatsächlich glaubten, wenn man Opfergaben auf Altären verbrennt, würde der aufsteigende Rauch dann "Gott" zum Wohlgefallen sein.

Moralische, seelische Erpressung – so kann man das Ganze wohl treffend bezeichnen. Im Theologiestudium rhetorisch so geschult, das Schuldempfinden der Menschen zu stärken und dann quasi die Kirche selbst als Mittler zwischen "Gott" bzw. "Jesus" und den Menschen zu empfehlen. Und da Menschen die sich schuldig fühlen die Brieftaschen noch leichter öffnen um sich so auch zu erleichtern, hat das Ganze natürlich gleich doppelt Vorteile für die Kirchenmenschen: Eine engere Bindung der Menschen und dazu gleich noch mehr Geld für die eigenen Ziele.

Wie krank das Ganze eigentlich ist, zeigen gerade die Beispiele in den ärmeren Ländern. Hier auf den Philippinen wo der Großteil der (recht großen) Familien von umgerechnet weniger als 200 Euro im Monat lebt, sind es gerade die Ärmsten, die zwar einerseits nicht wissen was sie morgen essen werden oder wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen, andererseits jedoch ihre letzten Pesos der Kirche in den gierigen Rachen werfen. Die Kirchen und Kapellen sehen schöner und gepflegter aus als die ganzen Häuser rundherum und die Pfarrer/Priester, die zuerst nur eine einfache Hütte und ein Fahrrad haben, kaufen sich dann mit diesen Geldern erst mal ein besseres Haus, ein Motorrad, dann ein noch größeres Haus und einen Kleinwagen und später dann einen teuren SUV. Fahrer und Haushaltshilfe natürlich inklusive. Und während die Gläubigen oftmals nur von trockenem Reis und etwas billigem Dosenfutter leben, sieht man wie der Priester selbst immer fetter und fetter wird. Das ist eine Realität, die man quer durch das ganze Land beobachten kann.

Doch wo sich jeder normal denkende Mensch eigentlich darüber aufregen und dagegen protestieren müsste, nehmen die ganzen gehirngewaschenen Gläubigen das einfach so hin – und füllen die Kassen weiterhin an. Unmut darüber wird – wenn überhaupt – nur im kleinen Kreis geäußert, aber aufgrund des gesellschaftlichen Drucks wird so weitergemacht wie bisher. Zu groß ist die Angst davor, "was die Anderen denken und sagen", wenn man das System hinterfragt. Doch so lange die Kritiker leise sind und kuschen, wird sich daran auch nicht viel ändern.

Reform des Unreformierbaren?

Martin Luther wollte damals mit seinen Thesen die Katholische Kirche reformieren und auf den "richtigen Weg zurückführen". Doch er machte damals einen gewaltigen Denkfehler, denn die Katholische Kirche war noch nie auf dem richtigen Weg. Von Anfang an war die organisierte Religion nichts weiter als ein Kontroll- und Machtinstrument der Eliten. Egal ob im alten Ägypten, im alten Griechenland, im alten Rom oder heute eben mit all den ganzen Kirchen, Sekten und Religionsgemeinschaften – über die Religion lassen sich die Menschen einfacher manipulieren und lenken als über Militär, Polizei und Geheimdienste.

Die Macht, die mit der Leitung religiöser Gemeinschaften einhergeht, korrumpiert selbst den größten Idealisten irgendwann. Man muss nur sehen, was Luthers Nachfolger aus den protestantischen Gemeinschaften machten: ein Geschäftsmodell. Die Geschäfte brummen (und das zumeist auch noch steuerfrei oder mit reduzierten Steuersätzen) und wenn man mit bestimmten politischen Entwicklungen nicht (mehr) einverstanden ist, mobilisiert man eben die Gläubigen. Zum eigenen Vorteil natürlich. Immerhin ist man ja "die Kirche" und wer nicht folgt, muss für alle Ewigkeit in der Hölle schmoren.

Nicht nur das Christentum

Auch wenn in diesem Artikel die christlichen Kirchen im Fokus stehen, so darf man nicht vergessen, dass die anderen organisierten Religionen keine Ausnahme darstellen. Wenn ein islamischer Gelehrter beispielsweise ein Fatwa ausspricht oder zum Dschihad aufruft, folgen ebenfalls die muslimischen Massen. Die globale Finanzierung von Schulen, Koranschulen, Moscheen und Kulturzentrum durch die Saudis oder die Türken dient auch nur dem Zweck, die muslimische Welt den eigenen Werten und Vorstellungen anzupassen und die (außenpolitische) Macht zu stärken. Hindus, Buddhisten & Co bilden hierbei ebenfalls keine Ausnahme. Priester und Gelehrte nehmen hier ebenso eine gewichtige Rolle ein und prägen die Politik.

Religionen haben in der Menschheitsgeschichte nur selten tatsächlich etwas Positives zur Entwicklung beigetragen. Moral und Ethik? Die gibt es auch ohne Religion. Und gerade jene Religionen, in deren heiligen Büchern immer wieder offen zu Mord und Totschlag und zur Todesstrafe für zig "Vergehen/Verbrechen" aufgerufen wird, sollten hier die Füße erst recht stillhalten.

10 COMMENTS

  1. Papisten haben mit dem Fällen der Donareiche und dem Massenmord an Langobarden, Bajuwaren und Sachsen den germanischen Völkern zugleich die Gemeinschaftsseelen zerstört, mit übelsten Folgen bis zur Gegenwart. Die Mohammedaner im Orient waren mindestens ebeno schrecklich, hat mir ein Exil-Iraner erzählt.

    Die Hitler-Konkordate aus dem Jahr 1933, Entlohnung für die Zustimmung zum Ermächtigungsgesetz vom 23.03.1933, sind weiterhin in Kraft und tragen, wie mir ein kundiger Wissenschaftler sagte,  indirekt entscheidend zur Finanzierung des sog. Vatikan bei. Andere Länder kennen keine direkte Oberpriesterbesoldung und keine finanzamtlich organisierte Kultvereinsbesoldung.

    Zudem haben sich so manche Israelitischen Kultusgemeinden den Hitler-Konkordaten angeschlossen, was so aussieht, als hätten sie es nötig, sich mit NS-Methoden finanziell zu versorgen oder als würden sie der NS-Zeit keine besondere Bedeutung beimessen.

  2. Es war schon immer Ziel und Zweck, über den Glauben an Gott, Jesus oder Mohammed, die Menschen unter Kontrolle zu halten und zu benutzen. Der Mensch glaubt halt gern und läßt sich gut beeinflussen. Die staatlichen Lügenmedien tun im Prinzip nichts Anderes, sie trichtern den Menschen das ein, was sie von dem herrschenden Politikerregime vorgegeben bekommen. Und das funktioniert immer noch ausgezeichnet. Deswegen werden auch streng Gläubige Moslems (ein Moslem ist niemals!!! integrierbar) in Massen nach Deutschland importiert. Leider  machen die mit ihrem Meuchelglauben alles kaputt was hier aufgebaut wurde. Und das ist politisch so gewollt. Besonderer Dank an Frau Merkel und iher CDU/CSU/SPD + Linke!!! Es geht weiter abwärts mit voller Fahrt dank auch den gläubigen Wählern.

    • Reist eine Gruppe von AfD-Volksvertretern nach Syrien, um dort mit Angehörigen syrischer Volksgruppen zu sprechen und sich ein unmittelbares Bild von der Lage zu machen, ist das für die verwesteten Völkerfeinde "ausländerfeindlich". Töten aber Nato-Schwadronen zwecks Ölraub und Zinsverknechtung in Syrien 300.000 Menschen, so ist das in den verdrehten Augen der Christenparteien "heilig, heilig, halleluja".

      Man kann also nicht beides sein, anständiger Deutscher und todschwarz-blutrot lackiertes Gemerkel.

      Ob die christlich vernichteten Druidinnen und Druiden mit den germanisch-keltischen Göttinnen und Göttern krumme Geschäfte gemacht haben, wäre interessant zu erforschen.

  3. Die deutsche Medienlandschaft gilt als solide und vielfältig – sie ist ein Vorzeigebeispiel pluralistischer Medienarbeit und der Konkurrenz verschiedener Verlage, so der verfestigte Glaube. Allerdings offenbart eine Analyse der teils undurchsichtigen Verbindungen, dass ein großer Teil der deutschen Medienlandschaft genau drei Familien gehört.

    Unabhängige und pluralistische Printmedien gelten als eine der Grundbedingungen für die Ausbildung einer demokratischen Gesellschaft und sind zugleich ein Indikator für die Qualität dieser Demokratie.

    Bei der Unabhängigkeit ist zwischen zwei Arten zu unterscheiden – der Unabhängigkeit vom Staat und der Unabhängigkeit von einzelnen Privatpersonen, Familien oder Unternehmen. Vor allem bei dem zweiten Kriterium zeigen die deutschen Leitmedien allerdings eine erschreckende Gleichschaltung.

     

    © FOTO: U.S. ARMY PHOTO BY SGT. 1ST CLASS JEREMY J. FOWLER

    „Aufrüstung gegen Russland“: Worüber deutsche Leitmedien nicht mehr lügen

    Denn bei einer genauen Nachforschung, wem die Nachrichtenblätter Deutschlands eigentlich gehören, wird ersichtlich, dass einen signifikanten Teil der überregionalen Print-, Online- und Fernsehmedien im Prinzip drei steinreiche und mächtige Familien besitzen.

     

    Diese drei Familien – es mag übertrieben klingen, ist es aber nicht – stehen an der Wurzel der  Meinungsbildung in der Bundesrepublik.

    Der Springer-Verlag

    Der wohl bekannteste dieser Medienherrscherclans ist die Springer-Familie und ihr Axel-Springer-Verlag, einer der größten Verlagshäuser Europas. Über ihn kontrolliert die Springer-Familie nicht nur die bekannte sowie umstrittene „Bild“ – die reichweitenstärkste Tageszeitung Deutschlands mit über 1,6 Millionen verkauften Exemplaren, sondern auch alle ihre „Abwandlungen“, wie etwa die „Bild am Sonntag“, „Bild der Frau“, „Auto Bild“ und etliche andere.

    Der Einflussbereich dieser Bild-Gruppe ist enorm, sie erreicht täglich Millionen Bundesbürger – ihr politischer Einfluss ist daher auch immens.

     

    CC BY-SA 2.0 / JOUWATCH / ARD

    Mehr als ein Drittel der Deutschen für Abschaffung von ARD und ZDF

    Gleichzeitig gehören der Springer-Familie aber auch andere Verlagsmarken, die beim Durchschnittsbürger nicht unbedingt mit dem Axel-Springer-Verlag assoziiert werden.

     

    Besonders erwähnenswert wäre hier die überregionale Tageszeitung „Die Welt“, der wiederum über das Unternehmen WeltN24 GmbH der Nachrichtensender N24 gehört.

    Somit hat die Springer-Familie über direkte und indirekte Unternehmensanteile einen gewaltigen Einfluss auf die Meinungsbildung der Bundesbürger im Print- und TV-Bereich – und zwar unter verschiedenen, voneinander scheinbar unabhängigen Medienmarken.

    Familie Mohn und die Bertelsmann-Gruppe

    Der zweite Medienclan ist die Familie Mohn, der der Bertelsmann-Verlag gehört. Die Bertelsmann SE & Co. KGaA ist nicht weniger als eines der größten international tätigen Medienunternehmen der Welt.

    Der Bertelsmann-Gruppe gehören solche weitreichende Nachrichtenblätter, wie der „Stern“, „Brigitte“ und auch über einen Umweg ein großer Teil vom „Spiegel“ – einem Medium, das lange Zeit auf den Ruf eines unabhängigen, journalistisch soliden und investigativen Nachrichtenjournals bauen konnte.

    Nicht unwichtiger Exkurs zum Spiegel

    Diese Unabhängigkeit des „Spiegel“ ist allerdings längst angebrochen, denn 25,5 Prozent des Verlags gehören rechtlich dem Hamburger Medienkonzern „Gruner + Jahr“, einer 100 Prozentigen Tochtergesellschaft der ebengenannten Bertelsmann SE & Co. KGaA. Der Anteil von über 25 Prozent bedeutet in diesem Zusammenhang einen erheblichen Einfluss bei grundlegenden Entscheidungen. Von absoluter journalistischer Unabhängigkeit kann da kaum mehr die Rede sein.

     

    © SPUTNIK/ ALEXANDER WILF

    Nach russischem Sieg: „Spiegel“ fordert Ausschluss von Eiskunstlauf bei Olympia

    Bemerkenswerterweise gehört dem „Spiegel“ wiederum das Wirtschaftsblatt „Manager Magazin“, an dem ebenfalls die „Gruner + Jahr“Anteile hat.

     

    Daraus ergibt sich, dass die Bertelsmann-Gruppe sowohl über politische als auch über wirtschaftliche Fachjournale medialen Einfluss ausüben kann – nur eben auf einem vermeintlich höheren Niveau als die Bild-Gruppe.

    Dass der „Spiegel“ nicht mehr so unabhängig ist, zeigen allerdings nicht nur die Besitzeranteile, sondern auch einige Personalien(wechsel) der letzten Jahre.

    Im Jahr 2013 wurde Nikolaus Blome als Leiter des Hauptstadtbüros zum Mitglied der Chefredaktion des Nachrichtenmagazins. Das Brisante: Zuvor war er zwischen 2011 und 2013 stellvertretender Chefredakteur der „Bild“-Zeitung.

    Ein Mitglied der Chefredaktion, das einfach zwischen der „Bild“ und dem „Spiegel“ wechselt?

    Früher aufgrund der denkbar unterschiedlichsten Niveaus und politischen Ausrichtungen der beiden Blätter undenkbar – heute absolut möglich.

    Doch es kommt noch bemerkenswerter. Nach zwei Jahren beim „Spiegel“ ging Blome wieder weg – und kehrte einfach zurück zur „Bild“. Fast schon als eine Randnotiz erscheint da der Befund, dass er zuvor auch noch als stellvertretender Chefredakteur der „Welt“ in Berlin gearbeitet hatte.

    Eine konkurrierende Redaktions- und Qualitätspolitik verschiedener Medien ist in diesem Zusammenhang eher schwer vorstellbar, wenn einige Führungspersonalien ungestört zwischen den Verlagen hin und her wechseln.

    Aber zurück zu Bertelsmann.

    Neben den Printmedien besitzt die Bertelsmann-Familie zudem zahlreiche Sender im Privatfernsehen. So gehören der Bertelsmann Capital Holding GmbH 75,1 Prozent der gesamten RTL Group. Die Familie hat somit die Hoheit über die rund zwei Dutzend (!) reichweitenstärksten Privatsender des Landes mit insgesamt einem Millionenpublikum.

    © SPUTNIK/ VITALIY PODVITSKIY

    Was den heutigen Medien absichtlich fehlt…

    Damit kontrolliert die Familie Mohn nämlich nicht nur alle RTL-Sender, darunter etwa RTL, RTL II, der Kinder-Sender Super RTL, sondern auch weitere Medienanstalten, die man nicht sofort mit der RTL-Gruppe in Verbindung bringt. Beispielsweise befinden sich auch die beliebten Sender VOX und Nitro unter diesem Dach. Auch der angeblich „neutrale“ Nachrichtenkanal „n-tv“ wird zu 100 Prozent von der RTL-Group und damit von dem Bertelsmann-Konzern kontrolliert.

    Doch die Bertelsmann-Gruppe kann ihren Einfluss in der Bundesrepublik nicht nur über ihre Medien ausüben. Der Bertelsmann SE & Co. KGaA gehört nämlich auch die namhafte Bertelsmann-Stiftung.

    Diese macht unter anderem Studien, die politischen Entscheidungsträgern vorgelegt und auf deren Basis Gesetze ausgearbeitet werden. Teilweise sollen ganze Gesetzespassagen, wie etwa für das bekannte Hartz IV Gesetz, von der Bertelsmann-Stiftung geschrieben worden sein.

    Damit hat die Familien Mohn also nicht nur erheblichen Einfluss auf die Willensbildung der Deutschen, sondern auch gleich auf die Innenpolitik der Bundesrepublik.

    Familie Burda

     

    © SPUTNIK/ GINA MOON

    Wie Medien uns mit Breaking News regieren – Buchpremiere

    Die dritte mächtige Medienfamilie ist schließlich die Burda-Familie und die von den dreien wohl öffentlich unbekannteste. Dennoch zählt die Gruppe „Hubert Burda Media“gemessen am Umsatz zu den größten Medienunternehmen des Landes.

     

    Ihr gehören solche vielgelesenen Medien wie etwa „Gala“, „Bunte“ und nicht zuletzt auch der „Fokus“ und „Fokus-Online“ – das Online-Nachrichtenportal mit der zweitgrößten Reichweite Deutschlands.

    Die Burda-Familie punktet vor allem durch die Vielfalt der Angebote. Es sind Zeitschriften, Radio- und Fernsehsender, Webseiten, Dienstleister und sogar eigene Auszeichnungen. Nach eigenen Aussagen bietet der Konzern rund 540 Medienprodukte in 23 Ländern an.

    Der Umfang der Themen ist enorm. Angefangen bei Medienangeboten zu Technologien, wie etwa die Zeitschrift „Chip“, über Kinderangebote, wie etwa „Die drei???“, bis hin zu den ebengenannten Journalgiganten wie „Fokus“ oder „Bunte“. Auch die deutsche Auflage des legendären US-amerikanischen Männermagazins „Playboy“ gehört den Burdas.

     

    CC BY 2.0 / FRAKTION DIE LINKE. IM BUNDESTAG / 180302 RUSSLAND-DIALOG

    Die Bürger nicht für dumm verkaufen – Linksfraktion fordert Dialog mit Russland

    Ebenfalls kontrolliert die Familie über die Hubert Burda Media Holding und ihr Tochterunternehmen Tomorrow Focus AG die deutschsprachige Ausgabe von Huffington Post, die alleine eine Reichweite von über vier Millionen Lesern im Monat hat.

     

    Brisant ist aber nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Vergangenheit des Burda Verlages.

    Bereits 1933 betonte Franz Burda Senior – der Begründer des Medienkonzerns, damals in der Form einer Druckerei – die nationalsozialistische Gesinnung seines Betriebs. Der Betrieb nahm eine aktive Rolle bei der „Arisierung“ während der NS-Zeit ein – 1938 konnte er eines der größten „nicht arischen“ Druckereiunternehmen billig aufkaufen.

    An der Wurzel der Willensbildung der Bundesrepublik

    Insgesamt zeigt das Bild der deutschen Medienlandschaft alles andere als pluralistische und voneinander unabhängige Nachrichtenquellen.

    Die größten überregionalen Printmedien, die umsatzstärksten Online-Nachrichtenportale, zahlreiche private Fernsehanbieter und beliebte Internetseiten gehören insgesamt drei Familien.

    Die Verbindungen über Tochterfirmen, Partnerorganisationen und undurchsichtige Beteiligungen sind teils nur schwer nachvollziehbar – und doch werden sie bei genauer Nachforschung offensichtlich.

    Eine von der faktischen Monopolhaltung der drei Medienclans unabhängige Meinungsbildung ist für die Bundesbürger somit eigentlich nur über kleinere oder alternative Medien möglich.

    N.Gerassimow

    https://de.sputniknews.com/gesellschaft/20180306319827373-wem-gehoeren-deutsche-medien-springer-bertelsmann-burda/

    • Gute Zusammenfassung !

      Und der Meinungs-Bildungs-Effekt , der über diese kontrollierten Medien gesteuert wird, hat noch den Vorteil, daß man auch die "restlichen" Menschen außerhalb der Kirchen erreicht und erfolgreich manipulieren kann. Irgendwelche Nachrichten von den "öffentlich-rechtlichen" oder privaten Sendern und den Revolverblättern muß man kritisch sehen. Am bestem man sieht sich diese sich gleichenden Märchen gar nicht mehr an und spart Geld.

  4. Wer meht über das Thema Medien wissen möchte ,

    lese das Buch von M. A. Verick- Das Medienmonopol.

    Im Buch gibt es sehr interessante Tafeln zu den Veranstalterbeteiligungen

    der Sender.

    "Die gefährlichsten Masenvernichtungswaffen sind die Massenmedien.

    Denn sie zerstören den Geist, die Kreativität und den Mut der Menschen

    und ersetzen diese mit Angst, Misstrauen, Schuld und Selbstzweifel."

    M. A. Verick

    Hier geht es zum Buch:

    http://totoweise.files.wordpress.com/2012/11/m-a-verick-das-medienmonopol.pdf

  5. Zum Thema Kirche möchte ich anmerken , das sie einer der gößten Landbesitzer ist.

    Sie verpachtet viel Land.

    Ach und das Geld , das in der Schweiz angelegt ist ,nicht zu vergessen.

     

  6. So kommt es sicherlich nicht von ungefähr, daß das deutschen Volk das 'unverdiente Glück' erleben darf von einer Pfrarrerstochter regiert zu werden. Wobei diese Wirklichkeit noch die Machenschaften eines Bichhof Vergérus in Ingmar Bergmans *'Fanny und Alexander' übertreffen dürfte.

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