Thilo Sarrazin glaubt nicht daran, dass sich seine Partei rasch erneuern kann. Sie habe auf die zentralen Fragen der Gegenwart – Fluchtmigration, Einwanderung, Integration und Demographie – keine Antwort.

Von Michael Steiner

Der frühere sozialdemokratische Finanzsenator Berlins und Bestsellerautor Thilo Sarrazin übt in gewohnter Manier scharfe Kritik an seiner Partei.  "Zu den zentralen Fragen der Gegenwart – Fluchtmigration, Einwanderung, Integration und Demographie – hat sie keine zielführenden Antworten, und sie scheint sich für sie auch nicht ausreichend zu interessieren", sagte Sarrazin der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

So müsse sich die SPD darum bemühen, "Antworten auf jene Fragen zu geben, die die verloren gegangenen Wähler interessieren, und sie müsste aus diesen Antworten glaubwürdiges Handeln ableiten", so Sarrazin weiter. Das sehe er derzeit nämlich nicht. Der SPD-Spitze warf Sarrazin vor, total versagt zu haben. "Martin Schulz hat sich selbst erledigt", erklärte er. "Die Probleme der übrigen Führungsgarde ergeben sich daraus, dass sie ihn so lange gewähren ließen. Das wirft einen Schatten auf ihre Standfestigkeit, Glaubwürdigkeit und Kompetenz."

Angesichts dessen, dass sich die SPD in einem totalen Umfragedestaster befindet, glaubt Sarrazin jedoch, dass die Neuauflage der GroKo die gesamte Legislaturperiode überstehen werde. Sie sei jetzt "in der traumhaften Situation, dass zwar nur 16 Prozent der Wähler sie noch wollen, aber ihre Repräsentation in der Regierung einer 30-Prozent-Partei entspricht". So etwas werde die Partei nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.

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