Aus dem Bundeswehrverband kommt massive Kritik am Beschluss der Bundesregierung zur Ausweitung des Bundeswehreinsatzes im Irak. Diese verhalte sich "konzeptionslos" und "politisch naiv".

Von Marco Maier

Die Bundesregierung will den Bundeswehr-Einsatz im Irak deutlich ausweiten. Doch dies stößt bei den deutschen Militärs unter den gegebenen Umständen auf massive Ablehnung, da die Politiker in Berlin offenbar einfach nur die US-Taktik übernehmen, mit Truppenaufstockungen jene Probleme lösen zu wollen, die mit den Invasionen anderer Länder erst entstanden sind.

Ohne ein politisch mit den Regional- und Großmächten abgestimmtes Konzept, insbesondere vor dem Hintergrund einer schwachen Regierung, ist jegliche militärische Unterstützung ziel- und zwecklos", sagte der Vorsitzende des Bundeswehrverbands, Oberstleutnant Andre Wüstner, der "Welt". "Das sollte nach den negativen Erfahrungen in Afghanistan mittlerweile auch der Letzte verstanden haben."

Die deutschen Soldaten im Irak seien "enorm" gefährdet, weil westliche Streitkräfte für Terroristen in der Region Hochwertziele darstellen". Zwar gehörten Tod und Verwundung zu den Gefahren des Soldatenberufs. "Bitter sind sie immer, aber unerträglich werden sie, wenn sie Folgen eines konzeptionslosen und naiven politischen Vorgehens sind", warnte Wüstner, "Deshalb bleibt das strategische Konzept als Grundvoraussetzungen für jeden Einsatz unverzichtbar."

Doch anstatt darauf zu drängen, die unsinnigen Auslandseinsätze zum Schutz von US-Interessen abzubrechen, fordert der Offizier mehr Geld für die Bundeswehr ein, sowie die Anschaffung von bewaffnungsfähigen Drohnen, um so auch am Drohnenkrieg der USA teilnehmen zu können. Rein für die klassische Landesverteidigung würden die derzeitigen Geldmittel locker ausreichen, doch die Bemühungen der Transatlantiker, sich Seite an Seite mit den Amerikanern weltweit militärisch zu engagieren ist so eben nicht drin.

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