Vor allem kriminelle Banden betreiben organisierten Hartz-IV-Betrug durch den "Import" von Osteuropäern. Damit lässt sich zusätzlich Geld verdienen.

Von Michael Steiner

Wegen Hartz-IV-Betrug hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) im letzten Jahr insgesamt bei 148.524 Fällen Ermittlungen aufgenommen, nachdem es im Jahr 2016 noch 149.653 Ermittlungsverfahren gab. In 82.266 dieser Fälle haben Bezieher von Hartz IV demnach Einkünfte aus Jobs, Vermögen oder Sozialleistungen verschwiegen und dadurch 54 Millionen Euro "zu viel" erhalten. Wobei man angesichts des Umstands, dass die Hartz-IV-Sätze doch sehr niedrig sind, gerade bei vielen Fällen wohl davon sprechen, dass es sich hierbei um Bagatelldelikte handelt.

Anders ist es jedoch bei den kriminellen Banden, die gezielt Menschen aus osteuropäischen Ländern wie Bulgarien oder Rumänien anlocken, die dann scheinbar in Deutschland arbeiten um hinterher zu Unrecht Leistungen zu beziehen. Dabei lassen sie sie zuerst zum Schein in ihren Firmen arbeiten, entlassen sie und schicken sie dann aufs Arbeitsamt. Außerdem würden Betrüger-Banden Wuchermieten für Schrottimmobilien von Hartz-Beziehern aus dem Ausland verlangen, die von den Jobcentern gezahlt würden.

Ausländer würden zudem samt Familien nach Deutschland gebracht, um Hartz IV zu beantragen, um danach wieder auszureisen. Und wenn die Job-Center die Bezieher dann vorladen, werden diese kurzerhand wieder hergeschafft um pünktlich zu den Terminen wieder da zu sein. Ansonsten würden ja die Leistungen gekürzt oder ganz gestrichen. Man kann davon ausgehen, dass mit dieser Betrugsmasche viele Millionen Euro jährlich abgezweigt werden.

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