Goldbarren

Nachdem die Zentralbanken viele Jahre lang ihre Goldreserven abgebaut haben, geht es seit 2010 damit wieder bergauf. Dafür verantwortlich sind aber nur wenige Staaten.

Von Marco Maier

In den letzten Jahrzehnten, seit dem Ende des Bretton-Woods-Systems und damit dem Ende der Golddeckung des US-Dollars und der mit ihm verknüpften Währungen, ging es mit den Goldreserven der Zentralbanken weitestgehend nur noch bergab. Man verkaufte viel von dem Edelmetall, weil man seitdem verstärkt auf den gegenseitigen Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren setzt, um so die Devisenreserven hoch zu halten. Doch seit dem Jahr 2010 ist damit Schluss.

Wie die Daten des World Gold Councils zeigen, haben die Zentralbanken weltweit seit dem Jahr 2010 insgesamt netto mehr Gold gekauft als veräußert. In die Notenbanktresore wurden demnach von 2010 bis 2017 rund 4.500 Tonnen mehr Gold ein- aus ausgelagert. Auch in diesem Jahr dürfte der Trend ungebrochen weitergehen. Man schätzt, dass im Jahr 2018 zumindest laut offiziellen Angaben noch 300 bis 400 Tonnen des begehrten Edelmetalls hinzukommen werden.

Wenn man jedoch bedenkt, dass beispielsweise die Volksrepublik China nicht gerade sehr transparent ist, was die eigenen Goldreserven betrifft und diese unter Umständen sogar deutlich höher sein dürften, als jene der Vereinigten Staaten von Amerika, so darf man davon ausgehen, dass die gesamte Goldnachfrage der Zentralbanken insgesamt deutlich höher ist als es das World Gold Council anhand der offiziellen Daten mitteilt.

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Einige Analysten gehen davon aus, dass insbesondere Russland und China an neuen goldgedeckten Währungen (für das Bargeld) für ihre Länder arbeiten, um für den Fall des früher oder später eintreffenden Dollar-Kollapses und des damit einhergehenden globalen Währungszerfalls gewappnet zu sein. Diese sollen dann den Krypto-Rubel und den Krypto-Yuan (welche dann die Funktion des Buchgelds übernehmen werden) ergänzen.

Hauptkäufer von Gold sind übrigens derzeit die Zentralbanken von Russland, China, der Türkei und Kasachstan. Aber auch andere Schwellenländer versuchen mit Hilfe des Edelmetalls von der Dollardominanz bei den Devisenreserven wegzukommen.

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