G20-Gipfel: Geldwäsche wichtiger als Bitcoin

Beim G20-Gipfel in Buenos Aires wird das Thema Bitcoin nur eine geringe Rolle spielen. Vielmehr stehen der Investorenschutz und der Kampf gegen Geldwäsche auf der Tagesordnung.

Von Marco Maier

Dezentrale Kryptowährungen wie Bitcoin erhalten aufgrund des seit einiger Zeit anhaltenden Hypes zwar auch seitens der Zentralbanken Aufmerksamkeit, doch in Sachen Regulierung will man sich offensichtlich noch etwas Zeit damit lassen. Laut den "Dow Jones News" wird das Thema beim anstehenden Treffen der Finanzminister und Notenbankgouverneure der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) kaum eine Rolle spielen.

EZB-Direktor Benoit Coeure, der auch Vorsitzender des Ausschusses für Zahlungs- und Marktinfrastrukturen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ist, sagte demnach dazu: "Erwarten Sie keine konkreten Schritte, es geht mehr um Erfahrungsaustausch." Für dieses Thema sei nämlich der Gouverneur der Bank of England, Mark Carney, der auch Chef des Financial Stability Boards ist, zuständig.

Derzeit stünden laut Coeure für die G20 vielmehr Fragen des Investorenschutzes und der Verhinderung von Geldwäsche im Vordergrund. Die Regulierung der Cash- und Future-Märkte für Bitcoin und andere Kryptowährungen sei demnach erst für später geplant.

Die BIZ selbst gibt sich in Sachen Ausgabe von Kryptowährungen durch die Zentralbanken hingegen zurückhaltend. Allerdings interessiert man sich dort für die Blockchain-Technik, welche Vorteile in der Zahlungsabwicklung und im Wertpapiergeschäft mit sich bringen könne. "Digitale Währungen von Zentralbanken könnten dazu beitragen, Wertpapier- und Devisengeschäfte in Zukunft effizienter zu gestalten", so Coeure als BIZ-Vertreter dazu.

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