EU: Strafzoll-Kabarett mit gefährlichem Risikofaktor

Nachdem die EU entdeckt hat, dass Strafzölle auf Harley Davidson-Motorräder und Levis Jeans nicht funktionieren, wurden neue Produkte ausgewählt. Die EU spielt sehr offen mit dem Feuer, dahingehend, dass Trump jederzeit Strafzölle für europäische Autos verhängen kann. 

Von Viribus Unitis

Der Präsident der Europäischen Union, Jean Claude Juncker, hatte angeregt, Strafzölle auf auf Harley Davidson-Motorräder, Whisky und Levis-Jeans zu verhängen. Davon scheint die EU nun abgerückt zu sein. Harley Davidson-Strafzölle könnten von Trump mit Gegenstrafzöllen gekontert werden, die die Exporte der Euro-Motorradindustrie in die USA betreffen. Bei Levis-Jeans hat man zwischenzeitlich in der EU erkannt, dass diese seit 2004 überhaupt nicht mehr in den USA hergestellt werden.

Nachdem sich Juncker damit zum Idioten gemacht hatte, gibt nun EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström bekannt, dass neue Strafzollziele ausersehen worden seien. Statt Harley Davidson wurde nun Erdnuss-Butter als Strafzoll-Ziel ausersehen, Whisky bleibt, und statt Levis-Jeans sollte Orangensaft mit Strafzöllen belegt werden.

EU: Strafzölle werden als „Trade Defense Cases“ klassifiziert – und bei Stahlprodukten umfassend angewendet

Die EU verhängt durchaus auch eigene Strafzölle, nennt ihre Aktivitäten dahingehend „Trade Defense Cases“ (also Handelsverteidigungsfälle). Strafzölle auf Biodiesel gegen Argentinien werden gerade überprüft (AS644) und gegen die USA bei Bio-Ethanol (R681).

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Im Rahmen dieser Trade Defense Cases werden auch Stahl-Strafzölle erwogen bzw. wurden umgesetzt. Strafzölle gegen Indien und China bei Gusseisen und diverse Eisen-Artikel (AD637), gegen Südkorea bei Stahlseilen und Stahlkabeln (R636), gegen China bei rost-resistentem Stahl (AD639), gegen Indien bei rostfreiem Stahl (AS592), und so weiter.

Meint die EU das ernst? Erdnussbutter, Whisky und Orangensaft?

Erdnussbutter. Der gesamte Erdnussbuttermarkt der USA hat einen Wert von ca. 850 Millionen US-Dollar. Der Hauptmarkt der US-Erdnussbutter ist der Heimmarkt selbst. Den Wert den die Exporte in die EU ausmachen kann man als lächerlich klassifizieren. 2015 waren es 19,5 Mio. Dollar, 2016 auch 19,5 und in 2017 hat sich das Volumen auf 26,7 Mio. Dollar erhöht / 19,07 % der gesamten Erdnussbutter-Exporte. 26,7 Millionen Dollar / 22 Millionen Euro (nicht Milliarden!) eine lächerliche Zahl.

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Whisky. Ob man mit Bourbon-Whisky-Strafzöllen die US-Hersteller wirklich trifft ist aktuell völlig unklar. Bourbon ist wie jeder Whiskey eine Alterungs-Lagerware, die je älter sie ist, um so teurer wird. Wenn also die USA nun ihren 3-jährigen Whiskey partiell wegen Strafzöllen nicht verkaufen können, dann lagert der Whiskey eben länger. Dann wird er in drei Jahren als 5-jähriger Whiskey verkauft. Oder man wartet noch ein paar Jahre, und verkauft Ihn als 10-jährigen. Und der wird gekauft, egal ob mit oder ohne Strafzoll, weil die Klientel die diesen dann sehr teuren Whiskey kaufen, sich die Strafzölle locker leisten können. In 2016 sah der Exportmarkt für US-Whisky so aus: The top five export markets for U.S. spirits by value were Canada ($191 million), United Kingdom ($122 million), Australia ($113 million), Spain ($103 million), and Germany ($101 million).

Wir bitten unsere Leser zu beachten, wir übersetzen das englische Original nicht, um Verfälschungen zu vermeiden.

Whisky-Gegenmaßnahmen der USA: Aktuell ist unbekannt, ob die EU-Akteure sich mit Zahlen, Daten und Fakten überhaupt beschäftigen. Der US-Destillierverband teilt mit, dass europäische Staaten heftig Destillate nach den USA exportieren. Whisky (definitiv ja, Whisky) wird aus Frankreich, UK, Irland, den Niederlanden, Spanien, und Deutschland in die USA exportiert. Sollte Trump Gegen-Strafzölle auf Euro-Whisky verhängen, so wäre dies für die EU ein weiteres Eigentor, das man sich geschossen hat.

Orangensaft. Das US-Handelsministerium teilt mit: The EU-28 is a net importer of orange juice. During MY 2015/16, the EU-28 imported 776,873 MT of orange juice, valued at approximately USD1.4 billion. Brazil confirmed to be the leading supplier to the EU-28 market, representing 90 percent of total imports. Follow Mexico, the United States representing 2 percent of the total imports valued at USD 38.5 million meaning 8 percent lower than previous year, and South Africa.

Meint die EU, meint die Malmström, das ernst? Erdnussbutter, im Wert von lächerlichen 22 Millionen Euro Handelsvolumen, das soll eine EU-Gegenmaßnahme sein? Bei Whisky ist unklar, ob man den US-Herstellern damit schadet, oder sie nur in höhere Preisklassen treibt – wobei man dabei auch noch die EU- Whisky Exporte in die USA gefährdet. Und bei Orangensaft darf man sich wieder fragen – meint die EU das ernst? Ein Handelsvolumen von – optimistisch – 40 Millionen Dollar / 33 Millionen Euro ist davon betroffen. Strafzölle auf so einen Minibetrag – das sollen EU-Vergeltungsmaßnahmen sein – damit will man die Trump-USA treffen – ist dies wirklich ernst gemeint?

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Was die EU hier ernst meint, kann man als Realsatire genießen. Man bedenke, genau das in einem Kabarett präsentiert, wäre erstens ein Kassenschlager und zweitens müsste man als Zuseher Eintritt bezahlen. Frau Malmström als neuer Stern am EU-Kabarett-Himmel.

EU: Wenn Idioten mit exzessivem Größenwahn im Parallel-Universum träumen

Die österreichische Zeitung „Die Presse“ teilt mit: Trumps Ankündigung beinhalte das Risiko eines ernsthaften Handelsstreits, sagte Tusk. Trump habe erklärt, Handelskriege wären gut und leicht zu gewinnen. "Das Gegenteil ist wahr", betonte Tusk. "Sie sind schlecht und leicht zu verlieren." Tusk hat natürlich recht, weil er seine Aussage ergebnisoffen lässt. Ein Handelskrieg kennt Sieger und Verlierer, für den Sieger leicht zu gewinnen, für den Verlierer leicht zu verlieren. Tusk war klug genug nicht zu spezifizieren, wen er für den Verlierer hält, wer nun diesen Handelskrieg „leicht verliert“.

Die österreichische Zeitung „der Standard“ berichtet: Auch Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) kritisierte die geplanten US-Zölle und drohte mit einer harten Reaktion der EU. "Besser wär es, wir ersparen uns das alles. Wenn es notwendig ist, wird es eine Reaktion geben, die hoffentlich dann dazu führt, dass es ein Umdenken der USA gibt und man diese Schwachsinnigkeiten auch wieder sein lassen kann", sagte Kurz am Mittwoch nach dem Ministerrat. Er sei überzeugt, dass sowohl die USA als auch die EU am Ende eines Handelskrieges Verlierer sein würden. Österreich bemühe sich zu verhindern, dass Trump diesen Schritt setzt.

Scharf hat Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) die von US-Präsident Donald Trump geplanten Zölle kritisiert und mit einer harten Reaktion der EU gedroht. "Besser wär es, wir ersparen uns das alles. Wenn es notwendig ist, wird es eine Reaktion geben, die hoffentlich dann dazu führt, dass es ein Umdenken der USA gibt und man diese Schwachsinnigkeiten auch wieder sein lassen kann." – Zitat Ende.

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Der Standard zitiert Kurz indirekt mit dem Satz „Österreich bemühe sich zu verhindern, dass Trump diesen Schritt setzt.“ Wenn man kurz so zuhört oder über kurz liest, bekommt das Wort Größenwahn eine ganz neue Dimension. Klein-Österreich, also Klein-Kurz, will die Trump-USA stoppen. Welches Parallel-Universum bewohnt Kurz?

Vielleicht plant die EU ja ein Kabarett-Duo aufzustellen, mit Malmström als weiblichem und Kurz als männlichem Teil. Mit normaler Erfassungsgabe ist dies alles nicht mehr zu fassen, diese exzessive Dimension von Größenwahn und Realitätsverweigerung kann man nur als Realsatire aufnehmen.

Und nicht nur das. Man sollte bedenken, dieser wirkungslose EU-Wahnsinn kann gefährlich sein. "We will simply apply a Tax on their Cars which freely pour into the US. They make it impossible for our cars (and more) to sell there. Big trade imbalance!" hatte Trump am Sonntag den 3. März getwittert. Kann sich die EU Strafzölle auf Autoexporte in die USA leisten? – NEIN!

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