Der Datensammelskandal von Facebook sorgt dafür, dass einige große Werbekunden abspringen bzw. ihre Werbekampagnen einstellen wollen. Da geht es um hunderte Millionen, wenn nicht gar Milliarden an Dollar.

Von Marco Maier

Kürzlich wurde bekannt, dass zwei Psychologen – wovon einer bei Facebook angestellt war – mittels einer eigens dafür geschaffenen App die Daten von mehr als 50 Millionen Amerikanern sammelten um diese dann der Datensammlungsfirma Cambridge Analytics, welche diese für politische Kampagnen auswertet, verkauften. Drei Tage lang versteckte sich Facebook-CEO Mark Zuckerberg um sich mit einem Krisenteam zu beraten, welches ihm den Rat gab, keine völlig unzufriedenstellenden Antworten zu geben. Immerhin geht es auch ums Geschäft.

Doch der Skandal schlägt bereits Wellen. Wie "The Times" berichtet, hat die ISBA, eine britische Gruppe von Werbern die jährlich hunderte Millionen Pfund für Werbung auf der Social Media-Plattform ausgeben, angekündigt, keine Anzeigen mehr bei Facebook schalten zu wollen, sollte die Geschäftsführung keine zufriedenstellenden Antworten liefern. Denn, "Konsumgüterunternehmen wie Unilever und P&G" würden es nicht tolerieren, wenn man sie mit Facebook in Verbindung bringe, weil diese Kundendaten an Broker und Institutionen für politische Kampagnen verkauft haben.

Mozilla, die Firma hinter dem Firefox-Broswer, kündigte bereits an, den "Pause-Knopf" für Facebook-Werbung gedrückt zu haben. Man hoffe, dass das Unternehmen die Privatsphäreneinstellungen der Nutzer nun besser schütze. "Wenn Facebook die Bemühungen verstärkt, wie es die Nutzerdaten teilt, insbesondere die standardmäßigen Privatsphäreeinstellungen für externe Apps, überlegen wir es uns zurückzukehren", so der Browserentwickler in einem Blogpost.

Auch eine berechtigte Frage stellte der Twitter-Nutzer "Ed". Er fragte, wie Facebook die Einnahmen verelffachen konnte, wenn sich die Nutzerzahlen ja lediglich verdoppelten. Auch er vermutet den Verkauf von privaten Daten.

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Es ist allerdings bezeichnend, dass diese Unternehmen sich über diesen Datenskandal beschweren, jedoch kein Wort darüber verlieren, dass Facebook (wie auch die meisten anderen Internet- bzw. Technologie-Firmen wie Google, Twitter, Microsoft, Apple & Co) die Daten mit den (US-)Geheimdiensten teilen. Das scheint jedoch niemanden zu stören.

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