Abschuss einer YJ-18-Rakete von einem chinesischen U-Boot aus. Bild: PressTV

Die Volksrepublik China investiert in diesem Jahr wieder deutlich mehr Geld in das Militär. Doch an die USA kommt man in Sachen Militärbudget dennoch nicht heran.

Von Marco Maier

War das Plus beim Militärbudget Chinas im letzten Jahr mit 7,6 Prozent schon recht hoch ausgefallen, ist das Plus für dieses Jahr mit 8,1 Prozent noch einmal recht stark. Doch Peking muss die militärischen Expansionspläne zur Absicherung des Kernlands und der Handelsrouten (Neue Seidenstraße, bzw. "One Belt, One Road") irgendwie bewerkstelligen, so dass man um eine Aufstockung der Finanzmittel für das Militär nicht herumkommt.

Allerdings kann das Reich der Mitte in Sachen Militärausgaben nicht mit den Vereinigten Staaten mithalten. Im letzten Jahr wurde zwar mit mehr als einer Billion Yuan (rund 145 Milliarden Dollar) ein neuer Rekord geschafft und das Friedensforschungsinstitut SIPRI geht von deutlich höheren Zahlen (2015: 215 Milliarden Dollar) aus, doch die Vereinigten Staaten (dessen Politiker dem Pentagon noch mehr Kohle locker machten) liegen mit zum Beispiel mehr als 700 Milliarden Dollar deutlich darüber.

Peking macht mit dem starken Plus bei den Militärausgaben insbesondere den Amerikanern klar, dass man sich von der ständigen US-Militärpräsenz in der Region nicht einschüchtern lassen will – und im sich abzeichnenden "Kalten Krieg" auch nicht als leichte Beute präsentieren. Insofern kann man davon ausgehen, dass der chinesische Militärhaushalt auch in den kommenden Jahren noch weiter deutlich ansteigen wird, um den Modernisierungsprozess der Volksbefreiungsarmee schneller voranzutreiben.

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China gibt damit also auch deutlich weniger Geld für das eigene Militär aus als die gesamte NATO, die letztes Jahr insgesamt etwa eine Billion Dollar dafür aufwendete, wobei der Löwenanteil hier von den USA gestemmt wurde. Mit der enormen Erhöhung des US-Militärbudgets und den wachsenden Wehretats der anderen NATO-Staaten dürfte es in diesem Jahr schon mehr in Richtung 1,2 Billionen Dollar gehen. Dagegen erscheinen die wohl bis zu 250 Milliarden Dollar Chinas recht gering.

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