CDU: Kramp-Karrenbauer will AfD-Anhänger nicht mehr zurück

Die neue Generalsekretärin der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, sieht große Teile der AfD-Anhänger für die eigene Partei als "verloren" an. Dennoch fordert sie einen stärker rechtskonservativen Kurs ein.

Von Michael Steiner

Anngret Kramp-Karrenbauer ist die neue Generalsekretärin der CDU. In Sachen AfD-Anhänger betonte sie gegenüber der "Welt", dass die Union nur wenige von ihnen zurückgewinnen könne – und sie viele davon gar nicht zurückhaben wolle. "Ich stelle fest, dass in der AfD die Teile stärker werden, die von einem Gedankengut getragen sind, das definitiv nie zur CDU gehört hat", so die CDU-Spitzenpolitikerin der Zeitung. "Das ist nichts, was in der CDU Platz hätte und worum man kämpfen müsste. Diejenigen, die etwa das Vertrauen in staatliche Institutionen verloren haben, können wir zurückgewinnen."

Für sie besteht kein Zusammenhang zwischen der Flüchtlings- und Asylpolitik der letzten großen Koalition und dem Einzug der AfD in den Bundestag. Dies habe längerfristige Gründe gehabt, zumal die AfD "eine lange Vorlaufzeit" gehabt habe. "Im Kern ist sie gegen den Euro gegründet worden. Mit der Flüchtlingskrise ist dann ein Beschleuniger entstanden. Plötzlich hat sich gezeigt, dass vieles in unserem Asylsystem nicht funktioniert – es hat aber auch vorher schon nicht funktioniert, nur da stand es nicht jedem vor Augen, weil die Zahlen relativ klein waren."

Für die künftige Migrationspolitik fordert die Generalsekretärin eine Verschärfung: "Wir sollten in Deutschland generell für minderjährige Flüchtlinge zu einer medizinischen Altersfeststellung im Zweifelsfall kommen. Es wird gerade an Methoden gearbeitet, bei denen das ohne Röntgenstrahlung geht, sondern mit Ultraschall. Es dient auch dem Schutz der echten Kinder und Jugendlichen, die in Jugendhilfeeinrichtungen untergebracht sind, wenn sie nicht mit Erwachsenen, die sich nur als Minderjährige ausgeben, zusammenleben." Aber auch Abschiebungen nach Afghanistan sollen ihrer Ansicht nach möglich sein: Wir haben in Afghanistan Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr stationiert, um für Sicherheit zu sorgen. Unsere Volkshochschulen International sind außerdem der größte Bildungsträger dort: Also auch diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern muten wir zu, dass sie in Afghanistan sind. Solange das so ist, habe ich kein Verständnis für Forderungen, abgelehnte Asylbewerber generell dorthin nicht zurückzubringen.

Lesen Sie auch:  Merkels letzter EU-Gipfel - ein Scherbenhaufen als Erbe

"Die Frage ist nur: Kann sich Kramp-Karrenbauer als betont (rechts-)konservative Persönlichkeit an der Spitze gegen den Kurs von Angela Merkel durchsetzen, oder bleibt es bei der bisherigen "Wischi-Waschi-Politik", bei der das Fähnchen eben stets nach dem jeweiligen Wind ausgerichtet wird? Für jene, die von der CDU-Politik der letzten Jahre enttäuscht wurden und sich nun der AfD zuwenden gibt es jedoch ohnehin kaum eine Veranlassung, wieder "schwarz" zu wählen. Da wird auch eine "AKK" nicht viel daran ändern können.

Loading...
Teilen Sie diesen Artikel:

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...