Zukunftshoffnungen: Kurz trifft Putin

Die bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und Russland sind traditionell gut. Bundeskanzler Kurz wird von Präsident Putin herzlich empfangen.

Von Marco Maier

Schon während des Kalten Krieges versuchte die österreichische Politik trotz der Westbindung des Landes auch die Beziehungen zu Moskau möglichst zu pflegen. Auch Sebastian Kurz hatte noch im Jahr 2016 als damaliger Außenminister gefordert, man müsse gegenüber Russland Vertrauen aufbauen anstatt wegen der Krim oder der Ostukraine auf Bestrafungen zu setzen. Diese Linie dürfte Kurz als Bundeskanzler fortführen.

Österreich mag zwar ein kleines und international eher unbedeutendes Land sein, doch mit der Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft im Juli von Bulgarien wird der Stimme Wiens auch wieder mehr Beachtung geschenkt werden. Für den russischen Präsidenten ist es zudem einfacher, freundliche Gesten mit einem kleinen neutralen Land auszutauschen als mit großen NATO-Staaten wie Deutschland oder Frankreich, die ihre eigenen Agenden verfolgen.

Allerdings dürfte die österreichische Bundesregierung trotz der guten Beziehungen – und der oftmals erhobenen Forderungen aus den Reihen der FPÖ nach einer Aufhebung der antirussischen Sanktionen – wohl kaum von der EU-Linie abweichen. So dicke Eier dürfte Bundeskanzler Kurz nicht haben, auch wenn der Koalitionspartner seiner ÖVP ihm dabei den Rücken stärken würde.

Besonders interessant ist der Umstand, dass Kurz' Besuch in Moskau die erste Staatsvisite außerhalb der EU darstellt. Zudem hat beispielsweise Ex-Bundeskanzler Kern keine solche Einladung aus Moskau erhalten, was durchaus Bände spricht. Draußen mögen zwar frostige Temperaturen herrschen, doch auf politischer Ebene könnte Kurz durchaus für Tauwetter zwischen der EU und Russland sorgen. Das macht Hoffnung für die Zukunft.

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