USA: Schul-Schießereien, Waffen und die Gesellschaft

Eben erst gab es wieder eine blutige Schießerei an einer US-Schule. Ist die Waffenlobby Schuld daran, oder vielmehr die verkorkste Gesellschaft?

Von Marco Maier

Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass die Zahl der Schießereien an US-amerikanischen Schulen in den letzten Jahrhunderten und noch mehr in den letzten Jahrzehnten dramatisch gestiegen ist. Ein Umstand, den man nicht verleugnen kann.

Die erste Schießerei an einer US-amerikanischen Schule fand im Jahr 1764 statt. Es war das sogenannte "Enoch Brown school massacre" während des Pontiac-Krieges und der einzige solche Vorfall im 18. Jahrhundert. Im gesamten 19. Jahrhundert waren es dann 28 Schießereien an Schulen, wobei die erste davon im Jahr 1840 stattfand, der Rest dann von 1853 an aufwärts bis 1898.

Wirklich zur Sache ging es dann im 20. Jahrhundert mit insgesamt 226 Schul-Schießereien. Lag die Anzahl dort noch bis in die 1960er-Jahre bei jeweils unter 20 (8 bis 19) pro Jahrzehnt, waren es in den 70ern dann schon 30, in den 80ern dann 39 und un den 90ern schon 62. Wie man sieht, ging es dann ab den 70er-Jahren deutlich bergauf.

Doch im 21. Jahrhundert begann es dann wirklich kritisch zu werden. Inklusive der Schießerei von letztem Mittwoch waren es bis dato 204 solcher Vorfälle. Das heißt: Geht es so weiter, könnten alleine diese ersten 18 Jahre dieses Jahrhunderts mehr solcher Schießereien vorweisen als im gesamten 20. Jahrhundert die Vereinigten Staaten erschütterten. So waren es in der ersten Dekade noch 60 Schul-Schießereien (also zwei weniger als in den 1990er-Jahren), während die zweite Dekade bis heute schon 143 solcher Schießereien mit sich brachte.

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Nun fragt man sich natürlich, ob die vergleichsweise laschen Waffengesetze daran Schuld sind. Immerhin ist es für viele Kinder und Jugendliche ein Leichtes, an Schusswaffen zu gelangen. Doch so einfach ist die Sache nicht. Immerhin gehören Waffen seit der Gründung der Vereinigten Staaten zum alltäglichen Bild des Landes. Und früher wurden gerade in den ländlichen Gebieten auch Waffen zur Schule gebracht, um danach dann zur Jagd zu gehen.

Heute? Heute sehen wir in den Vereinigten Staaten eine total zerrüttete Gesellschaft in der Jugendgangs ihr Unwesen treiben und Kinder und Jugendliche oftmals mit Medikamenten und Drogen vollgepumpt werden. Eine zunehmend psychisch kranke Gesellschaft eben, in der es kein Wunder ist, dass Schießereien stattfinden – egal ob in den Schulen oder auf der Straße. Zu sagen, die recht liberalen Waffengesetze wären Schuld daran, ist zu einseitig. Zur Not greift man eben auf illegal besorgte Waffen zurück, wenn man es wirklich darauf anlegt, andere Menschen zu töten.

Auch wenn es nach einem Spruch der Waffenlobby klingen mag, aber: Nicht Waffen töten Menschen, Menschen töten Menschen. Und wenn in einer – historisch bedingten – Gewalt-verherrlichenden Gesellschaft der Zugang zu Waffen sehr einfach ist und gleichzeitig so viele "Irre" herumlaufen, darf man sich über das Resultat nicht wundern. Massiv verschärfte Waffengesetze wären hierbei nur eine Symptombekämpfung, da das eigentliche, ursächliche Problem eigentlich ein gesellschaftliches ist.

 

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9 Kommentare

  1. Haha! Erste… guten Morgen.

    Gleich nach der Tat hatte eine 16-jährige Schülerin der betroffenen Schule sozialmedienwirksam ein Schild in die Kamera gehalten. Zitat:"I do not want your fucking condolencies, my teachers were shot, I want gun control". Ja, wer will bei sowas widersprechen? Gemeint war natürlich wieder der Herr Trump, der ja Schuld an der Misere und mittlerweile auch verantwortlich für das nun doch bewiesene Ansteigen des Meeresspiegels (SPIEGEL online) Schuld inklusive warmer Februartemperaturen haben soll. Später hat man offenbar herausgefunden, dass das Mädchen gar nicht auf dieser Schule angemeldet ist. Ist doch egal, keine Schülerin der betroffenen Schule war bereit, so ein Schild hochzuhalten, da hat man eben der Situation nachgeholfen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

    Zum Thema: Ich habe selbst in den USA 18 Monate iim Westen verbracht (Studium). Das Problem bzw. die Probleme gehen übrigens zu über 90% von der Unterschicht im Lande  aus, ohne diese unbedingt zu werten. Aber es sind tatsächlich viele, wie bereits im Artikel genannt wird.

    Die Gewalt der oberen Mittelschicht bzw. eigentlich der Oberschicht ist dagegen sehr gering. Das sind die Menschen und das spezielle 20%-Umfeld, dem man in den meisten US-Fernsehserien begegnet. Gut angezogen, gute Schule, gutes Aussehen, College und Universität. Gute Manieren, und diese Leute sind meist zufrieden. Mein Fazit: selbst bei einem verschäften Waffengesetz gäbe es für Amokläufer keine (Null) Probleme, an Waffen zu kommen.

     

  2. wen juckts was die kackmerikaner in ihrem zugeschissenen land so machen

    die weißen christen haben den indianern das land geraubt und halten es nach wie vor besetzt

  3. Die interessanten Artikel sind zwar deaktiviert,,gleichwohl ist das unschädlich, da es letztlich  erkennbar oder versteckt immer um dasselbe Problem geht. Die vorbeschriebenen,logisch schwer nach vollziebaren, Attacken nahmen ihren Anfang Mitte der70er Jahre. Im Jahre 1961 beherrschten die Zionisten und ihre Glaubensbrüder die Vereinigten Staaten bereits als ob sie die absoluten Herrscher dieses Landes wären,die jüdische Tyrranei hat die VereibigtenStaaten auf allenEbenen eingehüllt.Ende der   60 er Jahre wurde auf elitäres Betreiben hin  das anerikanische Immigrationsrecht auf den Kopf gestellt ,statt 90 Prozent Weißer sollen nur noch 90 % Farbige ins Land gelassen werden,kommt uns irgendwie alles sehr bekannt vor. Zu dieser Zeit entwickelte sich die unsägliche Frankfurter Schule in Deutschland deren Urheberschaft zu 100% elitär war.Insoweit fehlt mir der histrische Sachverstand, aber es drängt sich der Verdacht auf, dass eine solche wertevakuumisierende" Philosophie" auch  zum nämlichen Zeitpunkt in den USA entstand,die die intelektuell nicht nachvollziehbaren Attacken  gefördert  hat. Die Elite wäre nicht die Elite,,wenn sie an solchen Ungeheuerlichkeiten nicht beteiligt wäre.

    1. Danke, @Albert, für den Link!

      Wirklich witzig, der Typ der NRA!

      "Nach einer Tragödie wie in Parkland gibt es immer hysterische Stimmen, die Waffen regulieren oder gar verbieten wollen", erklärt NRA-Chef Wayne LaPierre. "Doch unseren Erhebungen zufolge sind nicht Waffen die Hauptursache von Schulmassakern, sondern Schulen." 

      Da hat einer nicht mehr alle Latten am Zaun! Weder die Waffen und schon gar nicht die Schulen sind Schuld daran. Man sollte ihm vielleicht mal einen Link des Artikels von M. Maier zukommen lassen!?

      Allerdings kann ich @Franka nicht uneingeschränkt Recht geben wenn sie meint, vorwiegend von der Unterschicht geht Gewalt aus. Gewalt hat immer auch verschiedenste Gesichter und hat nicht immer nur mit Waffen zu tun. Es ist wohl vor allem die "versteckte, unsichtbare" Gewalt, die von der Oberschicht gegen den Rest ausgeübt wird, die zu der Verrohung in den USA geführt hat. 

      Mangelndes Unrechtsbewußtsein, Propaganda, offene & versteckte Lügen, Hetze, Enteignung, staatl. Willkür, Ausgrenzung, Überheblichkeit (leuchtendes Beispiel: der Clinton-Clan) und vieles, vieles mehr – ausgeübt von der der angeblich so "friedlichen" Oberschicht gegen des Rest des Volkes. Das lässt im "gemeinen Volkskörper" die Galle überkochen!

      Und wir in Deutschland sind auf dem "besten" Wege in solche Zustände. Da kann einem Angst werden!

  4. "Heute sehen wir in den Vereinigten Staaten eine total zerrüttete Gesellschaft, . . . "

    Wegstrecke und Endprodukt  der Freimaurerideologie. Die Fäden zieht der Teufel.

  5. Die Kampagne fuer Waffenkontrolle nahm waehrend der Obamazeit Fahrt auf. Wie das Leben so spielt kam es dann auch zu Zeiten des Obama vermehrt zu allerhand Schiessereien mit Todesfolge. Da waere jetzt die Frage,ob der Ruf nach gun control den diversen Schulmassakern vorausging oder ob die Obamapolitik diese Schiessereien medial unverhaeltnismaessig ausschlachtete? Da faellt die Antwort nicht schwer.

    Die Kampagne fuer die Verschaerfung der Waffengesetze ist in Wahrheit der Ruf nach der Entwaffnung der Weissen Bevoelkerung Amerikas. Ohne diese Entwaffnung steht das social engeenering derzeit still. Die Waffe in der Hand des gesetzestreuen weissen Buergers sorgt naemlich dafuer, dass den Vergewaltigern, Einbrechern, Raeubern und social warriors aller Art als Soldaten des Systems in einem asymetrischen Krieg gegen die angestammte (weisse) Bevoelkerung der Erfolg versagt bleibt.

    Solange der weisse Mann seine Waffe nicht am Tresen abgibt ist die Schoene Neue Welt auf amerikanischem Boden noch nicht zu haben. Darum gilt: die Weissen in Amerika, sie kaempfen auch fuer uns. Lassen diese sich entwaffnen, dann koennen wir hier in Europa restlos einpacken.

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