Präsident Donald J. Trump, rechts, Verteidigungsminister Jim Mattis und Marine Corps Gen. Joe Dunford (Vorsitzender des Generalstabs), links. Bild: US-Verteidigungsministerium

Bislang haben die US-Generäle noch keinen Krieg gewonnen. Das hält sie nicht davon ab, neue Kriege beginnen zu wollen.

Von Marco Maier

Man könnte meinen, die US-Generäle wiesen keine Lernkurve auf. Anders kann man es sich nicht erklären, warum diese Typen die sich schon seit vielen Jahren auf der Verliererstraße befinden, immer noch dazu drängen, neue Kriege vom Zaun zu brechen – egal ob es sich hierbei nun um Nordkorea, den Iran oder auch Russland handelt.

Anstatt die Politik zurechtzuweisen und der Regierung in Washington zu sagen, dass man infolge der imperialen Überdehnung einfach nicht (mehr) in der Lage ist, immer wieder neue Brandherde zu entfachen, unterstützt man weiterhin die Linie des Militärisch-Industriellen-Komplexes. Kanonenfutter treibt man schon genügend auf, Hauptsache die US-Rüstungsindustrie kassiert ordentlich ab.

Erfolge können diese Verlierer-Generäle nämlich bislang faktisch keine vorweisen:

  • Der Irak? Regime-Change gelungen, aber die neue (schiitische) Führung kooperiert lieber mit dem Iran. Dafür hat man mit der Entmachtung Saddam Husseins nicht nur den "Islamischen Staat" aufsteigen lassen, sondern dazu noch dafür gesorgt, dass das Land dem Zerfall preisgegeben wurde.
  • Afghanistan? Seit 2001 befinden sich die US-Truppen (gemeinsam mit jenen anderer NATO-Staaten) dort. Die Taliban (die früher noch von den Amerikanern aufgepäppelt wurden) sind nicht besiegt – im Gegenteil kontrollieren sie heute mehr Gebiete als zuvor.
  • Libyen? Muammar al-Gaddafi ist nun zwar weg, dafür ist das einst prosperierende Land inzwischen völlig zerstört und außer Kontrolle.
  • Syrien? Absolutes Chaos. Hätte Russland nicht korrigierend eingegriffen, wäre das Land heute unter Kontrolle von Islamisten.

Auch in anderen Ländern, wo die Amerikaner militärisch intervenierten, sieht es nicht besser aus. Anstatt Krisengebiete zu befrieden oder infolge von Regime-Changes die Lage dort zu verbessern, gab es nur noch mehr Chaos, Tote und Terrorismus. Und dennoch lautet das Motto der US-Verlierergeneräle "Krieg, Krieg und noch mehr Krieg". Die sind doch nicht mehr ganz richtig im Kopf, oder? Und noch mehr: Wie viele Kriege müssen sie noch verlieren, bis sie endlich kapieren, dass dieser Wahnsinn ein Ende finden muss?