US-Haushalt: 1,2 Billionen Dollar in den Miesen

Obwohl es keine Rezession gab und sogar Rekord-Steuereinnahmen, schaffte es die US-Regierung, im Fiskaljahr 2017 ein Minus von 1,2 Billionen Dollar zu erwirtschaften. Der (beschönigte) Schuldenstand: 20,4 Billionen Dollar.

Von Marco Maier

Als kürzlich der jährliche Finanzbericht der US-Regierung zum Bundeshaushalt erschien, staunte man nicht schlecht. Denn: Trotz der nach offiziellen Zahlen guten wirtschaftlichen Lage des Landes und der Rekord-Steuereinnahmen – also eines eigentlich recht guten Jahres – verkündet also das US-Finanzministerium ein Haushaltsloch von 1,2 Billionen (im Englischen "trillion") Dollar. Das entspricht in etwa der Summe, die ganz Australien in einem Jahr erwirtschaftet.

Da fragt man sich: Was macht die US-Regierung, wenn es wieder einmal ordentlich kracht und die Steuereinnahmen wegbrechen? Was, wenn es wieder zu einer Bankenkrise kommt, oder zu einer Rezession? Will man dann in einem Jahr drei, vier oder gar fünf Billionen Dollar an neuen Schulden anhäufen?

Man muss nur einmal daran denken, dass die US-Bundesregierung auf einem Schuldenberg von insgesamt etwa 20,4 Billionen Dollar sitzt, nachdem es im vorangegangenen Fiskaljahr noch rund 19,3 Billionen waren. Doch dort wurden allerdings schon alle "Assets", wie jeder Panzer, jeder Flugzeugträger, jedes Regierungsgebäude, jeder Quadratmeter Land usw. gegengerechnet. Das heißt: Die Finanzmarktschulden der Vereinigten Staaten von Amerika liegen in Wirklichkeit noch deutlich höher.

Bedenkt man, dass nach den eigenen Berechnungen der US-Regierung bei der Sozialversicherung und Medicare der "gesamte aktuelle Wert der zukünftigen Ausgaben welche die künftigen Einnahmen übersteigen" bei Minus 49 Billionen Dollar liegt, heißt dies: Die Vereinigten sind mit insgesamt 70 Billionen Dollar in den Miesen. Da wirkt Griechenland noch harmlos dagegen.

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