Rettungskräfte nach dem Anschlag in Paris. Bild: Youtube/CNN

Der wahrscheinlich einzige Überlebende Täter der Pariser Anschläge vom November 2015 zeigt im Gerichtssaal, wie sehr er die europäische Justiz verachtet.

Von Michael Steiner

Gestern musste sich der wahrscheinlich einizge überlebende Mittäter der Pariser Anschläge vom November 2015 erneut im Brüsseler Justizpalast verantworten. Doch der französische Staatsbürger mit marokkanischen Wurzeln erkennt die weltliche Justiz nicht an. "Ich habe keine Angst vor euch – ich vertraue auf Allah", so Salah Abdeslam, der sich auch weigerte, vor den Richtern aufzustehen.

Als die Richterin, Marie-France Keutgen, ihn fragte, ob er Salah Abdeslam sei, der am 15. September 1986 in Brüssel geboren wurde, sagte er nur: "Ich möchte keine Fragen beantworten". Stattdessen übte er sich in einem Gegenangriff: "Ich stelle fest, dass die Muslime auf die schlimmste aller Arten beurteilt und behandelt werden: ohne Mitleid, es gibt keine Unschuldsvermutung." Auch sich selbst sieht der Islamist als Opfer und er warnt das Gericht davor, mit einem Urteil nur "die öffentliche Meinung befriedigen zu wollen."

Selbst nun nach fast zwei Jahren in Haft – er wurde im März 2016 festgenommen – übt er sich in Schweigen. Alleine für die Schüsse auf Polizisten vor seiner Festnahme und dem Tragen verbotener Waffen "im terroristischen Kontext" verlangt die belgische Staatsanwaltschaft insgesamt 20 Jahre Haft ein. Doch das ist erst der Anfang. Denn ohne diese erste Anklage kann er nicht wegen der Pariser Anschläge in Frankreich vor Gericht gestellt werden. Damals, als sich unter anderem auch Abdeslams Bruder Brahim in die Luft sprengte, starben 130 Menschen. Abdeslam selbst soll Mietautos und Zimmer für die Terrorkommandos gemietet haben, die dann in der Konzerthalle Bataclan und auf den öffentlichen Plätzen in Paris wüteten.

Loading...

 

Loading...