Schulz: Vom Hoffnungsträger zum Loser

Martin Schulz ist unten durch. Feierte man ihn noch vor der Bundestagswahl als Hoffnungsträger für die angeschlagene SPD, gilt er nun als ihr Grabträger.

Von Marco Maier

Wer erinnert sich noch daran, wie die deutsche Medienlandschaft Martin Schulz nach dessen Übernahme der SPD-Führung von Sigmar Gabriel als Zukunftshoffnung für die damals schon angeschlagene SPD feierte? Zu der Zeit schien es – zumindest für einige Wochen – so, als ob die SPD tatsächlich fast mit der Union gleichziehen könnte. Der massenmediale Schulz-Hype trug wahrscheinlich durchaus ebenfalls dazu, dass dem so war.

Und heute? Ein paar Monate nach der Bundestagswahl, bei der nicht nur die Union von Bundeskanzlerin Angela Merkel von den Wählern abgestraft wurde, sondern auch die Sozialdemokraten von Martin Schulz, bewegt sich die Partei in den Umfragen auf einem solch niedrigen Niveau, dass man sich schon die Frage stellt, wann die sich auf Platz drei befindliche AfD mit der SPD den Platz tauscht und zweitstärkste politische Kraft in Deutschland wird.

In seinem Größenwahn hat der frühere Präsident des EU-Parlaments in den letzten Monaten kaum ein Fettnäpfchen ausgelassen. Nicht nur, dass er mit seinen Phantastereien von den "Vereinigten Staaten von Europa" als EU-Superstaat viele Menschen in Deutschland verprellt hat – auch sein "Keine GroKo-Verhandlungen" direkt nach der Bundestagswahl und nun doch ein Ministeramt einzufordern, sollten Union und SPD tatsächlich nocheinmal zueinander finden, sorgt nicht gerade für positive Reaktionen.

Kein Wunder, dass Schulz im "ARD-Deutschlandtrend" in der (ohnehin etwas fragwürdigen) Liste der beliebtesten Politiker inzwischen auf nur mehr 25 Prozent Zustimmung kommt, während beispielsweise Sigmar Gabriel auf immerhin noch 57 Prozent kommt. Und ebenfalls darf man sich nicht darüber wundern, dass die SPD in sämtlichen Umfragen der letzten Tage immer tiefer sinkt und nun auch im Deutschlandtrend von Infratest dimap nur noch auf 18 Prozent kommt.

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Martin Schulz, der als Technokrat und Eurokrat eigentlich nicht gerade für linke politische Positionen bekannt ist, gilt als die falsche Person an der Spitze der Partei. Mit der Gier nach Macht und Posten kommt man irgendwann nicht mehr weit, das wird auch immer mehr Sozialdemokraten bewusst. Doch Schulz (plus Anhang) scheint in den letzten Jahren infolge seiner politischen Tätigkeiten schon genügend Geld angehäuft zu haben. Da lässt es sich leicht nach dem Motto "und nach mir die Sintflut" agieren. Seine Partei wird dies noch teuer bezahlen.

 

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