Schulden: Global neue Rekordniveaus

Die globale Verschuldung ist seit den 1980er-Jahren geradezu explodiert. Wir befinden uns auf einem Rekordniveau. Dementsprechend tief wird der nächste Fall sein.

Von Marco Maier

Von 1950 an bis Ende der 1970er-Jahre sank das globale Schuldenniveau von Haushalten, Unternehmen und Regierungen zusammen von etwa 70 auf knapp unter 50 Prozent der Weltwirtschaftsleistung ab. Seitdem geht es – mit kurzer Delle nach der Weltfinanzkrise 2008 – wieder steil bergauf. Heute befinden wir uns erneut auf dem 2008er-Niveau von rund 300 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.

In Billionen Dollar (absolute, nicht inflationsbereinigte Zahlen) ausgedrückt: Wurde im Jahr 1980 die Marke von 10 Billionen Dollar, 1990 waren es schon knapp 30 Billionen Dollar, im Jahr 2000 dann schon mehr als 60 Billionen Dollar und im Jahr 2010 dann über 170 Billionen Dollar. Und heute? Im Jahr 2014 wurde die 180-Billionen-Dollar-Marke bereits erreicht, wie die untenstehende Grafik es verdeutlicht. Im Jahr 2017 lag das globale Schuldenvolumen bereits bei 233 Billionen Dollar.

Globale Verschuldung

Doch das gegenwärtige Schuldenniveau ist nur deshalb tragbar, weil die Zinssätze derzeit niedrig sind. Steigen diese wieder an, was zu erwarten ist, wird es vielerorts eng. Insbesondere am Immobilienmarkt, wo ausfallende Hypotheken eine neue Krise anfachen können, aber auch am überhitzten Aktienmarkt (der kürzlich ohnehin eine Korrektur erfuhr) dürfte es dann kritisch werden. Hinzu kommen noch die stark an Volumen zugenommenen Konsumentenkredite, deren Ausfallsrisiko ebenfalls stark steigt.

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Alleine die obige Grafik verdeutlicht eindrücklich, wie tief der vom jetzigen Niveau sein kann, wenn es demnächst tatsächlich zu einer veritablen Finanz- und Wirtschaftskrise kommt. Und diese wird kommen, auch wenn der Selbsterhaltungstrieb des Systems noch so stark sein mag. Die Frage ist nur: Wie groß wird diese Korrektur ausfallen? Und vor allem: Wen wird es besonders stark treffen?

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