China hat kein Interesse daran, sein eigenes System zu exportieren und kritisiert gleichzeitig den Versuch der "Verwestlichung" der Welt durch USA und Konsorten.

Von Marco Maier

Die chinesische Kongressabgeordnete und Diplomatin Fu Ying schrieb in einem Artikel für eine Sonderausgabe der "German Times" für die Münchner Sicherheitskonferenz, dass Peking am sogenannten "Wettbewerb der Systeme" nicht interessiert sei. China habe nicht die Absicht, das politische System des Landes und dessen Ideologie zu exportieren.

Vielmehr seien die Sicherheitsherausforderungen in der heutigen Welt globalisiert und sollten, so Fu, auf globale kooperative Weise angesprochen werden. Sie kritisierte auch, dass die von den Vereinigten Staaten von Amerika geführte westliche Welt versuche, den ganzen Globus zu verwestlichen, indem sie ihre eigenen Werte und Modelle exportiert. Diese Versuche hätten es nicht nur versäumt, alte Probleme anzugehen, sondern auch neue geschaffen, meint sie. China werde sich als Teil der Welt nur in einem friedlichen internationalen Umfeld gut entwickeln. China bekräftige, dass Frieden und Entwicklung weiterhin der Ruf unserer Zeit bleiben, auch wenn die Welt mit wachsenden Unsicherheiten und destabilisierenden Faktoren konfrontiert sei.

So würden die diplomatischen Ziele Chinas die Förderung der Schaffung einer neuen Art von internationalen Beziehungen beinhalten, welche ein größeres Augenmerk auf dauerhaften Frieden, universelle Sicherheit und gemeinsamen Wohlstand lege. Man wolle zur Bildung einer Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft der Menschheit aufrufen. "Dies sind nicht nur unsere Erwartungen für die Zukunft der Welt, sondern auch eine Notwendigkeit für die Entwicklung in unserem Land", schrieb sie.

Doch während China stärker wird, sind Fragen und Sorgen außerhalb Chinas entstanden. Was bedeutet es, wenn China schwört, "näher in den Mittelpunkt zu rücken"? Bedeutet es, dass China bereit ist, die Vereinigten Staaten zu ersetzen und eine "führende Rolle" zu spielen? Wenn China "chinesische Weisheit und einen chinesischen Ansatz" anbietet, ist das gleichbedeutend damit, dass China sein Entwicklungsmodell exportiert? Fu antwortete auf diese Sorgen mit den Worten: "Wir möchten eine Rolle in der Welt spielen und einen noch größeren Beitrag für die Menschheit leisten. Aber es muss im Rahmen unserer Möglichkeiten und im Einklang mit unseren Werten geschehen." Dabei betonte sie, dass Peking den Ländern die eine schnelle Entwicklung anstreben würden und gleichzeitig ihre Unabhängigkeit bewahren wollten lediglich eine neue Option angeboten hätten, doch dies bedeute nicht, "dass Chinas Modell und Ideologie exportiert werden sollen".

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In Bezug auf die Sicherheitsinteressen der Länder gebe es Unterschiede zwischen den Vereinigten Staaten mit ihrem Bündnis und den Ländern, die keinem Bündnis angehören. "Es ist daher wichtig, dass alle Länder zusammenarbeiten, um einige fundamentale gemeinsame Prinzipien festzulegen." Fu sagte, was China befürworte, sei eine Reaktion auf den "Ruf der Zeit". Wenn China und die Vereinigten Staaten, und auch Europa, Russland und andere Länder, damit beginnen können, die Grundprinzipien der Beilegung großer Streits zu untersuchen, werde dies nicht nur dazu beitragen, die allgemeine Stabilität in den Beziehungen zwischen den Großmächten zu erhalten, sondern auch eine Lösung von brennenden regionalen Probleme unterstützen, so Fu.

Es zeigt sich damit deutlich, dass die Volksrepublik China in Zukunft global eine deutlich stärkere Rolle spielen will. Anders als die Amerikaner und die Europäer jedoch ohne politischen Druck auf andere Staaten. In Peking wird der westliche Kulturimperialismus kategorisch abgelehnt.

 

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