Hisbollah gegen Israel: Streit um Öl- und Gasfelder

Der Generalsekretär der Hisbollah warnte Israel davor, Ansprüche auf umstrittene Öl- und Gasfelder vor der südlichen libanesischen Küste zu erheben.

Von Marco Maier

Der seit Januar 2017 andauernde Disput um die Öl- und Gasfelder im Mittelmeer, die sich vor der Küste des Libanons und Israels befinden, beginnt zu eskalieren. Der Generalsekretär der Hisbolla, Sayyed Hassan Nasrallah forderte Israel dazu auf, Ansprüche auf die umstrittenen Öl- und Gasfelder südlich der libanesischen Küste aufzugeben. Er droht damit, die Hisbollah könnte die Ölförderstätten vor der Küste "ausschalten". Und weiter: "Wenn ihr uns behindert, behindern wir euch; wenn ihr auf uns feuert, werden wir das Feuer eröffnen".

Im Januar dieses Jahres kochte die Sache wieder hoch, nachdem der Libanon ankündigte, ein internationales Konsortium von Energieunternehmen würde die Öl- und Gaslagerstätten vor der libanesischen Küste untersuchen und mit der Ausbeutung anfangen. Die israelische Regierung "warnte" daraufhin die "respektablen" Unternehmen davor, daran teilzunehmen, weil dies ein "großer Fehler" sei.

Israels Verteidigungsminister, Avigdor Lieberman, sagte: "Sie kündigen eine Offerte auf das Gasfeld, inklusive Block 9 welches nach jeder Definition unserer ist, an", und die libanesischen Aktionen seien "sehr, sehr herausfordernd und herausfordernd".

Die nachfolgende Karte von Jon Orenero (Medium) verdeutlicht die Gebietsdispute:

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Öl- und Gasfelder Israel Libanon Zypern

Erst vor wenigen Tagen hielt Libanons Präsident Michel Aoun eine Zeremonie mit den Ölkonzernen Eni (Italien), Total (Frankreich) und Novatek (Russland) ab. Geplant ist es demnach, bereits ab 2019 mit Erkundungsbohrungen zu beginnen – ungeachtet der israelischen Ansprüche. Während der Unterzeichnungszeremonie für die Verträge sagte der libanesische Energieminister, Cesar Abi Khalil, dass es keinen Grund dafür gebe, "dass sie den Prozess nicht beschleunigen" und gleich schon mit den Probebohrungen beginnen würden.

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Während die libanesische Armee zwar demonstrativ die Verteidigung der umstrittenen Gewässer verspricht, ist auch klar, dass lediglich die Schiitenmiliz Hisbollah tatsächlich auch Taten folgen lassen würde, sollte Israel in den umstrittenen Gewässern tatsächlich Bohrplattformen aufstellen lassen. Doch dann wäre der – wenngleich derzeit auch ruhende – Kriegszustand zwischen den beiden Ländern wieder voll aktiv.

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