Plenarsaal des Bundestags. Bild: Flickr / Roland Moriz CC BY 2.0
Plenarsaal des Bundestags. Bild: Flickr / Roland Moriz CC BY 2.0

GroKo-Theater: Opposition profitiert

In den Umfragen geht es für Union und SPD immer weiter runter, AfD, Linke & Co profitieren. Der schleichende Niedergang der "Volksparteien" setzt sich fort.

Von Marco Maier

Es ist schwer zu sagen, ob die in den Medien veröffentlichten Umfrageergebnisse tatsächlich die aktuelle Stimmungslage einigermaßen abbilden, oder ob diese vor allem dazu genutzt werden, Druck auf die Politik auszuüben. Vor allem jedoch könte dies nur eine demoskopische Druckmaßnahme sein, um Union und SPD in einer neuen "GroKo" zusammenzuschweißen, damit keine Neuwahlen kommen. Aber: Die momentan publizierten Daten sprechen doch auch Bände.

Denn: Die Union rauscht sukzessive unter die Marke von 30 Prozent, die SPD bewegt sich sogar schleichend auf die 15 Prozent zu. Im Gegenzug gewinnen vor allem die Oppositionsparteien hinzu. So schiebt sich die AfD beispielsweise langsam in Richtung der 20-Prozent-Marke und setzt (so die jüngste INSA-Umfrage) an, die SPD zu überholen und zweitstärkste Partei zu werden. Grüne und Linke profitieren hierbei ebenso wie die FDP vom Niedergang der Pseudo-"Volksparteien".

Zu glauben, dass es mit der Bildung einer neuen (massiv zusammengeschrumpften) "GroKo" für CDU, CSU und SPD besser wird, darf bezweifelt werden. Denn die sozialdemokratisierte Union hat in den Augen vieler Menschen ohnehin schon massiv Glaubwürdigkeit eingebüßt und der SPD traut man (nicht nur) seit Schulzens Nachwahl-Schlingerkurs (siehe auch Schröders marktliberaler "Reformen") vielerorts sowieso nicht mehr über den politischen Weg.

Die "Traditionsparteien" der alten Bundesrepublik gehen ihrem schleichenden Niedergang entgegen. Neue Parteien und Bewegungen werden für die Menschen immer interessanter. Selbst im sonst politisch noch konservativen Deutschland. Dort halten eigentlich nur noch die Wähler über 60 Union und SPD oben. Die jüngeren Wähler sind da flexibler.