US-Verteidigungsminister James Mattis - Bild: Flickr /Jim Mattis CC BY 2.0
US-Verteidigungsminister James Mattis - Bild: Flickr /Jim Mattis CC BY 2.0

Giftgas in Syrien: US-Regierung gibt zu, keine Beweise zu haben

US-Verteidigungsminister James Mattis gab zu, dass die USA keine Beweise für den Einsatz von Sarin durch Assad-Truppen in Syrien haben. Beim "Deutschlandfunk" wurde der Bericht klammheimlich wieder gelöscht.

Von Marco Maier

Kürzlich gab US-Verteidigungsminister James Mattis zu, dass die Vereinigten Staaten "keine Beweise" dafür haben, dass die syrische Regierung das verbotene Nervengift Sarin in den Jahren 2013 (Ghouta) und 2017 (Khan Sheikhun) einsetzte. Das hielt Washington allerdings nicht davon ab, daraufhin Angriffe auf syrische Einrichtungen durchzuführen – zuletzt auch mit Tomahawk-Raketen auf einen syrischen Militärflugplatz.

So sagte der US-Spitzenpolitiker: "Ich habe keine Beweise". Und weiter: "Was ich sage ist, dass andere Gruppen auf dem Boden – NGOs, Kämpfer auf dem Boden – sagten, dass Sarin benutzt wurde, deshalb suchen wir nach Beweisen". Das heißt jedoch nichts Anderes als: Man hat die legitime syrische Regierung und deren Streitkräfte rein nur auf Anschuldigungen von zumeist höchst zweifelhaften Quellen (wie z.B. den ominösen "Weißhelmen", die der al-Kaida nahe stehen) attackiert. Ein Umstand, den sowohl Damaskus als auch Moskau massivst kritisierten.

Das Interessante daran ist: In der deutschsprachigen Medienlandschaft waren es unter den größeren Medien lediglich der Deutschlandfunk und SputnikNews, die darüber berichteten. Wobei der DLF-Artikel inzwischen – siehe Screenshot unten, einfach via Google suchen – nicht mehr aufrufbar ist. Offenbar gab es hierbei eine Intervention von oben – also aus der Bundesregierung – zur Löschung des Beitrags. Dafür jedoch kamen in den transatlantisch orientierten Medien in den letzten Tagen weitere Vorwürfe gegenüber der syrischen Regierung, neue Chemiewaffen zu produzieren.

Google-Screenshot Mattis Syrien Assad Giftgas

Wie üblich berufen sich die Massenmedien hierbei auf zwielichtige Gruppen oder sogar wissentlich auf die Angaben von islamistischen Terrormilizen, sofern die Anschuldigungen auch ins eigene Weltbild passen. Ziel ist es nämlich, die Desinformation der Öffentlichkeit in den westlichen Ländern weiterzutreiben.