Die Popularitätswerte von Frankreichs Präsidenten, Emmanuel Macron, rauschen in den Keller. Grund dafür ist seine wirtschaftsliberale "Reformpolitik".

Von Marco Maier

Von den internationalen Medien und dem politischen Establishment Europas wurde Emmanuel Macron als Hoffnungsträger hochstilisiert und gefeiert. Auch heute noch gibt es quer durch die Bank überwiegend positive Wortmeldungen für den französischen Präsidenten, obwohl desser europapolitischen Vorstellungen insbesondere die stärkeren EU-Länder massiv schwächen würden.

In seinem Land selbst jedoch bricht der Rückhalt weg. Dabei wurde der als "sozialliberal" bezeichnete Ex-Sozialistenpolitiker schon im zweiten Wahlgang von vielen Franzosen nur mit Bauchschmerzen gewählt, weil sie FN-Politikerin Marine Le Pen nicht als Staatschefin haben wollten. Nun vermeldet das Meinungsforschungsinstitut Ifop für die Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche", dass nur 44 Prozent der Befragten mit Macron zufrieden sind, was gegenüber dem Dezember ein Rückgang von acht Prozentpunkten entspricht. Ganze 55 Prozent der Befragten gaben an, mit Macron unzufrieden zu sein.

So zeigt sich in der Umfrage deutlich die Enttäuschung der Menschen, da der Präsident seine Versprechen nicht umsetzen konnte. Auch die mit dem Jahreswechsel in Kraft getretenen Steuer- und Abgabenreformen änderten nichts daran, dass die Franzosen mehrheitlich nicht mehr Geld zur Verfügung haben.

Der studierte Philosoph und frühere Rothschild-Investmentbanker sorgte schon in seiner Zeit als Wirtschaftsminister unter dem sozialistischen Premier Manuel Valls innerhalb seiner Partei und deren Anhängerschaft für Proteste, da er eine unternehmensfreundlichere und wirtschaftsliberalere Politik umsetzen wollte. Kein Wunder also, dass er den republikanischen Bürgermeister von Le Havre, Edouard Philippe, als Premierminister ins Boot holte, der eigentlich aus dem linken Lager kam. Heute soll er die Liberalisierungspolitik Macrons umsetzen.

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