DIHK: Größte Sorge am Arbeitsmarkt sind fehlende Fachkräfte

Vom Arbeitsmarkt gab es zuletzt allmonatlich Positiv-Nachrichten: Die Zahl der Beschäftigten nimmt weiter zu. Inzwischen ist der Fachkräftemangel angeblich für immer mehr Unternehmen das größte Problem.

Von Redaktion

Fachkräftemangel wird zunehmend zur Bremse für Wachstum und Beschäftigung in Deutschland, obwohl ja angeblich mit den ganzen "Flüchtlingen" unzählige von ihnen gekommen sein sollen. "Die Fachkräfteknappheit ist mittlerweile die mit Abstand größte Sorge der Betriebe in Deutschland", sagte Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

"Sechs von zehn Unternehmen sehen im Fachkräftemangel ein Risiko für ihre Geschäftsentwicklung. 2010 waren es noch 16 Prozent." Dies geht aus einer DIHK-Umfrage hervor, die dem RND vorliegt. Dass viele Fachkräfte für die Unternehmen jedoch nicht (mehr) in Frage kommen, weil sie angeblich "zu alt und zu teuer" seien, wird hierbei geflissentlich ignoriert. „Die Beschäftigung in Deutschland wächst auch in diesem Jahr weiter kräftig“, so Schweitzer weiter.

"Der DIHK rechnet damit, dass die Unternehmen 2018 rund 600.000 zusätzliche Stellen schaffen." Der Beschäftigungsaufbau gehe damit in sein dreizehntes Jahr. Laut Umfrage hätten die Einstellungspläne der Unternehmen branchenübergreifend neue Rekordstände erreicht. Bei Unternehmens- und Gesundheitsdienstleistern sind für dieses Jahr jeweils 150.000 neue Stellen geplant. Handel, Verkehr und Gastgewerbe wollen 110.000 neue Jobs schaffen, die Industrie 80.000. In Baugewerbe geht man von 40.000 zusätzlichen Stellen aus.

DIHK-Präsident Schweitzer sagte, Personalgewinnung und Personalbindung würden sich zunehmend schwieriger gestalten. "Der Arbeitsmarkt ist in einigen Bereichen weitgehend leergefegt – etwa in der Energie- und Automatisierungstechnik oder auch im Gastgewerbe und in der Altenpflege", sagte er. "Besonders betroffen ist der Mittelstand. Kleinen und mittleren Unternehmen fällt es häufig schwerer, potenzielle Bewerber auf sich aufmerksam zu machen."

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Ein einfaches Rezept zur Lösung gebe es jedoch nicht, wenngleich zum Beispiel eine faire Bezahlung die Attraktivität diverser Berufe massiv erhöhen würde. "Es ist ein Gesamtpaket nötig. Der Koalitionsvertrag sendet erfreuliche Signale – etwa mit Blick auf die Modernisierung der Berufsschulen, bedarfsgerechtere Kinderbetreuung und Ganztagsschulangebote", so der DIHK-Chef weiter. Ein wichtiger Baustein seien weitere Erleichterungen bei der Fachkräftezuwanderung sowie mehr Transparenz über diese Regelungen sowie gezielte Werbung im Ausland: "Auch hier deutet der Koalitionsvertrag richtige Schritte an, bleibt allerdings vage."

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