Deutschland: 150 „Gefährder“ im Gefängnis

Laut Angaben des Bundeskriminalamts sitzen insgesamt rund 150 islamistische "Gefährder" in deutschen Gefängnissen ein. Es wird jedoch erwartet, dass in den nächsten Jahren noch viel mehr davon verhaftet werden.

Von Michael Steiner

Wie die "Welt" unter Berufung auf das Bundeskriminalamt berichtet, sitzen derzeit rund 150 islamistische "Gefährder" in bundesdeutschen Gefängnissen ein. Demnach befinden sich die als besonders gefährlich eingestuften Islamisten derzeit entweder in Untersuchungshaft oder verbüßen eine Haftstrafe. Hinzu kommen laut BKA noch mehrere "relevante Personen". Gemeint sind damit Islamisten, die als Sympathisanten oder Unterstützer gelten.

Hessens christdemokratische Justizministerin, Eva Kühne-Hörmann, rechnet laut der Zeitung damit, dass man "mit einer Welle von Extremisten in unseren Justizvollzugsanstalten rechnen" müsse. Sie verwies auf Hunderte Ermittlungsverfahren gegen Dschihadisten, die bundesweit aktuell geführt werden. "Das stellt unsere Deradikalisierungs- und Präventionsarbeit vor große Herausforderungen."

Zwar seien die hessischen Gefängnisse in der Lage, mit einer größeren Anzahl an aus Syrien zurückkehrenden IS-Terroristen umzugehen, so die Politikerin, allerdings würden viele dieser Dschihadisten auch irgendwann wieder auf freien Fuß kommen. "Wenn wir die Haftzeit nicht nutzen, um mit entsprechenden Deradikalisierungsmaßnahmen einzuwirken, dann laufen wir Gefahr, perspektivlose und radikale Islamisten in die deutsche Gesellschaft zu entlassen."

Nicht zu vergessen: Gerade die Haftanstalten gelten als wichtige Rekrutierungsstelle für Islamisten, zumal sich in diesen nicht wenige muslimische Insassen befinden, welche für die radikale Ideologie empfänglich sind. Das macht die Sache nicht gerade einfacher. Immerhin werden so neue islamistische Zellen gebildet, von denen eine enorme Gefahr für die deutsche Gesellschaft ausgeht.

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