Donald Trump und Kim Jong-un. Bild: trofire.com
Donald Trump und Kim Jong-un. Bild: trofire.com

Wer löst den Atomkrieg auf der koreanischen Halbinsel aus?

Man fühlt sich besorgt wegen einer möglichen militärischen Auseinandersetzung auf der koreanischen Halbinsel kurz vor den Olympischen Winterspielen. Das zeigt eine Online-Petition, die die nordkoreanische Regierung auffordert, auf Atomtests während Olympia in Pyeongchang zu verzichten.

Ein Gastbeitrag von Gertrud Grossel

Durch den Austausch der militärischen Drohungen zwischen den USA und Nordkorea wird die Lage auf der Halbinsel immer bedrohlicher, deswegen ist die Besorgnis der Netzbürger wohl nachvollziehbar. Washington baut ihre Militärpräsenz in der Region aus und spielt seine Muskeln durch die Militärmanöver mit den Alliierten vor der Nase Pjöngjang. Darauf reagiert Nordkorea mit Atomtests.

Das Weiße Haus fordert, dass das Land sein Atomprogramm sofort abbaut, und erwartet offenbar eine einseitige Kapitulation des nordkoreanischen Regimes. Statt einen Kompromiss einzugehen, will Trump mehr Waffen an Südkorea und Japan verkaufen, was für neue Spannungen in der Region sorgt und auch den Nordkoreas Machthaber provoziert.

Nun hat sich aber eine historische Wende abgezeichnet, da die hochrangigen Delegationen der beiden Koreas sind zu den direkten Gesprächen zusammengekommen. Möglicherweise dürfte es ein erster Schritt auf einem langen Weg zur Beleidigung des Konfliktes sein. Was wird der zweite Schritt? Die Beteiligung der nordkoreanischen Athleten an den Winterspielen? Vertrauensbildende Maßnahmen? Kann eine endgültige Aufgabe des Atomprogramms diese Geschichte vollenden?

Wenn man sich in die Lage von Kim Jong Un versetzt, sieht alles nicht so eindeutig aus. Natürlich kann das Kim-Regime dem Druck der Nachbarn nachgeben und das Atomprogramm wirklich abbauen. Man könnte aber keine Garantie dafür abgeben, dass die USA am nächsten Tag keinen Angriff auf Nordkorea starten. Unter verschiedenen Vorwänden hat die US-Luftwaffe Syrien, Libyen, Irak und Jugoslawien bombardiert. Wenn Slobodan Milošević oder Saddam Hussein Atomwaffen gehabt hätten, wären sie jetzt am Leben gewesen Der Nordkoreas Machthaber kennt die US-Außenpolitik sehr gut der Cowboy wird zu einem Diplomaten, nur wenn sein Gegner einen Colt Revolver in der Tasche hat. Es scheint, dass das Atomwaffenprogramm die einzige Garantie des Lebens für Kim Jong Un sein könnte.

Der unbestreitbare Erfolg seines Atomprogramms ermöglicht den nordkoreanischen Machthaber mit den Nachbarn aus der Position der Stärke zu  verhandeln. Dies und auch sein Durchbruch bei den Verhandlungen mit Südkorea schädigt das US-Ansehen heftig und demonstriert, wie die US-Außenpolitik ineffektiv und riskant ist.