Syrien: Türkei fliegt erste Luftangriffe auf Kurden

Die türkische Luftwaffe hat damit begonnen, kurdische Verbände in der Gegend um Afrin in Nordwest-Syrien zu bombardieren. Damit soll der Einmarsch am Boden vorbereitet werden.

Von Marco Maier

Mit der "Operation Olivenzweig", wie die Militärkampagne der türkischen Streitkräfte gegen Einheiten der kurdischen Milizen in Nordsyrien genannt wird, will Ankara den Einmarsch von Bodentruppen im südlichen Nachbarland vorbereiten. Ziel ist es, die "Volksschutzeinheiten" (YPG) zu zerschlagen, da diese als syrisch-kurdische Ableger der türkisch-kurdischen Terrororganisation PKK gelten.

Bereits im Vorfeld wurde das von kurdischen Milizen kontrollierte Gebiet an der Grenze zur Türkei von jenseits der Grenze aus mit Artillerie beschossen. Dabei gab es auf syrisch-kurdischer Seite offiziell einige Verletzte, als zwei Krankenhäuser getroffen worden seien.

Besonders heftige Kritik am türkischen Vorgehen kommt aus Washington, zumal die Amerikaner die Kurden für den Kampf gegen die Regierungstruppen instrumentalisieren wollen. Dafür gibt es auch Waffen und Ausrüstung. In der Türkei selbst sieht man dies als Bewaffnung terroristischer Kräfte an und auch wenn man mit der Assad-Regierung kein gutes Verhältnis hat, so will man keine hochgerüsteten kurdischen Milizen direkt im Grenzgebiet haben, die dann zusammen mit jenen in der Türkei gemeinsam Angriffe auf die türkischen Sicherheitskräfte verüben.

Russland, welches in der Region um Afrin selbst Militärpersonal stationiert hat, kündigte gestern bereits an, man werde die eigenen Leute in Sicherheit bringen. "Das Kommando der russischen Truppen in Syrien hat Maßnahmen zur Sicherheit der russischen Soldaten eingeleitet, die sich im Bezirk Afrin aufhalten, in dem die türkischen Streitkräfte einen ‚Sondereinsatz‘ gegen kurdische Einheiten gestartet haben", so das russische Außenministerium in einer Aussendung. Moskau selbst rief alle Konfliktparteien dazu auf, sich zurückzuhalten. Die territoriale Integrität des Landes müsse erhalten werden.

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