Syrien: Spannungen zwischen Türkei und NATO wachsen

Ankara will eine massive Bodeninvasion in Nordsyrien durchführen, um dort gegen kurdische Milizen vorzugehen. Doch diese werden von den USA und der NATO unterstützt. Die Spannungen wachsen.

Von Marco Maier

Von den USA und der NATO unterstützte kurdische Milizen halten derzeit die syrische Stadt Afrin nahe der Grenze zur Türkei. Inzwischen wird davon gesprochen, dass dort umfangreiche Truppenverbände aufgebaut werden – wohl um einen von den USA, der NATO und Israel unterstützten Kurdenstaat zu etablieren, der auf Kosten des syrischen Staates aufgebaut werden soll und so auch über kurz oder lang entsprechende Auswirkungen auf die Kurdengebiete in der Türkei, im Irak und im Iran haben würde.

Ankara wird dies jedoch nicht tolerieren und unterstützt hierbei die Position von Damaskus und Moskau – wenngleich auch aus anderen Motiven heraus. Denn für die türkische Staatsführung wird dort eine "terroristische Enklave" aufgebaut, von der aus die kurdischen Milizen der "Volksschutzeinheiten" (YPG), die als Schwesterorganisation der terroristischen separatistischen Kurdenorganisation PKK in der Türkei gilt, auch Angriffe auf türkisches Territorium führen werden.

Aus diesem Grund will die Türkei eine massive Bodeninvasion in Nordsyrien, also in den dortigen Kurdengebieten, durchführen und so die Etablierung einer starken kurdischen Streitmacht verhindern. So berichteten bereits die regionalen Ausleger von "Al Jazeera" und "Al Masdar News", dass ein großer türkischer Militärkonvoi in Nordwestsyrien eindrang und sich dabei sporadisch Feuergefechte mit kurdischen Kräften lieferte. Auch die türkische Luftwaffe sei bereits mobilisiert worden um den Vormarsch der türkischen Truppen zu unterstützen.

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Offiziell betont das US-Militär zwar, man würde die kurdischen Einheiten in Afrin nicht unterstützen, doch zwischen dem was offiziell verlautbart wird und was die Amerikaner tatsächlich machen, liegen Welten. Das war immer schon so. Der Sprecher der US-Koalition, Oberst Dillon, sagte den türkischen Medien: "Wir operieren nicht in Afrin. Wir helfen unseren Partnern in der Bekämpfung von verbliebenen IS-Nestern im mittleren Euphrat-Tal, spezifisch in den Gebieten nördlich von Abu Kamal, auf der östlichen Seite des Euphrats."

Allerdings kündigte Dillon bereits am Sonntag an, dass die US-Koalition eine 30.000 Mann starke neue Grenzschutztruppe mit den kurdisch dominierten "Syrischen Verteidigungskräften" (SDF) aufbauen möchten. Da stellt sich die Frage, wie dies damit zusammenpasst, dass man die kurdischen Milizen in Afrin nicht unterstütze? Offenbar übt man sich seitens des Pentagons gegenüber Ankara einfach nur in Beschwichtigungsmaßnahmen, während man gleichzeitig die Kurden bewaffnet und ausbildet. Die Region soll ja auch nicht zur Ruhe kommen.

Berat Conkar, ein Parlamentsabgeordneter der türkischen Regierungspartei AKP und Vorsitzender der türkischen Delegation in der UN-Generalversammlung, sagte gegenüber "Sputnik", dass sich die Türkei gemeinsam mit Russland und dem Iran gegen die US-Initiative zur faktischen Spaltung Syriens stellen werden, da dies rechtswidrig sei. "Zuvor haben uns Vertreter der amerikanischen Seite als Antwort auf unsere Kritik gegen die Kooperation der USA mit kurdischen Einheiten geantwortet, dass diese Zusammenarbeit zeitlich befristet sei – entsprungen aus der Notwendigkeit, den Daesh zu bekämpfen", erklärt der Abgeordnete. Die aktuellen US-Aktivitäten würden aber eindeutig zeigen, dass sich die Amerikaner dauerhaft auf eine Zusammenarbeit mit den "terroristischen Elementen der YPG einlassen" würden, deren Tätigkeit eine "unmittelbare Gefahr für die Sicherheit der Türkei darstellt", so der türkische Politiker weiter.

Es wird immer deutlicher, dass gerade die Syrien- und Kurdenfrage zu einem endgültigen Bruch der Türkei mit der US-geführten NATO führen könnte. Denn im Gegensatz zu den anderen NATO-Ländern erkennt die Türkei nämlich, dass das westliche Militärbündnis nur dazu dient, die US-Interessen durchzudrücken. Jene der sogenannten "Alliierten" (die jedoch im Endeffekt mehr einfach nur Vasallen sind) spielen hierbei kaum eine Rolle. Wie es Ankara derzeit auch im Falle der Kurden in Syrien zu spüren bekommt.

 

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14 Kommentare

  1. tja, das will ich mal sehen wie der den amis in die suppe spuckt.mit bodentruppen , das kann er schaffen, aber sobald er seine luftwaffe braucht wirds eng. denn alle seine flieger sind amiflugzeuge, und ich wette, daß die amis da ne sperre in der funktionalität eingebaut haben, wenn die türken mucken.die werden aus dem irankrieg gelernt haben, als sie gegen eigene flugzeuge fliegen mußten. ( die iraker, als stellvertreter)

    denn wir zum beispiel, müssen jeden flug mit nem eurofighter bei den amis anmelden, weil es ihre flugsteuersoftware ist, die das ding stabil inna luft hält, das ist ja inzwischen schon bekannt.und wer mir erzählen will, daß die da keine notbremse eingebaut haben,muß da gewichtige beweise vorlegen um mich von dieser meinung abzubringen.

    1. Die Freund/ Feind Erkennung hat ASELSAN selber umgerüstet.

      Israel war auch als Freund definiert worden, dass hat den Türken gar nicht geschmeckt.

      Daher wollen sie den Türken keine F35 verkaufen, obwohl 20% der Teile (alles was aus Carbon Fasern und ein bisschen Elektronik) aus der Türkei kommt.

    1. Der US-Besatzer besitzt die Codes zur Freund- Feind- Erkennung.

      Es würde mich gewaltig wundern, wenn das bei den an die Türkei gelieferten Kampfflugzeugen nicht der Fall wäre.

      Die Russen dürften im übrigen nach dem gleichen Prinzip verfahren, allein aus Sicherheitsgründen.  

  2. @ Marco Maier

    Denn im Gegensatz zu den anderen NATO-Ländern erkennt die Türkei nämlich, dass das westliche Militärbündnis nur dazu dient, die US-Interessen durchzudrücken

    ——-

    Lieber Marco Maier,

    inzwischen dürfte doch auch Ihnen geläufig sein, dass es nicht um 'US-Interessen', sondern um Israel Interessen in Zusammenhang mit dem perfiden 'Oded Yinon' Plan' geht.

    Gucikst Du hier 

    Großisrael: Der zionistische Plan für den Nahen Osten – Der infame „Oded Yinon Plan“. Einführung von Michel Chossudovsky

    Das Israel von Theodor Herzl (1904) und von Rabbi Fischmann (1948)

    In seinen „Vollständigen Tagebüchern“, Band II, S. 711, sagt der Gründer des Zionismus, dass das Gebiet des Jüdischen Staates sich erstrecke: „Vom Bach Ägyptens bis zum Euphrat.“

    Rabbi Fischmann, Mitglied der Jüdischen Agentur für Palästina, erklärte in seiner Bekundung vor dem UN-Untersuchungssonderkomitee am 9. Juli 1947: Das Gelobte Lad erstreckt sich vom Bach Ägyptens bis zum Euphrat, es schließt Teile von Syrien und dem Libanon ein.“

    Großisrael würde eine Reihe von Vasallenstaaten schaffen. Es würde Teile des Libanons, von Jordanien, Syrien, dem Sinai, sowohl als auch Teile des Iraks und Saudi Arabiens einschließen. 

    http://www.palaestina-portal.eu/Shahak/Shahak_Israel_Gro%C3%9Fisrael_Der_zionistische_Plan_fuer_den_Nahen_Osten.html

      1. @ Marco Maier

        Nun, wenn das hier auf dem Blog unter den Kommentatoren Allgemeingut ist, dann sollte man das auch in den Artikeln, die sich mit Syrien, dem Irak, der Türkei, dem Libanon, Ägypten, ja sogar mit dem Iran beschäftigen auch entsprechene berücksichtigen.

        Denn nur dann bekommt die gewollte De-Stabilisierung des Nahen Ostens einen Sinn und mit ihm der entsprechenden politische Hintergrund.

        Die Streitkräfte der USA kämpfen seit dem WK II praktisch nur noch für die Interessen Israels und des gewaltigen 'militärisch-industriellen Komplexes', der wiederum von der Wall Street und seinen Hauptakteuren kontrolliert und gesteuert wird. 

        Ken O'Keefe – US Military Fights 4 Israel – Iran not the Threat! (Part 2)

        https://www.youtube.com/watch?time_continue=1&v=g-ZyHIhPmw0

      2. Nun ja, wer die US-Politik kennt, weiß, dass diese sehr eng mit Israel verbunden ist. Das Land wird ja faktisch schon als weiterer Bundesstaat behandelt…

        ——

        Nun, das Hintergrundwissen, dass die Redaktion offensichtlich hat, geht der Mehrheit der Kommentatoren und der Leserschaft vermutlich ab.

        Im übrigen würde ich in Zusammenhang mit Israel nicht von  einem weiteren US-Bundesstaat sprechen; die heutigen USA sind wohl eher . dank AIPAC, ADL, American Jewish Committee u.a. einflussreicher Lobby & Pressure Groups,  so etwas wie der Wurmfortsatz Israels.

  3. Ziel ist es, dass die Gegend im nahen Osten so sehr destabilisiert wird, dass noch mehr Flüchtlinge generiert werden. Somit soll der Islam (der nicht nach Europa gehört) nach Europa kommen und zu Spannungen mit der hiesigen Bevölkerung führen.

    Zusammengefasst:

    1. Großisrael Gründen

    2. EU bzw. Europa vernichten, in dem der Türsteher Türkei ins Chaos gestürzt wird

    3. Seidenstraße blockieren, damit man aus USA statt China oder Russland einkauft (muss)

    Den Ausspruch "Fuck the EU" habe ich nicht vergessen!

     

    Schönen Abend noch! 

     

     

    1. Nachtrag;

      Im übrigen schließt der Oded Yinon Plan -zwecks Verwirklichung Groß Israels– auch Teile der zentralen Türkei mit ein!

      Genau aus diesem Grunde ist man auch dabei, die Türkei zu de-stabilisieren!

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