Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London. Bild: © Sputnik/ Alex Mcnoton

Julian Assange, der australische WikiLeaks-Gründer, ist seit 2012 in der Botschaft von Ecuador in London, wo er Asyl bekam. Ob er weiterhin dort bleiben kann oder die Botschaft verlassen muss, wird offensichtlich gerade diskutiert. Quito sucht nach Möglichkeiten Assange los zu werden.

Von Viribus Unitis

Geflüchtet war Assange in die ecuadorianische Botschaft, weil Schweden seine Auslieferung wegen einer mutmaßlichen Vergewaltigung wollte. Vermutet wurde, dass dieser Vergewaltigungsvorwurf nur ein Vorwand war, um Assange nach Schweden zu bringen, um ihn von dort aus an die USA auszuliefern. Denn dort wird ihm Spionage vorgeworfen, in Zusammenhang mit der Veröffentlichung von 500.000 geheimen Militärdokumenten. Der Vergewaltigungsvorwurf gegen Assange aus Schweden wurde – seltsamerweise – zwischenzeitlich fallen gelassen.

Nun verdichten sich die Anzeichen, dass Ecuador nach einer Möglichkeit sucht, um Assange über einen Drittstaat oder eine Drittperson sicheres Geleit aus der Botschaft zu geben und ihm so – ohne Auslieferung an die USA – eine sichere Passage zu ermöglichen.

Ecuadors Außenministerin Maria Fernanda Espinosa teilte im linksgerichteten südamerikanischen Fernsehsender teleSUR mit, Ecuador suche nach einer Möglichkeit dieses sichere Geleit zu organisieren, wobei als Grund angegeben wurde, die Wohnverhältnisse für Assange in der Botschaft seien “unhaltbar”.

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Auslöser dafür war – so meinen manche – Assanges Kritik an Ecuadors Präsident Lenìn Moreno. Assange hatte in sozialen Medien Morales für seine Verbündeten kritisiert und für seine Unterstützung der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung.

Moreno hatte daraufhin Assange mitgeteilt, er solle die Siutuation in der er sich befindet beachten und sich nicht in internationale Beziehungen einmischen – also Länder zu kritisieren, die zu Equador freundlich sind und keine kontroversiellen und aufrührerischen politischen Statements abgeben.

Statt einzulenken gab Assange noch mehr Gas. In einem Tweet an Moreno teilte er – in Bezug auf Katalanien – mit “If President Moreno wants to gag my reporting of human rights abuses in Spain he should say so explicitly–together with the legal basis. “

Nun sucht Ecuador nach einer Lösung für Assange, was sich schwierig gestaltet, weil natürlich eventuelle Kooperationspartner sehr genau mit bekommen haben, dass Assange jene Hand beißt die ihn füttert. Keine gute Voraussetzung um eine Lösung zu finden.

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