Mogherini: Migranten sollen aus Libyen in deren Heimat zurückgeführt werden

Aus den Lagern in Libyen sollen in den nächsten Wochen tausende Migranten in ihre Heimatländer zurückgeführt werden, so EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini.

Von Michael Steiner

Zehntausende illegale Migranten befinden sich derzeit in diversen Lagern in Libyen. Sie wollen eigentlich weiter nach Europa, was sich jedoch zunehmend schwierig gestaltet, da auch Teile der libyschen Küstenwache dafür sorgen, dass die Migranten-Boote in den libyschen Gewässern abgefangen werden.

Wurden im Jahr 2016 noch lediglich 3.000 solcher Migranten in ihre Heimat zurückgeführt, waren es im vergangenen Jahr bereits rund 20.000. In diesem Jahr sollen es jedoch deutlich mehr werden. "Aufgrund einer neuen Partnerschaft mit der Afrikanischen Union und den Vereinten Nationen rechnen wir damit, bis Ende des kommenden Monats 10.000 Menschen zu evakuieren", sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini der "Welt".

Allerdings gestalte sich die Rückführungsarbeit schwierig. "Wir arbeiten in einem schwierigen und komplexen Umfeld in Libyen. Unsere Partner haben es mit einer Reihe von Engpässen zu tun, wozu etwa der Zugang zu den Lagern, aber auch die Identifizierung von Migranten und die Ausgabe der notwendigen Dokumente aus ihren Heimatländern gehören", so Mogherini weiter. Deshalb müsse die Zusammenarbeit zwischen den Vereinten Nationen der Afrikanischen und der Europäischen Union verbessert werden.

Ziel ist es dabei offenbar auch, den Migranten klar zu machen, dass der Weg der illegalen Migration nach Europa keine Zukunft mehr hat. Die EU-Außenbeauftragte sagte: "Wir haben uns bereit erklärt, 100 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung zu stellen, um die Arbeit von IOM und dem UN-Flüchtlingshilfswerk zu finanzieren. Dazu gehören auch die Rückführung mit Flugzeugen und Reintegrationsprogramme." Auch wenn gerade diese Organisationen immer wieder darauf drängen, möglichst viele Afrikaner in Europa anzusiedeln, scheinen sie infolge des politischen und finanziellen Drucks aus Europa inzwischen einen anderen Weg eingeschlagen zu haben.

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