Der türkische Präsident wirft den USA und anderen Alliierten vor, Flugzeug- und Lkw-Ladungen voll mit Waffen an kurdische Terrormilizen in Syrien geliefert zu haben.
Von Marco Maier
In einer Rede zu seiner AK-Partei warf der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, den USA und anderen Alliierten vor, die syrisch-kurdische Schwesterorganisation der türkisch-kurdischen Terrorgruppe PKK, YPG, mit umfangreichen Waffenlieferungen zu unterstützen. "Nun, neben 5.000 Trucks, gibt es noch Waffen und Munition von rund 2.000 Flugzeugen", so Erdogan.
Zudem beschuldigte er die Alliierten der Türkei, unehrlich zu sein, wenn sie sagen, dass sie keine Waffen an Terroristen liefern würden. Denn die kurdische YPG-Miliz ist für die Türkei eine Terrororganisation. Dass von der Türkei aus zuvor jedoch auch jahrelang Waffen und Ausrüstung an diverse islamistische Milizen in Syrien flossen, die nicht nur gegen die Regierungstruppen von Präsident Baschar al-Assad kämpften, sondern auch gegen die Kurden im Norden, spielt für ihn hierbei offenbar keine Rolle.
Der türkische Außenminister, Mevlüt Cavasoglu, sagte erst am Sonntag dazu: "Jeder der sich gegen die türkische Operation in der nordsyrischen Afrin-Region stellt, stellt sich auf die Seite der Terroristen und wird entsprechend behandelt." Dabei betonte er, dass er darauf hoffe, Frankreich werde die die Operation der Türkei gegen Terroristen in Syrien unterstützen. Denn Frankreich war es auch, welches angesichts der türkischen Invasion in Nordsyrien zu einer Notfallsitzung des UN-Sicherheitsrats aufrief.
Es zeigt sich, dass die Lage in Syrien weiterhin angespannt und kompliziert bleibt. Vor allem auch deshalb, weil man dem türkischen Präsidenten nun vorwirft, ethnische Säuberungen in Afrin durchführen zu wollen:
Pres Erdogan: Yesterday air strikes, today ground operation began on Afrin. 55% of Afrin is Arabs, %35 of Kurds who came there later on.. The whole point it to give Afrin back to real owners. We are going to send Syrians in Turkey back to their country as soon as possible. #live pic.twitter.com/gPR5HFOEh6
— Ahval (@ahval_en) January 21, 2018




