Wie die großen Übertragungsnetzbetreiber prognostizieren, wird die Versorgungssicherheit Deutschlands mit Strom bald nicht mehr gegeben sein.

Von Michael Steiner

Im schlimmsten Fall, so die Prognosen der vier größten Übertragungsnetzbetreiber Deutschlands, ist die deutsche Elektrizitätswirtschaft bereits in zwei Jahren nicht mehr in der Lage, Extremsituationen im Stromnetz aus eigener Kraft zu bewältigen. Das zeigt der "Bericht der deutschen Übertragungsnetzbetreiber zur Leistungsbilanz 2016-2020", über den die "Welt" berichtet.

Das heißt: Bereits im Januar 2020 könnten die deutschen Kraftwerke – Dank der sogenannten "Energiewende" – inklusive der Reserven die Stromversorgung nicht mehr garantieren. Man müsste dann zwingend Strom importieren. Wobei sich auch die Frage stellt, ob man dann aus dem Ausland genügend Strom zukaufen kann.

Während am Tag der Jahreshöchstlast 2017 abzüglich aller ausgefallenen Kraftwerke noch vier Gigawatt "verbleibende Leistung" im deutschen Stromnetz vorhanden war, erwarten die Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW, dass dieser Wert in den kommenden Jahren stetig fällt und im Januar 2020 erstmals negativ wird. "Die Prognose der verbleibenden Leistung ist für den kommenden Winter mit Berücksichtigung der Reservekraftwerke zunächst noch positiv (3,5 Gigawatt im Dezember 2017), nimmt aber stetig ab und weist für Januar 2020 erstmals eine negative verbleibende Leistung von -0,5 Gigawatt auf", heißt es wörtlich in der aktuellen Leistungsbilanz. Ohne Einbeziehung der Reservekraftwerke würde der Wert Anfang 2020 sogar auf minus 8,3 Gigawatt sinken.

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