Chinas Außenminister Wang Yi. Bild: CIIC

China arbeitet in Sachen Afrikapolitik und der ökonnomischen Zusammenarbeit mit den afrikanischen Länndern nach drei Grundprinzipien, die sich teils fundamental von jenen des Westens unterscheiden.

Von Marco Maier

Chinas Außenminister, Wang Yi, befand sich die letzten Tage auf einer Afrika-Reise. In Angola, während eines Besuchs bei seinem dortigen Amtskollegen Manuel Domingos Augusto, erklärte er vor der Presse die drei Prinzipien der finanziellen und wirtschaftlichen Hilfe für die afrikanischen Länder. Diese lauten:

"Erstens entspricht die Unterstützung der Nachfrage der eigenen Entwicklung von Afrika. In der Anfangsstufe der wirtschaftlichen Entwicklung und Industrialisierung braucht jedes Land enorme Kapitalmittel. Afrika ist hier auch keine Ausnahme. Gemäß den Wünschen der afrikanischen Länder hat China innerhalb seiner Kräfte finanzielle Hilfe gewährt. Dies spielt eine wichtige Rolle für die sozioökonomische Entwicklung der afrikanischen Länder und findet bei allen Ländern einen starken Anklang", so der chinesische Außenminister.

Zweitens hat Chinas finanzielle Hilfe keine politische Vorbedingung. Wang Yi betonte, wie viele afrikanische Länder habe China auch bittere Erlebnisse erlitten, insofern, dass es von westlichen Mächten wirtschaftlich manipuliert, ausgebeutet und unterdrückt worden sei: "So wird China sowohl hinsichtlich der Kooperation als auch bei der Hilfe an Afrika keine Handlungsweise der westlichen Länder betreiben, geschweige denn den eigenen Willen den afrikanischen Ländern aufzwingen. China wird nach wie vor Afrika respektieren und unterstützen, was bevorzugt auf der Gerechtigkeit basiert und gleichzeitig auch den gegenseitigen Nutzen berücksichtigt."

Drittens: das Festhalten am Prinzip des gemeinsamen Nutzens. Die chinesisch-afrikanische Kooperation sei eine Süd-Süd-Kooperation, deren wichtige Besonderheit darin liege, einander gleichberechtigt zu behandeln und einen gemeinsamen Nutzen anzustreben. Nur dann könne eine nachhaltige, gemeinsame Entwicklung verwirklicht werden.

Die Volksrepublik China wolle weiterhin den Kurs der nachhaltigen Entwicklung einschlagen und eine vielfältige ökonomische Entwicklung realisiseren, so Wang Yi weiter. Vor allem jedoch wolle Peking darauf hinarbeiten, dass sich die afrikanischen Volkswirtschaften auch selbstständig entwickeln können - ohne weiterhin auf ausländische Kapitalgeber angewiesen zu sein, wie es derzeit immer noch der Fall ist.