Chinesische Volksbefreiungsarmee. Bild: Youtube

Die US-Regierung bezeichnet China als "strategischen Konkurrenten". In Peking sieht man das anders. Man wolle lieber auf Kooperation setzen.

Von Marco Maier

"China ist ein strategischer Konkurrent, der eine aggressive Wirtschaftspolitik zur Einschüchterung seiner Nachbarn betreibt und in immer größeren Umfang militärisch im Südchinesischen Meer auftritt," heißt es in dem öffentlich zugänglichen Papier der 2018 US National Defense Strategy, die am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde. Darin werden China und auch Russland als Feindstaaten aufgeführt, gegen die man sich wappnen müsse.

In Peking selbst weist man die Anschuldigungen Washingtons vehement zurück. So sagte der Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums, Oberst Ren Guoqiang, dass der US-Bericht ein bedrohliches Chinabild zeichne, voller falscher Behauptungen über angebliches Konkurrenzverhalten stecke, und nach dem National Security Strategy Report vom Dezember 2017 ein weiteres Mal Zeugnis von einer Mentalität des Kalten Krieges ablegen würde.

"China folgt entschlossen dem Pfad der friedlichen Entwicklung und betreibt eine defensive nationale Verteidigungspolitik," sagte Ren und fügte hinzu, dass China weder Expansionspolitik betreibe, noch die Schaffung einer Einflusssphäre anstrebe. "China hat immer den Weltfrieden aufgebaut und wird dies auch weiterhin tun. China hat immer beigetragen zur Entwicklung der Welt und zum Schutz der Weltordnung," sagte er. "Anders als den Ländern, die nach weltweiter Vorherrschaft streben, kann China nicht der Stempel des Machtstrebens aufgedrückt werden."

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Und weiter: "Chinas friedlicher Aufbau von notwendigen Verteidigungseinrichtungen im Südchinesischen Meer erfolgt im Rahmen seiner Souveränitätsrechte, und dennoch behagt einigen Ländern die gegenwärtige friedliche Entwicklung der Region nicht, weshalb sie den Teufel einer angeblichen chinesischen Bedrohung an die Wand malen." Ren sieht vor allem in der agressiven US-Politik einen Grund für die Militarisierung der Region. Immerhin entsenden die Amerikaner immer wieder Kriegsschiffe direkt in die von China beanspruchten Gewässer und dringen dabei auch in die Zwölf-Meilen-Zone vor chinesischen Inseln ein. Ein Umstand, der immer wieder zu diplomatischen Schlagabtäuschen führt.

Frieden und Fortschritt liegen im Trend der Zeit und wir hoffen aufrichtig, dass die USA ihrer Mentalität aus Zeiten des Kalten Krieges abschwört und stattdessen den Haupttendenzen der Gegenwart folgt," sagte Ren. "Wir rufen die amerikanische Armee dazu auf, die chinesischen Verteidigungsanstrengungen rational und objektiv zu betrachten und den wichtigen Konsens, den die Spitzenpolitiker beider Ländern erzielt haben, mit Leben zu erfüllen und ein stabilisierender Faktor in den chinesisch-amerikanischen Beziehungen zu werden."

 

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