Australien: Zwiespältiges Verhältnis zu Russland und China

In der australischen Regierung ist man sich nicht ganz einig, doch in Sachen Russland und China scheint man doch eher auf bessere Beziehungen zu setzen.

Von Marco Maier

Eben erst teilte der stellvertretende australische Premierminister Barnaby Joyce mit, dass er die Einschätzung der US-amerikanischen "Nationalen Verteidigungsstrategie" (NDS) für 2018 teile, wonach China und Russland eine große Bedrohung für die Vereinigten Staaten darstellen würden. Marise Payne, die australische Verteidigungsministerin, teilte kürzlich mit, dass ihr Land die Lage ähnlich einschätze.

Allerdings versuchte sich Außenministerin Julie Bishop in einer Beruhigung der Gemüter. So betonte die Politikerin, dass kein anderes Land für Australien eine militärische Bedrohung darstellen würde. In Richtung USA sagte sie gegenüber Sky News: "Klar, wir haben eine unterschiedliche Perspektive zu Russland und China. Wir sehen nicht, dass Russland oder China eine militärische Bedrohung für Australien darstellen".

Weiters betonte sie, dass man fortfahre, "eng mit China zusammenzuarbeiten". Zudem würde man mit China genauso gemeinsame militärische Übungen abhalten "wie mit anderen Ländern in der Region", und dies werde man auch fortführen. Damit wird auch deutlich, dass sich Canberra nicht wirklich als Anhängsel Washingtons in der Region sieht, sondern auf eine eigene politische Linie setzt.

Premierminister Malcolm Turnbull unterstützte Bishop daraufhin und sagte, dass bis auf Nordkorea "kein anderes Land in der Region ist, welches irgendwelche feindlichen Absichten gegen Australien" habe. Allerdings müsse jedes Land auch in die Zukunft planen und man müsse auch die Selbstverteidigungsfähigkeiten aufbauen, um für die nächsten zehn oder zwanzig Jahre gerüstet zu sein.

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Aus geopolitischer aber auch aus wirtschaftspolitischer Sicht ist es für Australien besser, sich mit China einigermaßen gut zu stellen. Immerhin ist die Volksrepublik ein wichtiger Faktor im asiatisch-pazifischen Raum und auch der Handel zwischen beiden Ländern ist umfangreich. Zwar hält man am Bündnis mit den USA und mit Japan fest, doch wirklich verprellen möchte man die Chinesen nicht. Zu wichtig sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern, als dass man sie einfach so leichtfertig aufs Spiel setzen würde.

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