Migrationskrise. Bild: Flickr / Metropolico.org CC BY-SA 2.0
Migrationskrise. Bild: Flickr / Metropolico.org CC BY-SA 2.0

Asylverfahren: Bearbeitungsdauer wächst dramatisch

Im Schnitt hat sich die Bearbeitungsdauer von Asylanträgen in Deutschland in den letzten zwei Jahren mehr als verdoppelt.

Von Michael Steiner

Noch im Jahr 2015 dauerte ein Asylverfahren im Schnitt 5,2 Monate, wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge mitteilt. Im Jahr 2016 stieg die Bearbeitungszeit schon auf durchschnittlich 7,1 Monate an und beträgt inzwischen sogar schon 10,7 Monate. Das ist mehr als die doppelte Zeit als noch vor zwei Jahren.

Als Ursache für die immer länger andauernde Bearbeitungszeit wird laut der "Neuen Osnabrücker Zeitung" die große Anzahl an Asylverfahren infolge des Bearbeitungsrückstaus und die höhere Anzahl an "komplexen Fällen" geltend gemacht. Insbesondere Fälle die Recherchen wegen fehlender Papiere und medizinische Gutachten erforderten, hätten dazu geführt.

Überdurchschnittlich lange warteten zuletzt beispielsweise Menschen aus Nigeria (14,4 Monate) und Somalia (13,6 Monate). Dagegen entschied das BAMF Anträge von Asylbewerbern aus (Bürger-)Kriegsländern, die gute Chancen auf Asyl haben, zeitweise mit Priorität. Dadurch lag die Wartezeit für Menschen aus Syrien zuletzt bei 7,0 Monaten, aus Eritrea bei 8,3 Monate und dem Irak bei 9,1 Monaten. Neue Asylverfahren – also Anträge, die im Jahr 2017 gestellt wurden – dauern im Schnitt zwei Monate.

Allerdings wächst die Anzahl der Fälle, wonach Familienangehörige von minderjährigen Asylbewerbern zu ihren Kindern bzw. Geschwistern ziehen konnten. Lag die Anzahl dieser Visa im gesamten letzten Jahr noch bei rund 3.200, so waren es in den ersten drei Quartalen dieses Jahres laut der "Heilbronner Stimme" bereits etwa 5.800. Der Großteil davon sind Syrer und Iraker.