Forderungen aus der Politik nach verpflichtenden Alterstests für junge Asylbewerber stoßen bei den Kinder- und Jugendärzten auf massiven Widerstand.

Von Michael Steiner

Aus mehreren Gründen sträuben sich die deutschen Ärzte gegen verpflichtende medizinische Alterstests für junge Asylbewerber, wie sie von einigen Politikern verlangt werden. Nun meldet sich auch der Verband der Kinder- und Jugendärzte (BVKL) diesbezüglich zu Wort, nachdem bereits vor zwei Tagen der Präsident der Bundesärztekammer massive Bedenken hinsichtlich einer verpflichtenden Altersuntersuchung für diese Personengruppe äußerte.

Thomas Fischbach, der BVKL-Präsident, sagte zur "Neuen Osnabrücker Zeitung" nun dazu: "Ein solches Vorgehen ist medizinisch schwierig und organisatorisch kaum zu bewältigen." Denn einerseits gebe es einen entwicklungsabhängigen Korridor von plus/minus zwei Jahren und in Grenzfällen müsse man neben einer radiologischen Diagnostik auch eine entwicklungspsychologische Einschätzung durchführen, bei der man unter Umständen auch einen Dolmetscher heranziehen müsse.

Allerdings wandte Fischbach auch ein, dass die Ärzte schon jetzt überlastet seien und die niedergelassenen Ärzte schon froh seien, "wenn wir unsere regulären Patienten versorgt bekommen". Deshalb wollten die Ärzte "nicht noch weitere Aufgaben in staatlicher Verantwortung übernehmen müssen, die außerhalb unserer Zuständigkeit liegen." Das heißt: Dafür müsste der Bund eigens Ärzte anstellen, die sich nur um solche Alterstests kümmern.

 

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