Katalonien: Separatisten erhalten weiterhin Unterstützung

Bei der vorgezogenen Regionalwahl in Katalonien erhielten die Separatisten erneut mehr als die Hälfte der Sitze. Die Zukunft der Region und Spaniens ist weiterhin ungewiss.

Von Marco Maier

Es ist eine herbe Niederlage für die spanische Zentralregierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy: Kataloniens Separatisten gewinnen trotz – oder vielleicht auch gerade wegen – der aufgeheizten Stimmung im Land die absolute Mehrheit der Sitze im Regionalparlament. 68 wären dafür nötig gewesen, 70 wurden es nun.

Es war ein Sieg aller drei separatistischer Parteien zusammen: Sowohl die "Junts per Catalunya (JxCat) als auch die ERC und die CUP erfreuten sich großer Zustimmung. Konservative Wähler, die den Partido Popular von Rajoy abstrafen wollten, liefen zur liberalkonservativen Ciudadanos über und verhalfen der Anti-Separatismus-Partei mit 37 Mandaten zum ersten Platz. Puigdemonts JxCat sicherte sich mit 34 Sitzen Platz zwei.

Doch es bleibt nun weiterhin offen, wie es weitergehen wird. Zwar ist weiterhin klar, dass eine Mehrheit der Katalanen entweder deutlich mehr Autonomie oder gar die staatliche Unabhängigkeit will, doch es ist nicht zu erwarten, dass sich an der Haltung Madrids etwas ändern wird. Die Zukunft Kataloniens und ganz Spaniens bleibt also weiterhin ungewiss.

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16 Kommentare

  1. Dächte man Arges, so könnte man meinen, daß in Spanien auf Teufel komm raus ein Bürgerkrieg vom Zaun gebrochen werden soll – aber dazu müßte man ein Schelm sein…

     

    Wie immer sollte man zwar die Unfähigkeit nicht als Erklärung für den Schlamassel in der Staatskunst ausschließen, aber alles hat diese wohl nicht verbrochen. Und gerade das Beispiel der mißlungenen Unabhängigkeitsabstimmung in Schottland hätte die spanische Regierung dazu bewegen müssen, ähnlich klug auch in Katalonien zu Werke zu gehen. Umfangreiche Propaganda und nämlich das Schauermärchen von der wirtschaftlichen Verelendung und dem Ausschluß aus dem EU-Monster (und zur Not auch ein wenig Wahlfälschung) hätten wohl genügt, um auch in Katalonien die Unabhängigkeitsabstimmung ablehnend ausfallen zu lassen; womit der dortigen Unabhängigkeitsbewegung der Wind aus den Segeln genommen worden wäre. Deren gewaltsame Unterdrückung, besonders das täppische Vorgehen der spanischen Polizei, dürfte deren Feuer nun erst so richtig entfachen und zumindest einen nicht ganz ungefährlichen Schwelbrand erzeugen. Bezeichnenderweise sind hier mal wieder die üblichen finsteren Gestalten am Werk…

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß Euro zerstört werden muß!

     

  2. Man hat irgendwie Sympathie mit jeder Freiheitsbewegung. Aber das Sich-Berufen auf das "Selbstbestimmungsrecht der Völker" ist sehr problematisch, weil es am eigentlichen Problem vorbeigeht. Es wird zur Verlockung für Usurpatoren, die es nach zwei Richtungen instrumentalisieren: Entweder unterdrücken Mehrheiten, die sich für das Volk erklären, die Rechte von Minderheiten oder vertreiben sie; oder Minderheiten schließen sich ab und sprengen die bisherige Gemeinsamkeit, die das nicht hinnehmen will.

    „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ ist ein unsinniger Rechtsbegriff. Nur die einzelnen Menschen können ein Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung haben, die sie wie die anderen Menschenrechte vor Eingriffen der Macht insbesondere schützen sollen. In dem Maße, in dem das Recht auf Selbstbestimmung und Freiheit der einzelnen Menschen gegen die Herrschenden durchgesetzt und realisiert ist, ist auch das Volk frei und „selbstbestimmt“.
    Vgl.:
    https://fassadenkratzer.wordpress.com/2017/11/23/katalonien-z-b-und-die-krux-mit-dem-selbstbestimmungsrecht/

  3. Schon gemerkt?

    Wenn Dietrich von Bern unter Druck gerät – und heute hat der Lügenpeter wieder um Schläge gewinselt – hyperventiliert irgendwo anders “Edward”. Kann zwar Zufall sein, aber die Uhrzeiten lassen Zusammenhänge vermuten. Ich versuche mal, das Unaussprechliche als Gedicht zu verpacken.

    Dietrichs Hirn

    Das Punkte-Hirn von Dietrichs Zellen
    Beginnt oft wie ein Hund zu bellen

    Geht auf Alarm, wie eine Störung
    Tourette kriegt er, anstatt Empörung

    Der Punktemann, der Punkte kann
    Hüpft dann wie im irren Bann

    Zu Sätzen fehlt ihm jede Kraft
    Nur Faseln Dietrichs Hirn noch schafft

  4. Sage voraus, dass CM durch ihr stupides waiting moderation im neuen Jahr dicht machen wird.

    Fahrt zu Hölle, andere schlafen nocht und sind gerade dabei euch zi überholen.

      1. Hahaha, schön. Das hatte der Kapitän auch gesagt: Der Kurs kann nicht verändert werden, das liegt am Schiff. Wie hieß das Schiff noch? Tanik, glaub ich.

        Aber Contra wird nicht untergehen. Vor Ort gibts ja keine Eisberge :–)

  5. Der kastillische Faschist Rajoy schafft die Demokratie in Spanien ab. In Brüssel sind die Funktionäre hochzufrieden. Dieses Modell ließe sich für ganz Europa übertragen. In Griechenland und Portugal pbernahm die Troika die Regierungsarbeit und Verwaltung. In Spanien kastillische Faschisten. Läuft alles nach Plan. Am Ende sollen die Vereinigten Staaten von Europa entstehen.

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