1000-Franken-Scheine. Bild: Wikimedia/Pelig CC BY-SA 3.0
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In den letzten Jahren hat die Schweizerische Nationalbank immer mehr US-Aktien hinzugekauft. Heute haben sie einen Wert von rund 88 Milliarden Dollar. Damit befeuert auch sie die Börsenblasen.

Von Marco Maier

Die Anlagestrategie der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist "interessant". Denn die Zentralbank der Eidgenossenschaft besaß mit Stand September 2017 US-amerikanische Aktien im Wert von insgesamt 87,8 Milliarden US-Dollar. Noch im Juni 2014 waren es insgesamt 27 Milliarden Dollar an solchen Unternehmensanteilen. Zudem entspricht dies einem Plus von 4,2 Prozent oder 3,5 Milliarden Dollar gegenüber dem Juni 2017, wie auch nachfolgende Grafik von ZeroHedge verdeutlicht.

Insgesamt besaß die SNB demnach mit Stand 30. September ausländische Währungen in Höhe von 760 Milliarden Schweizer Franken. Wobei die Ausweitung vor allem darauf zurückzuführen ist, dass die eidgenössischen Zentralbanker den Wechselkurs der eigenen Währung wieder drücken wollen, da sie ihn für überbewertet halten. Dafür wurden eben nicht nur ausländische Staatspapiere, sondern eben auch Aktien gekauft.

Wie die nachfolgende ZeroHedge-Grafik zeigt, hat die SNB auch einige klare Favoriten, was die Aktien der US-Unternehmen betrifft: Apple, Alphabet, Microsoft, Facebook und Amazon gehören zu den Top 5.

Die Aktienkäufe der Zentralbanken (nicht nur der SNB, auch z.B. der Bank of Japan) befeuern allerdings auch die derzeitige Börsenblasen, zumal deren frisch "gedrucktes" Geld direkt in die Aktien- und Anleihenmärkte fließt und so natürlich auch die Kurse beeinflusst.

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4 KOMMENTARE

  1. Eine Aufgabe ihrer Vorherrschaft dürften sich die VSA nicht leisten können

     

    Mögen die nordamerikanischen Wilden auch nicht müde werden zu behaupten, daß ihre Vorherrschaft den dieser unterworfenen Ländern mehr nützt als ihnen selbst, die Wirklichkeit sieht anders aus. Die Volkswirtschaften der unterworfenen Länder befinden sich nämlich weitgehend in der Hand der VS-amerikanischen Banken und Konzerne. Daher ist es wohl nicht übertrieben, wenn man etwa die privatwirtschaftliche Ausbeutung Deutschlands durch diese mit derjenigen Indiens durch die englische Ostindiengesellschaft vergleicht. Japan unterliegt dieser nicht minder und mußte obendrein wertlose VS-amerikanische Staatsanleihen im Umfang von 1,2 Billionen VS-Dollar erwerben und im geringeren Umfang mußten dies auch die anderen Vasallen tun. Verlören nun die VSA ihre Vorherrschaft oder gäben diese auf, so fragt es sich durchaus, ob diese den Wegfall dieser Einnahmen verkraften könnten. Die Kürzung der Rüstungsausgaben hilft dabei nämlich nur sehr bedingt, weil dann die VS-Rüstungsindustrie eingehen würde.

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

  2. Max Keiser: "USA werden den Petro-Dollar mit Krieg zu retten versuchen"
    Derzeit wird bei internationalen Transaktionen beinahe ausschließlich mit der Weltleitwährung US-Dollar bezahlt. Auf diese Weise wird die Machtposition des Dollar, bei Öl-Geschäften auch Petro-Dollar genannt, nicht nur zementiert, jede Zahlung in Dollar stellt obendrein einen indirekten Tribut an das US-Imperium dar.
    Die russische Zentralbank (CBR) hat die Anschaffung von Goldreserven im letzten Jahrzehnt mehr als verdoppelt. 1.250 Tonnen Gold kamen hinzu, um sich von ausländischen Währungen, insbesondere dem US-Dollar, angesichts der Anti-Russland-Politik Washingtons, unabhängig zu machen. Brasilien und Uruguay haben ihren bilateralen Handel von US-Dollar auf ihre Landeswährungen Real und Peso umgestellt, "um alte Mechanismen ökonomischer zu gestalten und die von den USA diktierten Regulationen loszuwerden." (nur im Bildschirmtext ergänzen: Zitat von Carlos Francisco Teixeira da Silva, Professor für Internationale Beziehungen an der Bundesuniversität von Rio de Janeiro.) China wird bereits im Jahr 2017 Ölimporte mit Yuan bezahlen. Die Etablierung eines Petro-Yuan, also eines Gegengewichts zum Petro-Dollar, ist ein Schritt, um die globale Währungsdominanz der Vereinigten Staaten zu brechen. Analysten bezeichnen dies als gewaltigen Schritt auf dem Weg zum Ende der globalen Dollar-Dominanz.
    Der Finanzexperte Max Keiser greift diesen Gedanken in einem Interview mit dem Nachrichtensender RT auf. Er wertet die jüngsten Bemühungen Chinas zwar als sehr mutig, gibt aber zu bedenken, dass ähnliche Versuche verschiedener Staatschefs, der Öl-Dollar-Matrix zu entkommen, bislang immer gescheitert und für die Initiatoren tödlich ausgegangen seien. Keiser erinnert an den irakischen Staatschef Saddam Hussein und ebenso an Libyens Präsidenten Muammar al-Gaddafi. Der Finanzexperte geht davon aus, dass die US-Regierung sogar Krieg führen wird, um den Petro-Dollar zu retten.
    Sehen Sie nun in dem nachfolgenden ca. dreiminütigen Videoclip das Kurzinterview mit Max Keiser  http://www.kla.tv/11388

    • Das ist alles richtig. Nur ist China oder Russland nicht mit Irak, Libyen etc. zu vergleichen. Krieg gegen einen oder gar beide hätte die völlige Auslöschung der USA zur folge. Die Eliten sind zwar gierig und aggressiv aber sie sind keine Irrationalen Selbstmörder. Sie werden es also Zähneknirschend hinnehmen.

  3. Die Finanzblase wird durch die SNB so angesetzt dass sollte der us$ irgendwann mal platzen, sie diese Anteile als Verlust abschreiben. Die Kaufkraft der Schweizer bliebe somit erhalten und die Hypotheken steigen durch einen wegbrechenden Dollar auch nicht ins unermessliche.

    Wäre anders herum ein starker Franken immer noch gegenwärtig, würde ein platzen des Dollars den Hypotheken- resp. den Immobilienmarkt mit explodieren lassen was im Endeffekt einer kräftigen verringerung der heimischen Kaufkraft, heisst der Hochpreisinsel Schweiz bedeuten würde. Beim gegenwärtigen Modell spielt die SNB das (Börsen-) Spiel der Amerikaner mit, ist aber auf ein wegbrechen des Dollars insgeheim doch vorbereitet.

    Das heisst klar ausgedrückt, man liebt sich zwar nicht aber man zeigt ein freundliches Gesicht gegenüber Washington. Soweit wie z.B. der Bundesrat (Leuthard) seinen Arsch gegenüber der VSA resp. der us-amerikanischen Finanzmafia hinhält zeigt wieviel Angst diese Berner Würstchen doch haben.

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