NATO-Türkei: Die Spannungen wachsen

Zwischen der Türkei und der NATO brechen immer tiefere Gräben auf. Der völlige Bruch Ankaras mit dem Westen steht bevor.

Von Marco Maier

Seit einiger Zeit wachsen die Spannungen zwischen der Türkei und den westlichen "Partnern" – insbesondere mit der EU, der NATO und den USA. Gleichzeitig verbesserte sich das Verhältnis Ankaras mit Moskau, Peking und Teheran, also den geopolitischen Gegnern des Westens. Auch der Kauf des russischen Luftabwehrsystems S-400 gehört dazu, woraufhin höchste NATO-Kreise eine Bestrafung der Türkei forderten.

Kürzlich erst betonte Präsident Erdogan aufgrund eines Vorfalls in Norwegen, wonach in einem Feind-Chart das Bild von Republikgründer Kemal Atatürk und darunter Erdogans Name angebracht gewesen sei, dass das nicht gehe. Der Generalstabschef, General Hulusi Akar, sowie der Minister für EU-Beziehungen, Ömer Celik, hätten ihm dies mitgeteilt und dass sie die 40 türkischen Soldaten nun von dort abziehen würden. "Ich sagte ihnen, tut dies unverzüglich. Es kann keine Allianz wie diese geben", so der türkische Präsident dazu.

"Gestern wurdet ihr Zeuge der Frechheit bei den NATO-Übungen in Norwegen. Da waren einige Fehler, die nicht nur durch Fehler von einigen wenigen Leuten begangen werden konten", so Erdogan bei einer im TV übertragenen Rede. Er ergänzte, dass dieser Vorfall "eine Reflektion eines gestörten Standpunkts" zeige, "den wir in der NATO seit einer Weile beobachteten". Und weiter: "Diese Angelegenheit kann nicht mit einer einfachen Entschuldigung wiedergutgemacht werden".

Angesichts der ganzen jüngsten Entwicklungen kann man durchaus davon ausgehen, dass sich die Türkei aus der NATO zurückzieht und den Aufbau einer regionalen Sicherheitsarchitektur vorantreibt. Und anstatt des geplanten Kaufs von hundert F-35 Kampfjets von den Vereinigten Staaten könnten dann sogar russische Jets als Alternative angesehen werden. Doch dann würde die Türkei in den Augen Washingtons wohl direkt zum "Schurkenstaat" avancieren, wo man mithilfe eines Regime Changes wieder "Ordnung" schaffen müsse. Und wenn man dafür auch die kurdische Terrororganisation PKK einspannen müsste.

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21 Kommentare

  1. Die Türkei macht, wozu die Politik in Deutschland zu sehr gekauft und verkommen ist : Ausstieg aus der Kriegs – und Terrororganisation NATO .

  2. Richtig so! Da wird bei einem Natomanöver in Norwegen, ein Eklat verursacht. Wo ich denke, dass jedes Land der Nato-Bündnisses sehr gekränkt wäre. Es kann doch nicht sein, dass man die Zielscheiben mit dem Bild u. Namen vom Staatspräsidenten Erdogan und dem Republikgründer Atatürk vergibt. So etwas darf nicht geschehen und es ist auch kein Kavaliersdelikt. Das gleiche wäre, wenn man Bild u. Namen von George Washington u. Abraham Lincoln oder die Namen u. Bild von Konrad Adenauer u. Willy Brandt verwendet. Das geht so nicht. Es ist beschämend, was sich die NATO sich da geleistet hat. Es müssen Konsequenzen aus diesem Eklat gezogen werden. Mit einer Entschuldigung ist es nicht getan.

    1. "Es ist beschämend, was sich die NATO sich da geleistet hat."

      Wenn es wirklich so war, ist das nicht nur beschämend, sondern auch noch ober-primitiv. Daraus kann man nur folgern, in welch defensiv-verzweifelter Haltung die USraelis sind, dass sie derartige instinkt-niedrige Drecks-Demonstrationen veranstalten müssen.

      1. Herr Akda, was regen Sie sich denn auf?

        Atatürk ist doch von Erdogan mit seiner islamischen Konterrevolution zur Randfigur degradiert worden. Nicht die Nato hat Atatürk "getötet", sondern Erdogan. Die Türken sollten alleine deswegen Erdogan vom Hof jagen!

        Wenn man schon hört, türkische Soldaten in Norwegen! Das graust es einem, da passt nichts zusammen, kulturell, mental und strategisch. Niemand zwingt die Türkei in die EU oder die Nato, sie darf gerne gehen und schwäscht gleichzeitig damit das Angriffsbündnis Nato!

  3. Mag ja sein, dass Erdogan auch nicht sauber ist, aber USrael und die EUDSSR sind um Klassen verkommener.An der Stelle der Türkei würde ich die NATO aus meinem Land hochkrätig rauspfeffern.

    1. … und ich hätte den Doppelagenten schon längst abgeschafft !

      Wo gibt's denn sowas, Meister Tunichtgut paktiert mit dem Feind und wird dafür auch noch gepampert !?

      Aber, wissen wir ja, hier geht unter Zi.ons Führung überhaupt nix mehr mit rechten Dingen zu !

        1. ? Du bist ne Marke ey.

          Nee da war nix hinterhältiges bei. Ich will bloß verstehen. Mir ist nämlich jegliches Feindbild abhanden gekommen. Kein Scherz. Ne ernsthafte Frage.

          1. weiß ich doch, dass Dir einiges abhanden gekommen ist, Du weißt es auch, also : was soll der Quatsch ?

            Gefühlt stehst Du mitten in der grünen Wiese und ich häng in karger Felswand und jetzt willst du mir versichern, die Welt ist soft, ich müsse nur loslassen, dann lande ich Moosweich.

            Kannste dir das mal von jemand anderem ausreden lassen, ich bin nicht dein Gesprächskreis.

  4. Sehr geehrte Damen und Herren, warum veröffentlichen Sie meinen Kommentar nicht??? Gegen die Netiquetten haben ich bestimmt nicht verstossen. Einerseits kritisiert man Erdogan weil er angeblich die freie Meinungsäußerung verbietet. Was ist das Sie da machen, ist das nicht dasselbe, in dem Sie meinen Kommentar nicht veröffentlichen!!! Wie es aussieht, steht Contra Magazin nicht auf Meinungsvielfalt! Sie würden mir eine freude machen, wenn Sie meinen Kommentar veröffentlichen.

     

    MfG

    Hüseyin Akdag

     

  5. Das will ich erst mal sehen, wie sich die Türkei aus der NATO herausmanövriert. Die geografische Lage der Türkei macht das Land zu einem nahezu unverzichtbaren Verbündeten. Das wissen nicht nur die Russen, sondern auch die USraelis. Letztere lassen sich nicht einfach mit ihren NATO-Stützpunkten in der Türkei aus diesem Land vertreiben.

    Jetzt können wir zuschauen, was eine NATO-Besetzung heisst. Die NATO zeichnet sich nicht nur durch ein militärisches Verteidigungsbündnis aus, sondern ist auch – wenn auch nicht niedergeschrieben – ein USrael-Besatzungsinstrument. Einmal NATO – immer NATO, so verstehen das zumindest die USraelis. Wenn Erdogan offiziell aus der NATO aussteigt, manifestiert er damit einen Präzedenzfall und schränkt damit die USraelis markant ein. Da muss ihm Putin entschlossene Schützenhilfe bieten und dahinter gleich China stehen, dass er dieses Machtspiel gewinnen kann. Leider ist Erdogan als unzuverlässiger Partner und hinterhältiger Profiteur nur zu gut bekannt. Ob Putin hierbei seine Machtposition aufs Spiel setzt, wage ich zu bezweifeln.

  6. Weckte der neue Großtürke Erdowahn etwa die hiesigen Parteiengecken unsanft aus ihren Träumen?

     

    „Die Liebe böser Freunde wird zur Furcht, die Furcht zum Haß, und einem oder beiden bringt Haß Gefahren und verdienten Tod.“ Heißt es beim angelsächsischen Mundartdichter Wilhelm Schüttelspeer in dessen Richard II. und so scheint es nun auch dem neuen Großtürken Erdowahn und den hiesigen Parteiengecken zu ergehen. Als liberale Handpuppen der VS-Amerikaner dachten sich diese, daß sie mit Hilfe der türkischen Kolonisten uns Deutsche zur Minderheit im eigenen Land machen und dann über ein buntes Völkergemisch um so sicherer herrschen könnten. Doch müssen sie nun entsetzt feststellen, daß der Erdowahn selbst herrschen will und daß seine türkischem Kolonisten nur ihm ergeben sind und dessen Befehle blindlings ausführen. Es könnte also ein wenig lustig und spannend werden, sollte sich der Streit verschärfen. Immerhin könnte der Erdowahn die Schleusentore öffnen und den deutschen Rumpfstaat erneut mit Scheinflüchtlingen überschwemmen und damit den Parteiengecken die Wahlen verderben…

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

  7. Super, wird ein Deutscher zensiert juckt euch das nicht die Bohne, aber kaum hat einer ein "ü" im Nick, wird um seine Meinungsfreiheit gebittelt und gebettelt !

    … ansonsten frönt man seiner Lieblingsbeschäftigung, sich über das Schlafschaf Michel und die Linksgrünen Gutmenschen auszukotzen !

    Ich bin für die sofortige und endgültige Ausrottung einer gewissen deutschen Supermeise !

  8. Die Vorbereitungen auf einen Austritt laufen sicher nicht erst seit diesem Vorfall auf Hochtouren. Vor allem, wenn man Putin kennt, weiß man, dass S400, Akkuyu und Wiederaufnahme der Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft und Sicherheit niemals ohne entsprechende Gegenleistung möglich wäre. Insbesondere nach dem Abschuss des Kampfjets.

    Werzwischen den Zeilen lesen kann, weiß, was gerade läuft. 

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