Venezuela ist faktisch bankrott, der Schuldendienst eingestellt. Aber das ist noch nicht alles. Auch andere Staaten haben ein hohes Risiko eines Staatsbankrotts.

Von Marco Maier

Es gibt inzwischen mehrere Länder auf der Welt, die infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten, Misswirtschaft, Korruption und anderen Problemen kaum in der Lage sind, ihre Schulden zu bedienen. Venezuela, welches kürzlich erst faktisch den Staatsbankrott anmeldete, ist da kein Einzelfall.

Wie "Bloomberg" notiert, steht es beispielsweise auch um den Libanon, die Ukraine, Ägypten, Pakistan, Bahrain, Argentinien, die Türkei, Südafrika, Brasilien und Russland diesbezüglich nicht gut. Wobei insbesondere Russland immerhin kaum Schulden hat und stattdessen noch auf Finanzreserven zurückgreifen kann. Man kann davon ausgehen, dass die Russen vor allem aus politischen Gründen auf der Liste landeten.

Der Libanon beispielsweise sieht sich derzeit massiven Anfeindungen Saudi-Arabiens gegenüber. Sollte es zu Sanktionen oder gar Krieg kommen, wäre das Land recht schnell zahlungsunfähig. Auch die Ukraine ist ein heißer Kandidat für eine Staatspleite, zumal die korrupte Führung einerseits weiterhin einen sinnlosen Krieg mit den Rebellen im Donbass führt und andererseits auch dafür sorgte, dass die zuvor guten Beziehungen zu Russland inzwischen frostig sind, was zum Beispiel auch die Energiepreise massiv in die Höhe drückte und die Wirtschaft kollabieren ließ.

Ägypten leidet unter politischen und wirtschaftlichen Problemen. Für die stark wachsende Bevölkerung gibt es nicht genügend Jobs und der einstige Selbstversorger in Sachen Weizen ist inzwischen auf Nahrungsmittelimporte angewiesen. Doch trotz der angespannten wirtschaftlichen und finanziellen Lage pulvert die Regierung Ägyptens lieber Unsummen in die Beschaffung neuen Kriegsmaterials.

Allerdings könnte auch Ecuador bald schon ernsthafte Probleme in Sachen Schuldendienst haben. Dennn es gibt ein Neunjahreshoch in Sachen Auslandsschulden im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung die in den nächsten zwölf Monaten bedient werden müssen. Insgesamt 2,5 Milliarden Dollar muss Quito auftreiben, um dieses Finanzloch zu stopfen.

Die Angewohnheit von Regierungen, ihre Staaten zu verschulden, sorgt immer wieder für Probleme. Einerseits müssen die Steuerzahler dafür höhere Steuern abdrücken, um die Zinskosten bezahlen zu können, andererseits führen diese Verschuldungsorgien immer wieder zu Staatspleiten und damit zu wirtschaftlichen Verwerfungen.

15 KOMMENTARE

  1. Nicht die Schuldenhöhe ist entscheidend,

    sondern die Willfährigkeit der Schuldner gegenüber den Politischen Interessen der Internationalen Finanzindustrie . Schulden sind ein politisches Erpressungsinstrument und wenn entscheidungskompetente Menschen eine Schuldenstreichung verlangen, sind sie schnell tot oder werden z.B. durch einen Sexskandal ausgeschaltet .

  2. Und am meisten verschuldet ist die USA - fehlt schon wieder im Bericht…………

    Die arbeitenden Obdachlosen der USADie arbeitenden Obdachlosen der 

    Es handelt sich NICHT um Amerikaner, die aus "selbst verschuldeten" Gründen aus der Gesellschaft in die totale Armut gefallen sind und deshalb auf der Strasse "leben", obwohl es davon sehr viele gibt, sondern HART ARBEITENDE Menschen, die einen Job haben, sogar zwei oder drei, aber sich trotzdem keine feste Wohnung leisten können.

    Was vor einigen Jahren unbekannt war ist jetzt alltäglich geworden, die "working homeless". Diese Menschen "wohnen" in ihren Autos auf der Strasse oder auf einem Parkplatz und gehen von dort zur Arbeit.

    Dabei befinden sich in Silicon Valley die bekanntesten Tech-Konzerne der Welt, wie Apple, Alphabet (Google), Hewlett Packard und Oracle. Die Aktienkurse dieser Firmen steigen und steigen und sie schwimmen in Geld. 

    Aber bei einem minimalen Stundenlohn können sich viele im Dienstleistungssektor keine Miete leisten.

    Die Durchschnittsmiete im Stadtgebiet und der Umgebung von San Jose beträgt sagenhafte 3'500 Dollar pro Monat. 

    Aber 12 Dollar die Stunde bekommen die Angestellten im Gastronomiebereich und 19 Dollar im Gesundheitswesen, was nicht mal die Wohnkosten deckt, berichtet AP.

    Der Bericht zeigt die tragische Geschichte von Ellen Tara James-Penney (54) auf, die an der Universität von San Jose Englisch unterrichtet und dafür 28'000 pro Jahr bekommt, was nicht für eine eigene Wohnung reicht. 

    Dazu kommt noch, sie hat immer noch 143'000 Dollar Schulden aus der Studienzeit, wo sie zwei Uni-Abschlüsse sich erarbeitete. An der Rückzahlung ist sie immer noch dran.

    Das heisst, die Ausbildungskosten an den sehr teuren Universitäten in den USA von über 200'000 Dollar bringt einem NICHT den Job mit dem akademischen Grad und das erhoffte hohe Einkommen, um dann die Schulden zurückzahlen zu können.

    Und das im angeblich "reichsten Land der Welt", wie uns die Hollywood-Propaganda dauernd vorgaukelt. In den amerikanischen TV-Serien und Block-Buster-Filmen gibt es keine Armut.

    Das wird nur indirekt gezeigt, wie in der beliebten Serie "Bing Bang Theory", wo vier hochintelligente junge Akademiker mit Doktortitel in einer WG leben (müssen).

    Weil mittlerweile so viele öffentliche Parkplätze und auch Strassen mit Dauerparkierern belegt sind, die ihre Fahrzeuge als "Wohnung" benutzen, hat die Stadt Palo Alto die Parkzeit auf maximal 72 Stunden eingeschränkt. 

    Die arbeitenden Obdachlosen müssen regelmässig ihre Behausung auf vier Rädern wegfahren und wo anders hinstellen. Die reichen Villenbesitzer, die es ja gibt, die von dem Tech-Boom profitiert haben, wollen sie nicht sehen.

    Wann wird der arbeitenden Bevölkerung in Europa und in Nordamerika endlich klar , sie vegetieren als Sklaven in einem Ausbeutersystem?

    Alles schall und rauch

  3. Bei 'Bloombergs' Auflistung fehlt die 'EU', bei der der europ. Rechnungshof inzwischen scharfe Kritik an der Griechenlandfinanzpolitik dieser 'EU' übt, die beste Chancen hat, als nächstes durch ihre ausufernde Finanzausgaben, nicht nur im Falle Griechenlands, finanziell zu kollabieren. So dürfte diese Mahnung des europ. Rechnungshofs in der Richtung eines Selbsterhaltungstriebs zu sehen sein, denen schon lange bekannt ist, daß sich Beihilfen zu Insolvenzverschleppungen, nicht nur im falle Griechenlands, wie es von dieser 'EU' betrieben wird, noch nie ausgezahlt haben. Die Ausgaben dieser 'EU' dürften inzwischen außer Kontrolle geraten sein, verursacht durch eine Eurokratenbehörde, deren Stärken nur in laufenden Forderungen nach mehr Geld zur Erhöhung des 'EU' Budget von 140 Milliarden Euro auf 280 Milliarden Euro bestehen, ohne zu frangen, woher das eigentlich kommen soll. So neigt sich die Waage der Bilanz von einer linken Seite auf der nichts mehr stimmt zu einer rechten Seite wo nichts mehr übrig ist, durch eine verfehlte Finanzpolitik zur Unterstützung eines verkrachten Bankensystems, hin bis zur Finanzierung von Kriegen wie in der Ukraine, die der deutschen Verschuldung für den Ersten Weltkrieg, u.a. mit dem Stopfen der finanziellen Löcher, wie z.B. des Einspringens für England nach dem Brexit, inzwischen in nichts mehr nachsteht. Die katastrophalen Folgen der Inflation dürften bekannt sein, so daß sich eine Mario Draghi, mit seinen Forderungen nach einer höheren Inflation, beruhigt zurücklehnen kann, da sich diese Inflation zum Selbstläufer, mit einer Kaufkraftaushöhlung des EUROsions-Systems, entwickelt hat.

     

     

  4. Venezuela - in der Zwickmühle von Regime-Change-Versuchen der USA und eigener Politfehler

    Venezuela ist eins der erdölreichsten Staaten der Erde - was läuft schief?

    Um die heutige Situation zu verstehen ist ein Blick auf die Entwicklung der letzten 30 Jahre nötig.

    —————————————————

    Pre-Chavez-Zeit:

    Vor Chavez hatte die USA mit Venezuela das übliche Kolonialisierungs-Spiel betrieben:

    1. Ein korrupter Diktator wird via CIA installiert.

    2. Dieser Diktator gibt ExxonMobil die Konzessionen über die Ölvorkommen. Dabei sind die Verträge so abgefasst, dass das Volk von Venezuela fast leer ausgeht und ExxonMobil das Öl quasi stehlen kann. Der Diktator wird für diesen Landesverrat traditionell feste geschmiert und unterdrückt die Opposition mit dem Geheimdienst. Also das gleiche Spiel, dass die USA früher im Iran und heute im Irak veranstalten.

    3. Der Aufbau der venezuelanischen Binnenwirtschaft wird völlig vernachlässigt. Venezuela wird abhängig von US-Waren. Außenhandelsdefizit und damit steigende Staatsverschuldung bei der Wallstreet sind die Folge. Ruinierung eines Landes via IWF.

    ————————————————

    Die Chavez-Ära:

    Chavez stoppte diesen Kolonialismus, verstaatlichte die Ölanlagen und warf ExxonMobil aus dem Land. Er verbesserte Bildung und bekämpfte wirksam den Analphabetismus. Die Lebensmittelversorgung wurde deutlich verbessert und aus den Ölverkäufen finanziert. Das BIP stieg parallel zum Wohlstand. Chavez kappte den Einfluß des IWFs.

    ———————————————-

    Die wirtschaftspolitischen Fehler Chavezs und Maduros:

    Chavez entscheidender Fehler war es, Venezuela von Öl-Exporten in die USA abhängig zu halten. Dadurch wurde das Land verwundbar durch künstliche Ölpreisabsenkungen durch Maßnahmen, die Saudi-Arabien durchführte sowie durch US-Sanktionen.

    Chavez versäumte es, eigene Industrie aufzubauen.

    Chavez versäumte es, die Landwirtschaft schnellstens zwecks Selbstversorgung auszubauen. Venezuela hat dafür genug Agrarflächen. Venezuela könnte sich komplett mit Lebensmitteln selbst versorgen. Dies würde auch viele Arbeitsplätze schaffen. Statt dessen ist es heute von Lebensmittelimporten abhängig. Dafür braucht es Devisen aus dem Ölverkauf. Dieser geht aber aufgrund von Mißwirtschaft, Sanktionen und CIA-Anschlägen auf die Raffinerie zurück.

    Die Öleinnahmen sanken zwischen 2014 und 2016 von 39,7 Mrd. $ auf 5,29 Mrd. $ herab. Jetzt zeigt sich die fatale Wirkung der Öl-Export-Abhängigkeit von den USA. Der Staat kann seine Lebensmittelimporte nicht mehr bezahlen, das Volk fängt an zu Hungern, die Regierung verliert die Unterstützung der Bevölkerung, der Staatsbankrott droht. Das ist der Anfang vom Ende einer Regierung.

    Maduro versucht jetzt die Regierung mit Polizei und Militär und Entmachtung des Parlaments zu halten, was aber ein verlorenes Spiel ist.

    Die versäumten Investionen in die Selbstversorgung des Landes werden Maduro wahrscheinlich den Kopf kosten.

    ————————————————-

    Die Destabilisierungs-Versuche durch die USA:

    Die USA versuchen diese Probleme auszunutzen, um Maduro zu stürzen und eine von den USA mit hohen Beträgen finanziell unterstützte Opposition an die Macht zu bringen, welche dann wieder ExxonMobil die Konzessionen über die Ölfelder verschafft.

    Zusätzlich verhängte Trump im August 2017 Sanktionen gegen Venezuela, um den Staatsbankrott schneller herbei zu führen. Zusätzlich stuften Fitch und Standart & Poors Venezuela herunter.

    Das Scheitern der Regierung schiebt man dann öffentlich dem "Sozialismus" in die Schuhe, was indifferent und verlogen ist, da die Verhältnisse unter der kapitalistischen Regierung vor Chavez noch bedeutend schlimmer waren.

    Chavez und Maduro hätten von Adolf Hitler lernen können - der schaffte es, in kurzer Zeit das Land trotz -oder gerade wegen- der Sanktionen zum Selbstversorgerstaat umzuorganisieren.

    Fazit: Erfolg und Scheitern eines patriotischen Staatsmannes hängen offensichtlich entscheidend von seiner Organisationsfähigkeit und Umsicht ab. Chavez und Maduro waren diesbezüglich zu untalentiert.

    • Eine gut funktionierende Gesellschaft ist auf ein gemeinsames kulturelles Wollen angewiesen . Das was die europäischen Staaten groß gemacht hat und gerade zerstört wird . Dieses gemeinsame Wollen fehlt in den Staaten Südamerikas, auch in Venezuela.

      Der Chavez brachte eine Umschichtung der Probleme, aber keine Energie für einen grundsätzlichen Neuaufbau Venezuelas . Es wurde ein Sozialsystem eingeführt, das zwar die Basisarmut entschärfte, dieses Sozialsystem - als Teil bessere Ausbildung - hatte aber keine Folgen für eine Verbesserung der Arbeitskultur und der Versorgungskultur .

      Das miserable US food war weiter Standard wie die US-soaps im Fernsehen . Das Staatsfernsehen war sachlich bemüht, konnte aber in der Sehergunst nicht gegen US-Privatfernsehen an . Die Bevölkerung nutzt die Sozialversorgung, setzt aber keine Aktivitäten . Das Ergebnis ist unterschwellige Agression . Man wird oft zur Vorsicht gemahnt und mit dem Einbruch der Dämmerung sind die Strassen leer .

      Das war, als die Gegner von Chavez sagten : Das Problem Chavez wird der Krebs schnell lösen . Inzwischen dürfte sich die Lage in Venezuela weiter verschlechtert haben und Menschen aus Venezuela wandern in das kapitalistische Konkurrenzmodell Kolumbien aus . Sicher nutzen die USA ihre Mittel, Venezuela zu schwächen und einen Umsturz herbeizuführen, mit den reichlichen Erdöleinnahmen hätte die Revolution in Venezuela aber beste Voraussetzungen gehabt, eine substanzielle Besserung umzusetzen, das aber blieb aus .

    • Noch ein paar Infos zur Lebensmittellage in Venezuela:

      Die Journalistin Abby Martin hat in Venezuela die Lage untersucht und festgestellt, dass die angebliche Lebensmittelknappheit in Venezuela eine Propagandalüge der westlichen Medien ist. Wir werden mal wieder beschissen.

      Tatsächlich sei die Lage laut Martin folgende:

      Die Supermärkte sind voll mit Lebensmitteln und die Kinder bekämen in der Schule kostenlos gesunde Mahlzeiten.

      Medizinische Versorgung und Studium sind ebenfalls kostenlos.

      Es gibt jedoch Produkte, die von einer kleinen Gruppe Industrieller in Venezuela hergestellt werden. Und diese Industriellen sind Teil der Opposition, die Maduro stürzen will. Deshalb verknappen sie künstlich ihre Produkte und verkaufen sie fast nur auf dem Schwarzmarkt gegen US-Doller. Dazu müssen die Venezuelanern ihre Bolivar zu einem Wucherkurs, der weit über dem des offiziellen Umtauschkurses liegt tauschen, damit sie diese speziellen Produkte in US-Dollar kaufen können.

      Kurz: Die Industriellen aus der Opposition verknappen künstlich Produkte und schwächen den Kurs des Bolivars dramatisch. Dann geben sie für diese künstliche Inflation der Regierung die Schuld, um die Bevölkerung gegen Maduro aufzuwiegeln.

      Maduros Fehler ist offensichtlich, es versäumt zu haben diese Industrien zu verstaatlichen und damit diese staatsfeindlichen Umtriebe der Oppositionellen zu unterbinden.

      Hier die Reportage von Abby Martin:

      https://www.youtube.com/watch?v=YUYWrPiUeWY

  5. Wird es den VSA gelingen das Ölfass Venezuela erneut zu knechten?

     

    Anno 2014 begannen die VSA - wie immer mit Hilfe ihrer saudischen Lakaien - den Ölpreis zu nach unten drücken und nun könnten sie mit Venezuela die erste Frucht ihres Ölstreiches ernten. Dem Land sind nämlich dadurch ein Großteil seiner Einnahmen weggebrochen und dessen wenig befähigte Regierung tat ein Übriges, um schwere volkswirtschaftliche Verwerfungen hervorzurufen. Diese bilden natürlich den vollkommenen Nährboden für politische Unzufriedenheit und so tritt nun in Venezuela eine starke liberale Opposition gegen die Regierung an. Mittlerweile scheuen sich die VSA nicht einmal mehr, offen für diese Partei zu ergreifen und der venezuelanischen Regierung Vergeltung für deren Unterdrückung anzudrohen. Wir dürfen daher mit einiger Sicherheit annehmen, daß ein Sturz der Regierung zur erneuten Knechtung des Ölfasses Venezuela durch die VSA führen würde. Was für Rußland und Persien ein schlechtes Vorzeichen wäre, da die VSA gegen diese beiden Länder ähnlich am Werke sind…

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

  6. Tja die Venezulaner haben eben über ihre Verhältnisse gelebt.😂😂😂

    Die armen Bänker und Spekulanten. Da verdienen die gerade mal ein paar Millionen im Monat und hab nix als Ärger mit den Hungerleidern. Undankbares Pack.

  7. Gezielte Elite-Produkte mit denen man irgend welche Ziele verfolgt. Wahre Daten werden unerschlagen oder gefärbt, so ähnlich wie Meinungsumfragen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here