Karzai: US-Präsenz ist größtes Problem für Afghanistan

Der ehemalige afghanische Präsident, Hamid Karzai, übt heftige Kritik an den USA und deren "Krieg gegen den Terror", der nur Wut erzeuge. Washington müsse auch mit Moskau, Peking und Teheran zusammenarbeiten.

Von Marco Maier

Das Vorgehen der USA und deren Alliierten in Afghanistan stößt immer wieder auf scharfe Kritik rund um den Globus. Auch der Ex-Präsident des Landes, Hamid Karzai, der lange Zeit als "US-Marionette" bezeichnet wurde, gehört (inzwischen) dazu, zumal die 16 Jahre des "Kriegs gegen den Terror" die Lage im Land absolut nicht verbesserten.

So sagte er gegenüber der "Berliner Zeitung", dass der "Islamische Staat" mittlerweile in Afghanistan Fuß fassen konnte, sei "ein direktes Ergebnis der US-Politik und der Präsenz der USA in Afghanistan". Und weiter: "Dieser Krieg gegen den Terror wird in den Menschen weiterhin Wut erzeugen." Die Amerikaner seien zusammen mit den Pakistanis "die größten Hürden für den innerafghanischen Friedensprozess".

Um den Terrorismus zu bekämpfen, müsse eine internationale Koalition gebildet werden. "Die USA müssen die Zusammenarbeit mit maßgeblichen Mächten wie Russland, China und dem Iran suchen, um erfolgreich zu sein", so Karzai. Denn die US-Präsenz habe nicht zum Erfolg geführt, sondern vielmehr "erreichte die Radikalisierung" infolge der US-Interventionen "ihren Höhepunkt".

Karzai, der das Land von 2001 bis 2014 führte, beschuldigte Washington weiter, dass diese in den letzten Jahren keine Pläne für den staatlichen Aufbau Afganistans verfolgt hätten (was auch unter Präsident Trump nicht anders sein wird, wie dieser erklärte), sondern ein Parallelsystem geschaffen. Die US-Kräfte hätten hierbi die "Prinzipen der Rechtsstaatlichkeit verletzt". Auch hätten sie sich "in Konkurrenz mit den afghanischen Sicherheitskräften" befunden, sowie die Korruption massivst gefördert.

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Und während Washington und das US-Establishment nicht müde werden, sich über eine angebliche russische Einmischung in die amerikanischen Wahlen zu echauffieren, betonte Karzai: "Die USA haben sich in unser Wahlsystem eingemischt und eine Regierung geschaffen, die nicht der afghanischen Verfassung entspricht."

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7 Kommentare

  1. Dabei ist mir relativ unklar, was USrael strategisch mit Afghanistan vorhat. Dass sie nur aus strategischen Gründen dort sind, is mir allerdings  klar

    1. Den Russen und Iranern den Absatz von Gas und Öl respektive Pipelinebau zu vermasseln. China und Indien abschneiden. Mit Kokain ein paar Milliarden verdienen. Such dir eins aus, mir wegen auch alles zusammen. ?

  2. Das größte Problem in Afghanistan sind karzai und ashraf ghani. Die aus amerikanischen und europäischen Steuergelder Terroristen wie Hekmat Art unterstützen und sich die Taschen voll machen. Karzai spielt zurzeit eine Rolle um seine nächste Kandidatur vorzubereiten. Wollen wir nicht vergessen dass karzais Bruder ein großer Drogenbaron ist 

  3. Werden die VSA in Baktrien ihren Rekord in Vietnam brechen?

     

    Streng genommen führen die VSA in Baktrien schon länger Krieg als in Vietnam, wo sie von Anno 1964 bis Anno 1973 gekämpft haben, aber da sie vorher schon mit Ausbildern am Werk waren und sowohl den welschen Kolonialkrieg als auch den Vasallenstaat im Süden Vietnams bezahlt haben, wollen wir einmal nicht so sein und lassen die VSA volle 30 Jahre um Vietnam kämpfen. In Baktriens sind es nun schon 17 Jahre und so wie nunmehr den Donald Trumpf reden hört, so kommen da wohl noch ein paar Jährchen hinzu. Denn aufgeben und Baktrien räumen will dieser ganz und gar nicht und schickt nun sogar frische Truppen, nachdem diese zuvor bedeutend verringert worden sind. Die jüngsten Erfolge der baktrischen Caliban erfordern dies. Was aber die VSA in Baktrien suchen ist noch immer unklar: Rohstoffe? Opium? Kämpfen sie um das Herzland der Weltinsel vom alten englischen Scheißhaus MacKinder? Vielleicht sogar alles zusammen. Die Hilfsvölker wird der Donald wohl auch zur Kasse bitten, darunter uns Deutsche.

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

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