Öltanker vor Maracaibo, Venezuela

Angesichts der Saudi-Blockade um Jemen und dem drohenden Tod von Hunderttausenden, wenn nicht gar Millionen Menschen, erklärten die Houthi-Rebellen, Kriegsschiffe und Öltanker der Saudi-Koalition versenken zu wollen.

Von Marco Maier

Der Vernichtungskrieg von Saudi-Arabien und deren Verbündeten gegen den Jemen – und dort vor allem gegen die schiitischen Houthis, sowie gegen die Zivilbevölkerung – sorgt nun dafür, dass die Rebellen nicht nur die militärische Infrastruktur der Saudis ins Visier nehmen wollen, sondern auch deren wirtschaftlichen Anker: das Erdöl. Auch wenn dies zu dramatischen Auswirkungen auf die Umwelt haben würde, wenn Ölteppiche das Meer bedecken.

Die schiitischen Houthi-Milizen, die sich gegen die zuvor etablierende Diktatur der Saudi-Marionette Mansour Hadi wehren, werden unter anderem vom Iran unterstützt, während die sunnitischen Saudis zusammen mit ihren Verbündeten seit nunmehr zwei Jahren einen blutigen und grausamen Feldzug gegen die Rebellen führen und dabei bewusst auch zivile Einrichtungen (Krankenhäuser, Schulen…), sowie Wohngebiete ins Visier nehmen.

Nach dem Abschuss einer ballistischen Rakete aus dem Houthi-Gebiet auf die Hauptstadt Saudi-Arabiens, Riad, erklärte die dortige Führung die totale Blockade des Jemens. Angesichts dessen, dass das ärmste Land der Arabischen Halbinsel schon bisher unter einem Mangel an Medizin und Lebensmitteln litt, ist dies faktisch das Todesurteil für hunderttausende, wenn nicht gar Millionen Menschen in dem Land, wenn diese "Strafmaßnahme" längere Zeit anhält, wie auch die Vereinten Nationen warnen. Eine ähnliche Hungerblockade gab es auch gegen Deutschland im Ersten Weltkrieg und forderte auch damals unzählige Tote.

UN-Sprecher Stephane Dujarric warnte schon davor, dass die von den Saudis geführte Blockade "einen furchtbaren negativen Effekt auf die Situation" habe, welche "bereits katastrophal" sei. Der Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten, Mark Lowcock, warnte, dass ungeachtet dessen ob Saudi-Arabien die Blockade aufhebt, "es die größte Hungersnot sein wird, welche die Welt für viele Dekaden gesehen hat", und dass diese "Millionen Opfer" fordern werde. Immerhin gelten momentan rund sieben Millionen Jemeniten als hungernd.

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Doch die Houthis wollen sich dies nicht bieten lassen und drohen mit Gegenschlägen: "Kriegsschiffe und Öltanker des Aggressors und seiner Bewegungen werden nicht mehr immun vor dem Feuer der jemenitischen Seestreitkräfte sein, wenn die oberste Führung dies befiehlt", so die Marine des Jemens. General Sharaf Ghalib Luqman sagte, dass die "systematischen Verbrechen der Aggression" und die "Schließung der Häfen" die Houthi-Streitkräfte dazu zwingen, "alle Quellen der Finanzierung" des Aggressors "ins Visier zu nehmen".

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9 KOMMENTARE

  1. Schiffe versenken… !

    Womit? Steinschleudern, Hirtenstäben oder Kameldecken?
    Wer schon mal im Jemen war, dürfte wissen, dass dieses Land auf dem Stand des Frühmittelalters ist.

    Die einzige realistische Lösung für Jeminiten ein Schiff zu versenken bestünde darin, es mit Steinen und Sand voll zu laden bis es sinkt. Steine und Sand gibt es im Jemen satt.

    • Na klar. Und mit Steinen und Kameldecken haben sie bisher auch die hochgerüsteten Saudi-Schlächter zurückgedrängt. Ein klein wenig naiv.

      • Ja, ist mir entgangen, dass der Jemen eine militärisch-maritime Supermacht ist. Vermutlich wie Somalia. Dort sind auch schon Schiffe untergegangen… 🙂

        Übrigens: Ab welcher Größe sind Schiffe Schiffe und keine Boote mehr? 

  2. Mama Merkel wird die hungrigen Facharbeiter für Ziegenzucht und Gewürzhandel aus dem Jemen nach Deutschland winken. Hunger ist auch ein Asylgrund, weil er auf Dauer Leib und Leben bedroht.

    Jetzt, wo Grundgesetzt und Sozialamt-Formulare ins Arabische übersetzt sind, dütfte die zügige Integration kein Problem darstellen… zumindest für die knapp 20% alphabetisierten Jeminiten.

  3. Die Saudis führen gegen den Jemen einen ziemlich gemeinen Hungerkrieg

     

    Man merkt, daß der Engländer Laurenz die saudischen Ölgötzen in der Revolte gegen die Türken angeführt hat. Diese haben nämlich nun gegen den benachbarten Jemen eine Einfuhrblockade verhängt, die mittlerweile an die englischen Hungerblockaden gegen uns Deutsche im Vier- und Sechsjährigen Krieg erinnern. Wobei der Jemen das Pech hat, daß er – als Wüstenland – über kaum eigenes Ackerland verfügt und daher auf die Nahrungsmitteleinfuhren angewiesen. Dazu herrscht im Jemen Bürgerkrieg und eine wirksame Staatsverwaltung gibt es auch nicht. Daher hungern schon heute über 80% der Bevölkerung und niemand scheint sich sonderlich daran zu stören. Die VSA halten schützend ihre Hand über die Saudis und diesen ist deren Wüten im Jemen wohl auch ganz recht, da dies als Stellvertreterkrieg gegen Persien wahrgenommen wird. Freilich, für die hiesige Lügenlizenzpresse sind mal wieder wir Deutschen schuld, schon aus Prinzip und weil wir den Saudis Waffen, auf Geheiß der VSA, verkaufen müssen.

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

     

      • Der Volker S. kopiert seine Artikel von COMPACT nur rüber. Da ist der Satz mit dem Euro inklusive. Seine Kommentaraktivität hier bei CM ist nur Reichweitenerhöhung. Fix einlogen, copy / paste und wieder weg. Merkt man daran, dass er auf Fragen nicht reagiert oder auf andere Kommentare.

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