DIHK-Präsident hofft auf stabile Regierung

Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hofft auf eine stabile Regierung. Dies sei wichtiger als "schnelle Formelkompromisse" zu finden.

Von Redaktion

"Für Unternehmen sind verlässliche politische Rahmenbedingungen ein wichtiger Faktor. Deshalb wünscht sich die Wirtschaft einerseits schnell klare Verhältnisse. In einer Demokratie gehören andererseits solche unsicheren Übergangsphasen dazu. Dass es jetzt etwas länger dauert als wünschenswert, lässt sich nicht ändern. Erfreulicherweise läuft die Konjunktur ja nach wie vor gut. Wichtiger als schnelle Formelkompromisse sind aus Sicht der Unternehmen eine stabile Regierung, die vier Jahre hält, und ein vernünftiges Wirtschaftsprogramm, das Deutschland auch für das nächste Jahrzehnt wirtschaftlich stark macht", sagte Schweitzer im Interview mit der "Heilbronner Stimme".

Schweitzer betonte, dass Deutschland ein verlässlicher Partner sein müsse: "Die ganze Welt verbindet Verlässlichkeit mit Deutschland – das gilt für Politik und Wirtschaft. Umso mehr fällt auf, wenn bei uns mal etwas nicht ganz so rund läuft wie sonst. Ich hoffe deshalb, dass eine künftige Bundesregierung ihre Verantwortung für Europa und die Welt auch mit Blick auf unsere wirtschaftlichen Interessen wahr nehmen wird. Schließlich hängt ein Viertel der deutschen Arbeitsplätze unmittelbar vom Export ab. Hinzu kommen viele kleine und mittlere Betriebe, die indirekt als Zulieferer oder Dienstleister von dieser Exportstärke profitieren."

Zur Koalitionsfindung sagte er: "Die schwierige Regierungsbildung wird auch bei den Unternehmen in unserer Kammerorganisation kontrovers diskutiert. Die schwierigen Verhandlungen sind Folge eines Wahlergebnisses, das wir alle akzeptieren sollten. Unternehmen achten sehr darauf, welche Rolle wirtschaftliche Fragen bei Koalitionsverhandlungen spielen: Danach sollte am Ende ein Koalitionsvertrag für Investitionen herauskommen. Denn wir müssen wieder mehr für unsere wirtschaftliche Zukunft tun. Obwohl die konjunkturelle Lage erheblich besser ist als nach der Bundestagswahl 2013, beurteilen die Unternehmen in unseren Umfragen viele Standortfaktoren heute schlechter als damals."

Zur Frage, ob er eher auf eine große Koalition oder eine Minderheitsregierung setzte, erklärte Schweitzer: "So lange nicht klar ist, wer wie lange regiert, durchläuft unsere Wirtschaft eine Phase der Unsicherheit. Das kann eine Weile gut gehen, ist aber immer mit Risiken verbunden. Deshalb gilt aus Sicht der Wirtschaft: Eine stabile Regierung hat große Vorteile, doch es kommt eben natürlich auch auf die Inhalte an. Denn wir brauchen mutige Entscheidungen, die weiter in die Zukunft reichen. Dazu gehören Investitionen – in kluge Köpfe, in Straßen und schnelles Internet sowie in Forschung und Entwicklung."

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Die deutsche Wirtschaft sei gut aufgestellt, erklärte der DIHK-Präsident: "Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft steht derzeit auf stabilen Füßen. Die Geschäftslage der Unternehmen ist so gut wie nie zuvor. Die Wirtschaftsleistung wird auch 2018 kräftig wachsen. Die Exporte entwickeln sich positiv, Konsum und Beschäftigung steigen weiter. Nach 650.000 zusätzlichen Stellen in diesem Jahr, rechnet der DIHK für 2018 mit einem ähnlich hohen Plus von 600.000. Hinzu kommt, dass die Unternehmen wieder mehr investieren wollen, wenn es denn die Standortbedingungen zulassen. Aber die guten Zahlen der Konjunktur dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir auch Herausforderungen haben. Ob beim Fachkräftemangel oder bei den Investitionen: Die Unternehmen wollen selbst anpacken. Sie erwarten dafür aber positive Signale aus der Politik."

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16 Kommentare

  1. Stabil heißt für die Seite des Kapitals natürlich immer möglichst ungestörte Geschäfte zu machen. Die stabilste Form dazu heißt Faschismus, Demokratie isf für diese Herren nur störendes Beiwerk…

    1. Demokratie isf für diese Herren nur störendes Beiwerk…

      ——

      Nein, nein, Wolle, 'Demokratie' nach Mischpoken Art, ist gut und füllte die Taschen "derer vom Stamm".

      Der Herr Schweizer ist die Stimme seines Herren, des Auserwählten, Larry Fink, der mit seiner Heuschrecken- Abwrackfirma (Hedge Fonds), BLACK ROCK, die ehemals Deutsche Industrie im Alleingang kontrolliert:

      Stabil heißt im Klartext noch mehr Dumping Löhne, noch mehr Beschneidung der Arbeitnehmerrechte und noch mehr Abwrackung, genannt 'Outsourcing', nach China oder Indien oder sonst ein Kuffmucken Land. 

  2. Im modernen Europa mit seinen neoliberalen Stiefelleckerregimen hat sich ja nun mittlerweile herausgestellt, daß es für die Völker immer dann die wenigsten Angriffe auf ihre hart erarbeiteten und erkämpften Besitzstände gab, wenn sie nur von geschäftsführenden oder instabilen Regierungen tyrannisiert wurden.

    Insofern ist die aktuelle Situation für uns noch das Beste. Besonders dreist klingt es, wenn  angestellte Kapitalistenknechte auch in Boomphasen noch nach Subventionen bzw Koalitionen für Investitionen schreien. Soll er doch für unsere ausgesuchten Volksvertreter noch ein paar tausend zusätzliche Beraterverträge locker machen. Dann käme seine stabile Subventionsregierung wahrscheinlich schneller als er gucken könnte.

  3. Mit "Stabil" ist da jedenfalls "Neoliberal" gemeint.

    Die Raffges hätten also am liebsten eine FDP-Regierung, die der Bevölkerung das Fell über die Ohren zieht. Dafür wird die FDP ja auch von den Konzernen finanziert.

    ————————————————

    "Die deutsche Wirtschaft sei gut aufgestellt, erklärte der DIHK-Präsident"

    Dafür sind die Renten der Deutschen jetzt im Ar… – zwei "Unternehmenssteuerreformen" und Zeitarbeit machens möglich.

    "Die Entwicklung der deutschen Wirtschaft steht derzeit auf stabilen Füßen."

    Und die finanziellen Verhältnisse der Bevölkerung sind ruiniert. Dumpinglöhne machens möglich.

    "Geschäftslage der Unternehmen ist so gut wie nie zuvor"

    …und die der Kinder in Armut so schlecht wie noch nie seit dem Krieg.

     

  4. Es gibt in Deutschland nur eine Untergangsregierung, induziert durch die Elite in Mttäterschaft Merkel und die nr Vereine. Hat er denn schon einmal was zu den Migrationstsunamis  und deren Zielbestimmung gesagt. Man kann sich in dieser Position auch durch scheigendes UNterlassen strafbar machen.Besser ist er hält seine pharisäerhafte Klappe!!

  5. Was soll denn dieses Geschwätz mit der stabilen Regierung. Wenn Deutschland mal ein paar Monate durch eine geschäftsführende Regierung verwaltet wird, dann geht doch die Welt nicht unter. Das ist doch nichts anderes als Stimmungsmache für eine Regierung die man der Bequemlichkeit halber gerne weiter am Ruder sehen würde und die Geschäfte laufen ehedem, denn das Großkapital bestimmt die Richtung und nicht die Laienspieler die von sich behaupten sie seien Politiker. Hier wird ein Popanz aufgebaut um den Wählern zu suggerieren ohne Regierung geht es nicht, denn besser eine zeitlang keine Regierung als eine schlechte. Das ist die bittere Erkenntnis für die Bürger aber immer noch mit der Hoffnung verbunden, daß in der Zwischenzeit eine Zeitenwende eingeläutet wurde.

  6. Mit dem deutschen Rumpfstaat geht es nun so oder so zu Ende

     

    „Ich kenne jenen Schmerz, ich habe ihn gefühlt wie einer, ich ehre ihn; die Dumpfheit, welche zufrieden ist, wenn sie Speise und Trank findet, und kein körperlicher Schmerz ihr zugefügt wird, und für welche Ehre, Freiheit, Selbständigkeit leere Namen sind, ist seiner unfähig“ (Fichte, Reden an die deutsche Nation). Jene Dumpfen fanden in den Jahrzehnten der VS-amerikanischen Fremdherrschaft im deutschen Rumpfstaat wohl ihr bescheidenes Auskommen, aber dies ist nun mit der morgenländisch-afrikanischen Völkerwanderung zu Ende. Deren Abwehr kann nämlich nur mit der Abschüttelung der Fremdherrschaft gelingen, andernfalls wird der deutsche Rumpfstaat und mit ihm das übrige Europa von der Menschenlawine überschwemmt werden. Ein Entkommen mag es allenfalls für die Wohlhabenden und junge Fachkräfte geben, die vielleicht in Kanada, Australien oder Neuseeland für eine Weile Unterschlupf finden mögen, aber die große Masse des Volkes wird sehr rustikal von den Eindringlingen ausgerottet werden.

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß Euro zerstört werden muß!

     

  7. Bla,bla,bla – denn geht es auch einzig und allein um Großkonzerne – aber bestimmt nicht um kleine und mittlere Betriebe und noch weniger um Arbeitsplätze – die immer wieder gerne vorgeschoben werden um ihre Lobby zu bedienen. 

    Wir haben in Deutschland oft genug Massen- Entlassungen und zig Tausende die dann  in die Hartz IV Falle fallen . 

  8. Belgien hatte 18 Monate keine Regierung und in der Zeit hat die Wirtschaft mehr als geboomt. 

    Mir soll das nur Recht sein, so kann Merkel und ihre Stiefellecker  wenigstens weniger Mist bauen. Denn egal was DIE durchboxen ist eh nur noch zum Schaden des deutschen Volkes. 

    Handlungsfähig, sind doch alle nicht. Unser Land wir doch schon lange nur noch verwaltet – regiert werden wir sowieso nicht von Berlin, die Befehle kommen von der USA, von Banker und Großkonzerne. Das was sich Regierung schimpft sind reine Lobbyisten der Mächtigen. 

  9. Oh, die Unternehmen wollen auch selbst anpacken ?

    Fragt sich nur für wen das gut sein soll !?

    Für die Unternehmen selbst oder für Merkels Gäste ???

    Oder etwa, für das deutsche arbeitende Volk ?! 

    Bessere Löhne ? Oder etwa auch in  Betriebs-Kitas und  Renten ?! 

    Mehr Vollzeitstellen oder etwa noch weniger und noch mehr Leiharbeit, befristete Arbeitstellen und Minijobs .

    ?! 

  10. Meint der so stabil wie in den letzten 5 Jahren? 

    Das waren die instabilsten Jahre, die ich seit je her gesehen habe.

    Die Deutschen brauchen keine stabile Regierung, sondern ein stabiles Land: 

    Sichere grenzen, Rechtstaat, keine Aggressionskriege, gesunde Nahrung, eine starke Wirtschaft, sichere Energie.

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