China: Xi will Beziehungen zu Saudi-Arabien stärken

Die Volksrepublik China hat enorme wirtschaftliche Interessen in Saudi-Arabien. Deshalb plädiert Staatspräsident Xi Jinping für eine Stärkung der Beziehungen.

Von Marco Maier

Es ist weithin bekannt, dass sich die Volksrepublik China nicht sonderlich um die innenpolitischen Angelegenheiten anderer Länder kümmert und diesbezüglich auch noninterventionalistisch agiert. Der Hauptfokus liegt im wirtschaftlichen Bereich, wo man beispielsweise auch gleichzeitig mit Ländern gute diplomatische Beziehungen pflegt, die (wie Saudi-Arabien und der Iran) sich selbst feindselig gegenüberstehen.

Nun kündigte Präsident Xi Jinping laut den chinesischen Staatsmedien an, die Beziehungen zu Saudi-Arabien deutlich zu stärken und auch dabei zu helfen, die umfangreichen wirtschaftlichen Reformen des islamistischen Königreichs zu unterstützen. Die "South China Morning Post" beispielsweise zitierte ihn mit den Worten: "China unterstützt Saudi-Arabien in dessen Bemühungen die Souveränität abzusichern und eine größere Entwicklung zu erreichen". Es spiele keine Rolle, wie sich die internationale und regionale Situation verändere, Chinas Entscheidung die strategische Kooperation mit Saudi-Arabien zu vertiefen werde sich nicht ändern. Dies sagte Xi Jinping laut dem Staatssender CCTV am Telefon zu König Salman.

China hat (siehe hier) ein enormes Interesse daran, sich in die zur Teilprivatisierung vorgesehene staatliche saudi-arabische Ölgesellschaft Aramco einzukaufen. Doch das würde nicht nur der Energiesicherheit Chinas dienen, sondern vor allem einen Keil in die Beziehungen des Königreichs zu den USA treiben, weil Peking darauf drängen dürfte, die Ölgeschäfte künftig in Yuan statt in Dollar abzuwickeln.

König Salman selbst betonte, dass Saudi-Arabien durchaus Interesse daran hat, ein "wichtiger Partner" Chinas im Persischen Golf zu werden. Zudem wolle man eine Rolle in der "Belt and Road Initiative" (der "Neuen Seidenstraße") Chinas spielen, sowie mit Peking im Energie- und Finanzsektor kooperieren. Damit könnte das geopolitische Weltgefüge eine erneute Wendung nehmen.

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3 Kommentare

  1. Handelt es es sich beim Aufstieg Chinas etwa um ein dialektisches Spielchen des Barons?

     

    Ein wenig verwundert es ja schon, daß die VSA nichts Ernsthaftes gegen den Aufstieg Chinas unternehmen, ja diesen sogar öffentlich begrüßen und stattdessen gegen die kleineren und mittleren Mächte so erbarmungslos wüten. Könnten sie diese doch auch nach einem Sieg über China zur Ader lassen, der ihnen Anno 1991 noch recht leicht gewesen wäre, nun aber unmöglich erscheint. Bisher haben die VSA nämlich jeden wirklichen oder vermeintlichen Rivalen erbittert bekämpft. Ein wenig fühlt man sich daher an den futuristischen Roman Düne erinnert, in welchem der Baron Harkonnen den gleichnamigen Wüstenplaneten zuerst erbarmungslos von seinem einen Neffen Rabban ausquetschen lassen will, um dann seinen anderen Neffen Feyd als eine Art Erlöser schicken will. Düne gilt ja vielen als Schlüsselroman der Neuen Weltordnung, da dort das Gewürz ebenso fließen muß wie in jener das Erdöl und auch diese hat ihren Baron. Der Neuen Weltordnung wird ja nachgesagt, daß sie die dialektischen Spielchen liebt.

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

    1. Garnicht so weit hergeholt. Ich glaub aber eher an eine Fehleinschätzung der Eliten. Japan war wohl ihr Angstland und China schien gut händelbar. So kam es zu dem IST zustand in der Region.

      1. @jhs: Japan ist aber seit dem Sechsjährigen Krieg ein Vasallenstaat der VSA vor dem man nun wirklich keine Angst mehr haben muß. Im Falle Chinas könnte aber dennoch ein Trugschluß vorliegen, aber das wird die Zeit zeigen…

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