Angst vor Chinas Einfluss

Deutsche Europapolitiker sorgen sich um den Einfluss Chinas auf die EU. Jener der Vereinigten Staaten von Amerika hingegen scheint sie nicht zu stören.

Von Marco Maier

Chinas Ministerpräsident, Li Keqiang, trifft sich mit den Politikern von 16 mittel- und mittelosteuropäischen Staaten, weshalb er am Sonntag zu einem Staatsbesuch in Ungarn eintraf und dort herzlich von Ministerpäsident Viktor Orban empfangen wurde und bis Mittwoch dort bleiben wird. Ziel ist es, bei dem Treffen der sogenannten "16+1-Kooperation", die vor fünf Jahren geschaffen wurde, über ein neues Grundsatzdokuemnt zu beraten. Auch sollen die bilateralen Beziehungen zwischen Ungarn und China auf eine neue Stufe gehoben werden.

"China ist bereit, mit allen Seiten zusammenzuarbeiten um die Ergebnisse der vergangenen fünf Jahre zu überprüfen und eine Blaupause für die nächsten fünf Jahre zu entwickeln, damit wir noch mehr Erfolg haben", sagte Li. In einem Gastbeitrag für die "Hungarian Times" schrieb der Ministerpräsident, die 16+1-Kooperation sei im Wachsen begriffen und der Mechanismus habe sich in den vergangenen fünf Jahren stetig verbessert. Dies habe in allen Bereichen zu bemerkenswertem Erfolg geführt.

Doch insbesondere bei den deutschen Europapolitikern sorgt die wachsende Zusammenarbeit der mittelosteuropäischen Staate mit China für Besorgnis. "Chinas Investitionen in Osteuropa bergen die Gefahr einer zunehmenden Spaltung der EU", warnt beispielsweise der SPD-Europaabgeordnete Bernd Lange gegenüber dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Und weiter: "Es ist zu befürchten, dass sich China mit seiner Unterstützung für osteuropäische Länder mittelbar Einfluss auf die europäische Politik erkauft".

Auch CSU-Europapolitiker Manfred Weber übt Kritik. "Europa und China tragen eine immer größere gemeinsame Verantwortung für die Weltgemeinschaft", so Weber. Allerdings müsse die EU mehr Geschlossenheit gegenüber Peking zeigen.  "Die Europäische Union muss, wenn es drauf ankommt, als Gemeinschaft auftreten. Nur so haben wir das nötige Gewicht, um unsere Vorstellungen gegenüber der zunehmend selbstbewussten chinesischen Staatsführung durchzusetzen".

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Allerdings ist es bezeichnend, dass sich die EU-Politiker immer wieder über die chinesischen Ambitionen zur besseren wirtschaftlichen Zusammenarbeit aufregen, doch faktisch keine Kritik am großen – politischen, wirtschaftlichen und finanziellen – Gewicht der USA in Europa kommt, welches ohnehin als transatlantisch dominiert bezeichnet werden kann. Hier zeigt man wieder einmal, wie man (ebenso wie gegenüber Russland) mit zweierlei Maß misst.

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12 Kommentare

  1. Im neoliberalen System "globalen Wettbewerbs" ist jeder jedes Feind.

    Dieses Verbrecher-System ist so gestrickt, dass sich die Völker dieser Welt gegenseitig fertig machen sollen – die Profiteure im Hintergrund ist die Finanzoligarchie als Hauptaktionäre der größten Konzerne.

    ————————————————–

    Mein bereits einmal vorgestelltes Gegenkonzept sieht so aus:

    Jedes Land siedelt bei sich so viel Industrie an, wie für die Bedarfsdeckung der Bevölkerung nötig. Dies ist möglich, da Produktionsstätten mittlerweile versetzbar sind.

    Gehandelt wird nur noch, was im eigenen Land nicht produziert werden kann. Dies verhindert die feindliche Übernahme der heimischen Produktion durch ausländische Konzerne mit den fatalen Folgen von Massenarbeitslosigkeit, Lohndumping, Außenhandelsdefiziten und steigender Staatsverschuldung. Protektionismus statt Wettbewerb.

    Länder, die nicht über das nötige Know-How verfügen bekommen von den weiter entwickelten Ländern Produktionsstätten im Land gebaut. Diese Fabriken werden quasi nach einem Franchise-Verfahren vergeben. In der Praxis kann das so aussehen, dass z.B. im Kongo eine Deutsche Fabrik errichtet wird, die von Deutschen Ingenieuren geleitet wird, in der Kongolesen Produkte für ihren heimischen Markt produzieren. Dies schafft Arbeitsplätze, Einkommen und BiP – es hebt den allgemeinen Wohlstand. Das Deutsche Volk bekommt als Honorar für die Fabrik und für die Technik Produkte des Landes, wie z.B. Kakao oder Rohstoffe.

    Der Vorteil dieses Konzeptes ist, dass Länder von Innovationen höher entwickelter Länder profitieren können ohne dass ihr heimischer Markt feindlich übernommen wird. Ihre Arbeitsplätze werden so nicht vernichtet. Und die höher entwickelten Länder profitieren durch das ihnen gezahlte Honorar.

    Ein Win-Win-System anstelle von Wettbewerb.

    1. Was sie da predigen, ist eine neue Art von Kolonialismus. Fabriken, die von Deutschen Ingenieuren geleitet werden. Vielleicht möchten die Leute das gar nicht. Wir helfen solchen Staaten wie dem Kongo am besten dadurch, dass wir nichts machen. Sie müssen ihre Probleme selber lösen. Was wir machen können, ist diesen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Produkte frei am Weltmarkt anbieten zu können. Wie und was sie produzieren, sollte man ihnen selber überlassen. Es gibt nur den afrikanischen Weg, sich aus der Krise zu befreien. Wir müssen damit aufhören, Afrika unsere " Art " überstülpen zu wollen. Über 1000 Mrd. sind bereits nach Afrika geflossen und es hat nichts gebracht. Und wenn die Grosskonzerne diese Länder ausrauben wollen, müssen sie diese zum Teufel jagen. Dies gilt auch für korrupte Regierungen. Aber dies alles müssen sie selber machen. Wir müssen aufhören, Afrika immer an die Hand nehmen zu wollen. 

      1. Es ist deshalb kein Kolonialismus, da diese Länder nicht ausgebeutet, sondern aufgebaut werden. Die Wertschöpfung bleibt im Land und erhöht den Wohlstand.

        Sie verwechseln Kooperation und Kolonialismus.

        Die Deutschen Ingenieure sind in diesen Fabriken nötig, da die Neger weder die Technik noch die Organisation beherrschen – dies hat man ja gerade in Simbabwe gesehen, wo die Neger die Weißen Farmer enteigneten ohne dann in der Lage zu sein, die Produktion am Laufen halten zu können.

        —————————-

        Wenn die Kongolesen die Fabriken nicht wollen – nun, sie müssen diese ja nicht nehmen. Es ist ja nur ein Angebot. Entscheiden müssen sie selber. Aber ich bin davon überzeugt, dass die Kongolesen diesen dadurch entstehenden Wohlstandsanstieg dankbar annehmen werden.

        Kooperation kann man annehmen – man muß aber nicht.

         

         

  2. Ihr letzter Absatz, Herr Maier, ist mehr als zutreffend.

    Grundsätzlich ist jeder absorbierenden Grossmacht mit Skepsis zu begegnen, denn wachsende Macht wird früher oder später bei entsprechenden Situationen als Druckmittel missbraucht. Die USrael-Regierung macht es seit Jahrzehnten vor. Auch das Verhalten anderer Grossmächte wird sich von solchen Vorgängen wohl kaum gross unterscheiden. "Machterhalt" spielt dabei die treibende Kraft.

    Dass nun aber in Westeuropa die US-Sanktionen gegen Russland voll gegen die Wirtschaft Westeuropas eingesetzt werden und die westeuropäischen Regierungen da mitspielen gegen die eigenen Wirtschaften und die eigenen Bevölkerungen, das zeigt eine beispiellose Perfidie und die volle Wirkung einer schuldenorientierten Finanzwirtschaft, die vom Finanz-Betrugssystem der USrael-Oberclique gesteuert wird. Schön verdreht, sich dabei noch grossmaulig gegen China zu wenden, mit dem man gerne beste Geschäfte macht, das setzt diesem polit-wirtschaftlichen Irrsinn noch die Krone auf.

  3. Wer hat denn den Spaltpiltz zuerst nach Europa getragen? Es waren die Amerikaner mit ihren politischen Vorstellungen nach dem 2. Weltkrieg und der kalte Krieg gegen die Sowjetunion führte dann dazu, daß zwei Lager entstanden, die bis heute noch nicht richtig überwunden sind. Nach der Auflösung der Sowjetunion hat man immer noch nicht die Zeichen der Zeit erkannt und sich nur um deren ehemaligen Vasallenstaaten gekümmert, nicht aber um das Großreich selbst, was ja historisch betrachtet immer ein Bestandteil Europas war. Und nun zu guter letzt haben die Brüsseler Bürokraten unter Federführung der deutschen Regierung über die Einwanderungspolitik einen weiteren Spaltpilz sogar in eigene Hoheitsgebiete hineingetragen, indem sie durch ihre Verteilungsquoten den Ostländern ihren Willen aufzwingen wollten und der nun wie man sieht granatenmäßig in die Hose ging. Das alles weißt eher darauf hin, daß wir es nicht mit weisen Politikern im klassischen Sinne zu tun haben, sondern immer noch mit Satrappen auf der falschen Seite, die eigentlich erkennen müßten, daß Amerika mit Europa weniger zu tun hat als Rußland mit Europa, wohlwissend daß alles ausgewogen sein sollte, aber diese Einseitigkeit verbaut uns alle Chancen die wir hätten, würden wir uns auf uns selbst besinnen.

    1. Ergänzung: Was China anbelangt, so versuchen sie langsam in allen Erdteilen Fuß zu fassen, nur stellen sie es geschickter an und da wir uns im freien Wettbewerb befinden ist es einfach so, daß der überzeugendere die Ernte einfahren kann und die anderen unter Umständen leer danebenstehen.

  4. Wen wundert's, wenn unsere (???) Eu-Politiker die Sorgen der US-Politiker teilen, sind sie doch zumeist jenseits des Atlantiks durch gewisse Indoktrinationsverfahren gelaufen, bevor man sie auf die Eu-Bevölkerung losgelassen hat.

  5. Allerdings ist es bezeichnend, dass sich die EU-Politiker immer wieder über die chinesischen Ambitionen zur besseren wirtschaftlichen Zusammenarbeit aufregen

    ——

    Ich reg mich über China auch auf, aber aus anderen Gründen wie die ähäm,,,,'Transatlantiker'.

    ——

    Das kommunistische China betreibt Wirtschaftsimperialismus in allerhöchsten Maße und unterhält  .-mit staatlicher Förderung- die vermutlich  größte Wirtschaftsspionage Organisation der Welt.

    Außerdem ist China vrmutlich einer der größten Arbeiter Ausbeuterstaaten des Planeten und unterhält vermuttlich die größte rechtlos (Lohnsklaven) Armee der Welt (s. chin,.Wanderarbeiter)..

    Zum Wohle einer schmalen chinesischen Milliardärs Oligarchen Ober-Schicht und zum Wohle des Raubtierkapitalismus j….h-'westlicher' Prägung.  

  6. Es ist klar das China die USA als Weltmacht Nr.1 ablösen wird. Es sollte eine permanente Weltdebatte gestartet werden wieder dieser Prozess begleitet werden kann damit das ohne Krisen und Krieg von statten geht.

  7. Die Ungarn  sind ein wunderbares Volk ! Hab viele  Jahrzehnte  mit Ungarischen Arbeitskollegen zusammen gearbeitet  ! Freiheit für Sachsen  !  Wir werden  dem dekadenten  Westen  die kalte Schulter  zeigen und  uns den  Osteuropäern  anschließen  ! Raus aus dem rot grünen Wahnsinn  ! Die Zukunft  gehört  UNSEREN ! Kindern und  Enkeln  ! 

    1. In dem Zusammenhang haben die kritisierenden EU-Drahtzieher nur deshalb Bedenken weil die Staaten sich damit auch wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit von der Abwrackgemeinschaft sicherstellen!

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