US-Dollar.

Die USA sind ein perfektes Beispiel für die Verteilung von unten nach oben, zumal eine sozialstaatliche Umverteilung – und damit Abschwächung – wie in vielen europäischen Ländern gar nicht stattfindet.

Von Marco Maier

In den Vereinigten Staaten liegt die theoretische Besteuerung von Unternehmen zwar relativ hoch, doch im Endeffekt können sich vor allem Kapitalgesellschaften weitestgehend von den Steuerpflichten drücken. Laut einem Bericht sind es rund zwei Drittel dieser Unternehmen, die nach Kreditkosten und Steuerbefreiungen gar keine Steuern mehr bezahlen müssen. Jene, die trotzdem noch Geld ans US-Finanzamt abdrücken mussten, sahen sich mit im Schnitt 14 Prozent an Steuerlast konfrontiert.

Im Gegenzug bezahlen die ganzen Beschäftigten im Schnitt rund 25 bis 30 Prozent ihres Einkommens ans Finanzamt. Und das, obwohl die Einkommen aus einer unselbstständigen Beschäftigung nicht gerade sonderlich hoch sind. Hinzu kommen noch diverse Umsatz- und Konsumsteuern, je nach Wohnort und Bundesstaat noch teils exorbitant hohe Immobiliensteuern und dazu noch Steuern für das eigene Auto. Der kleine Bürger wird also ausgepresst wie eine Zitrone, während die großen Konzerne ihre Milliarden verdienen können, ohne wirklich belastet zu werden.

Berichten zufolge bunkern die größten US-Konzerne mehr als 2,5 Billionen Dollar in Steueroasen. Nimmt man noch die vielen anderen großen Firmen her, dürfte die Gesamtsumme bei über drei Billionen Dollar liegen – unversteuertes Geld hinzu noch. Hinzu kommen zumindest laut Bloomberg 12,8 Billionen Dollar an Geld von Finanzministerium und Federal Reserve, die an die Konzerne flossen, um die Wirtschafts- und Finanzkrise ab 2007 zu bekämpfen. Zwar wurden von der Finanzindustrie dafür einige Bauernopfer gebracht und ein wenig Geld an Strafzahlungen eingefordert – doch die vielen Milliarden an Profiten waren dies offenbar wert. Nicht umsonst geht inzwischen das gleiche Spiel weiter.

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Die Milliardäre und Multimillionäre, die so ordentlich abkassieren, werden kaum besteuert. Dank ausgeklügelter Steuerspar-Tricks (und auch Dank der Steuerschlupflöcher, die ihnen die Politik als Dank für ordentliche Wahlkampfspenden offen ließen) brauchen sie sich nicht wirklich viele Gedanken darüber machen, wie viel Geld sie nun an den Fiskus abdrücken müssen. Ihre Steuerberater regeln das schon.

Das Ergebnis ist deutlich: Immer mehr US-Amerikaner rutschen aus der Mittelschicht in die Armut, mehr als jeder zehnte US-Bürger ist von Lebensmittelmarken abhängig, infolge der geplatzten Immobilienblase (die auch das Ergebnis eines höchst kriminellen Verhaltens der Finanzindustrie war) haben Millionen von US-Bürgern ihre Häuser verloren. Und die nächste sich anbahnende Immobilienblase wird erneut Millionen von Amerikanern in die Armut stürzen – während ein paar wenige Superreiche wahrscheinlich sogar davon noch profitieren werden.

Während in den europäischen "Sozialstaaten" zumindest noch partiell eine Umverteilung von oben nach unten stattfindet und so die ansonsten im herrschenden System reguläre Umverteilung von der Masse hin zu den wenigen Reichen zumindest ein wenig abgemildert wird, zeigt das US-System eindrücklich auf, wie es ohne dieses Netz läuft. Angesichts dessen, dass man in Europa die Sozialsysteme ohnehin weiter schleifen will, zeigen die USA vor, was die Europäer noch erwartet.

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20 KOMMENTARE

  1. Gehen jetzt die Themen aus. Haben wir nicht genug eigene Sorgen? Natürlich wird der Sozialabbau in Euopa erfolgen. Wir werden über kurz oder lang amerikanische Verhältnisse bekommen. Dies ist auch der Grund, wieso Deutschland und Europa mit noch mehr Menschenmassen geflutet werden sollen. An Überangebot an Arbeitskräften bedeutet, dass man sie Löhne drücken kann. Und da ist es auch egal, ob da jemand qualifiziert ist oder nicht. Die schiere Anzahl ist entscheident. Und den Neubürgern ist es auch egal, ob der Sozialstaat schrittweise abgebaut wird. Die kennen es nicht anders. Und wenn alle Stricke reissen, haben sie ja immer noch ihren geliebten Allah.

    Aus Sicht des Kapitals und der Globalisten ist diese Vorgehensweise logisch. Die Produkte werden nur noch über den Preis verkauft. Früher hatte Deutschland und Europa entscheidene Qualitätsvorteile hinsichtlich ihrer Produkte. Heute fertigen Staaten wie China in ebensolcher Qualität. Und das natürlich zu niedrigeren Preisen. Um diesen Nachteil auszugleichen, müsen wir ebenfalls zu niedrigeren Kosten produzieren. Und das heisst, geringere Löhne und weniger Sozialkosten. So zumindest die Logig der Unternehmen und Konzerne. Schon heute hört man wieder aus allen Ecken, das die Lohnstückkosten zu hoch sind.

  2. Ein Thema was nicht neu ist und nichts bringt !

    Denn solange die Völker nicht mitbestimmen können wird sich auch nichts ändern !

    • Womit sich aber auch die Lösung abzeichnet:

      Offensichtlich bringt nur eine Umstellung auf Direktdemokratie mit Volksentscheiden die Wende, weil dann die arbeitende Bevölkerung die Steuersätze für Konzerne und die Verteilung der Wertschöpfung festlegt.

      Die Amis brauchen also keinen neuen Präsidenten, sondern einen Systemwechsel.

      Sie hätten also nicht einen Miliardär wie Trump wählen sollen, der nur die Steuern für Reiche senkt, sondern sich einen Kandidaten suchen, der Direktdemokratie einführen will.

      • Soviel ich weiss, zur Wahl standen nur H.Clinton und D.Trump. Wen sollten die den Waehlen der direckte Demokratie einfuehren sollte?

      • Soviel ich weiss, zur Wahl standen nur H.Clinton und D.Trump. Wen sollten die den Waehlen der direckte Demokratie einfuehren sollte?

        • Im Vorfeld gab es noch adere Kandidaten, aber ich hab da auch keinen entdecken können, der Direktdemokratie einführen wollte. Vielleicht gibts noch keinen.

          In diesem Fall sollten die Amis eine neue Partei gründen, die dann von  Promis wie Alex Jones oder Michael Moore medial unterstützt werden.

          Die Finanzierung müßte dann über Crowd-Funding laufen.

          Der Aufbau einer solchen Partei würde sicher eine gewisse Zeit brauchen. Aber vielleicht führt sie am Ende zum Erfolg.

          Martin Luther King hat seine Ziele am Ende ja auch erreicht.

           

      • @ Richard ……………."Offensichtlich bringt nur eine Umstellung auf Direktdemokratie mit Volksentscheiden die Wende,"

        ———————————————————————————

        Solange Medien die Meinungen beeinflussen können, wird auch eine direkte Demokratie keine Veränderungen bringen ——- und wer hat bei den Medien das SAGEN ?? 

        Dazu John Swinton (* 12. Dezember 1829 in Saltoun bei HaddingtonSchottland; † 15. Dezember 1901 in Brooklyn Heights, New York) war US-amerikanischer JournalistZeitungspublizist und Redner…….in einer Rede :

        „So etwas wie eine unabhängige Presse gibt es in Amerika nicht, außer in abgelegenen Kleinstädten auf dem Land. Ihr seid alle Sklaven. Ihr wisst es und ich weiß es. Nicht ein einziger von euch wagt es, eine ehrliche Meinung auszudrücken. Wenn ihr sie zum Ausdruck brächtet, würdet ihr schon im Voraus wissen, dass sie niemals im Druck erscheinen würde. Ich bekomme 150 Dollar dafür bezahlt, dass ich ehrliche Meinungen aus der Zeitung heraushalte, mit der ich verbunden bin. Andere von euch bekommen ähnliche Gehälter um ähnliche Dinge zu tun. Wenn ich erlauben würde, dass in einer Ausgabe meiner Zeitung ehrliche Meinungen abgedruckt würden, wäre ich vor Ablauf von 24 Stunden wie Othello: Meine Anstellung wäre weg. Derjenige, der so verrückt wäre, ehrliche Meinungen zu schreiben, wäre auf der Straße um einen neuen Job zu suchen. Das Geschäft des Journalisten in New York ist es, die Wahrheit zu verdrehen, unverblümt zu lügen, sie zu pervertieren, zu schmähen, zu Füßen des Mammon zu katzbuckeln und das eigene Land und Volk für sein tägliches Brot zu verkaufen, oder, was dasselbe ist, für sein Gehalt. Ihr wisst es und ich weiß es; Was für ein Unsinn, einen Toast auf die ‚Unabhängigkeit der Presse‘ auszubringen! Wir sind Werkzeuge und Dienstleute reicher Männer hinter der Bühne. Wir sind Hampelmänner. Sie ziehen die Fäden und wir tanzen. Unsere Zeit, unsere Fähigkeiten, unser Leben, unsere Möglichkeiten sind alle das Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“

        • Sie haben bestimmt damit Recht, dass die Presse in der Hand der Wallstreet ist.

          Doch das Internet beginnt das Informationsmonopol der Presse massiv zu löchern. Es entsteht eine Gegenöffentlichkeit. Der Brexit, der Wahlsieg der AfD und die Wahlerfolge von LePen zeigen dies.

          Die Zukunft gehört dem Internet. Es kann in der Zukunft das primäre Informationsportal in der Direktdemokratie werden.

        •  

          Verwechseln wir bitte nicht unseren vom Konzern-Kapital erlaubten Freiraum nicht mit Freiheit,denn der erlaubte Freiraum ist nur ein Knast ohne Gitter der mit Freiheit nichts zu tun hat, aber die Kunst zu beherrschen sich Unabhängig zu versorgen ist die wahre Freiheit.Wir, das sind über 90% der Weltbevölkerung, dürfen nicht von Freiheit reden, da über 90% der Weltbevölkerung Lohnabhängig sind,was gleichbedeutend ist mit Versklavung durch Lohnabhängigkeit.

           

          Oh ja, wir sind alle Sklaven durch Lohnabhängigkeit. 

  3. Die Zerstörung des eigenen Landes oder die VS-Millionäre im Klassenkampf

     

    Die berühmt-berüchtigte überseeische Finanzheuschrecke Warenbüffet wird ja mit folgender Prahlerei zitiert: „There's class warfare, all right, but it's my class, the rich class, that's making war, and we're winning.“ Nun mag dies zwar in hohem Maße zutreffend sein, doch zerstören die Millionäre mit den VSA eben ihr eigenes Land und da sie dies obendrein auch noch dadurch tun, daß sie China übermächtig machen, indem sie die Industrien dorthin verlagern, so dürften sich bei diesem unsinnigen Treiben einmal mehr die Worte Machiavellis bewahrheiten: “Die Menschen, sagte König Ferdinand von Aragonien, machen es wie gewisse kleine Raubvögel, die auf die von der Natur ihnen angewiesene Beute mit solcher Heftigkeit zustoßen, daß sie den größern Raubvogel, der um sie zu töten über ihnen schwebt, nicht gewahr werden.“ Zumal die VS-amerikanischen Millionäre nur dank der Vormachtstellung der VSA derart ungestört in der Welt hausen und schmausen können, sich also umso mehr den eigenen Ast absägen.

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

     

  4. Selbstverstaendlich ist die direkte Demokratie die beste demokratische Loesung. Solange es die Leute nicht kapieren, kann man wenig machen. Nur erklaeren, erklaeren, erklaeren, erklaeren….

  5. Die Kriege entstehen nicht duch die Armen-, die Kriege entstehen durch die Reichen ! Aber das juckt das Kapital wenig -, die Soldaten, sorgen ja dafür, dass diese gierigen Schweine stets so weitermachen können. ("Das Kapital wird am Hindusch verteidigt".) Ich versteh' die Soldaten nicht, die sich für solch eine Brut aufopfern.

  6.  

    Die beste Demo gegen Kernkraft ist,wenn man sich den Strom mit Solar oder/und Wind oder Bachlauf,wenn möglich selbst macht.Der beste Widerstand gegen eine Diktatur ist es, wenn man sich so viel wie möglich das nötige zum Leben selbst macht.

     

    Zitat des Tages

     

    Jeder möchte die Welt verbessern und jeder könnte es auch, wenn er nur bei sich selber anfangen wollte.

     

    Karl Heinrich Waggerl

     

     

     

  7. "Wow", ist ja ganz was "neues" !!

    Aber warum so weit über den Atlantik blicken, wenn man nur hier stehen bleiben muß, Herr M., um zu sehen wie viel reicher die Reichen geworden sind !?

    Zudem weiß ich nicht, wo hier bei uns, "von oben noch unten umverteilt wird", Herr M. ?

    Oder meine Sie mit "oben" die kleinen Selbstänstigen, die seit dem unsere Goldstücke anlanden vom Staat drangsaliert, geknebel und ausquetscht werden, das viele das Handtuch werfen wollen!? (Was auch zum Plan passt, das der Mittelstand hier abgeschafft/zerstört werden soll.)

    Also wenn Sie das mit "Umverteilung von oben nach unten" meinen, dann haben Sie Recht, die Malocher dürfen zahlen, damit für unsere Goldstücke die Milch und der Honig fließen!

     

     

    • Das liegt daran, dass der Herr M. als kleiner Selbstständiger auf den Philippinen zu den Reichen zählt, da gibt es schon mal die ein oder andere Bewusstseinsverschiebung, wenn man beim Markteinkauf den Armen ein Trinkgeld gibt.

      Unsere Grünen und linken Möchtegernhumanen unterliegen im Urlaub in der dritten Welt genau dem gleichen Selbstbeweihräucherungsritus.

      Es gibt doch einfach nichts herrlicheres als zweimal tgl. den Gutmensch raushängen lassen zu können.

        • für die umsetzung ihres lebensinhalts bekommt "sie" geld, gewisse boni und privilegien. und ist, darüber hinaus, zumindest ursprünglich mit sicherheit keine frau.  

        • Autsch, hab ich doch glatt den richtigen Nerv getroffen !

          ___________________________________________________

          Nr.5, Du wurdest einfach dazu geboren im Trüben zu wühlen, mein Beileid !

    • Nun, die kleinen Selbstständigen werden doch auch ausgepresst wie Zitronen. Hier geht es um die Milliardäre und Multimillionäre – also um die „oberen 1-5 Prozent“. Wie ich übrigens auch im Artikel darauf hinwies, wird in den meisten europäischen Ländern zumindest noch ein wenig umverteilt. Allerdings auch da eher von der Mittelschicht weg. Die Superreichen richten es sich auch hier.

      Die ganzen „Goldstücke“, die auf Kosten der Aufnahmegesellschaft leben (weil die Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen schuf), werden jedoch die Sozialsysteme überlasten. Eine solche Immigrationspolitik kann und wird auf dauer nicht funktionieren.

      • @ Marco Maier

        Teile Ihre Meinung voll und ganz.

        Sicher kennen wir dieses Thema bereits zur Genüge. Dennoch finde ich eine neuste Bestandes-Darstellung dieser laufenden Verhältnis-Vorgänge immer wieder von grossem Nutzen. Die dargestellte negative Gesellschafts- und Wirtschaftsentwicklung läuft nämlich still und leise stetig weiter und gräbt sich zunehmend – nicht nur in den USA, sondern auch in Europa, tief in die Gesellschaften ein, wodurch diese weiter geschwächt werden.

        Damit geht ein bewusstes Ausschalten der politischen Kraft der Bevölkerungen einher. Was soll denn eine arbeitslose und hungernde Bevölkerung schon gegen eine übermächtige Regierung ausrichten können??? Was? Zum Schluss bleiben nur noch Aufstände und die Revolution übrig – oder das Weiterziehen in andere bessere Wirtschaftsregionen – oder das Verdienen als Söldner in den vielen US-Wirtschaftskriegen. Am Ende steht nur noch Zerstörung!

        Da sind die Russen und Chinesen eben doch etwas schlauer, die sich tatkräftig am Aufbau wirtschaftlicher Prosperität beteiligen, an der sie die jeweilig betroffenen Völker mitessen lassen. Zumindest derzeit und in nächster Zukunft läuft das noch so.

        Wie es später aussehen wird, wenn diese starken Länder ihren Machterhalt verteidigen werden, das sei dahingestellt. Machtverwöhnte Länder werden immer u.a. auch die unfairsten Mittel herbeiziehen, um ihre Macht zu erhalten. Da werden sich die Chinesen, Russen – und wie sie sonst noch alle heissen werden  – nicht von den derzeit zerfallenden Grossmächte ausnehmen.

         

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