Iranische Revolutionsgarden. Bild: Flickr/ safwat sayed CC BY-ND 2.0

Da der "Islamische Staat" faktisch besiegt ist, habe der Iran keinen Grund, weiterhin "Milizen" im Irak stationiert zu haben, so Tillerson. Für ihn ist das Land immer noch ein US-Protektorat.

Von Marco Maier

Die irakische Regierung, bestehend vorwiegend aus Schiiten, besitzt ein gutes Verhältnis zum Iran, welcher dabei half die sunnitischen Extremisten des "Islamischen Staates" zu bekämfpen. Den Vereinigten Staaten, die immerhin Saddam Hussein (ein früherer CIA-Mitarbeiter, der nicht so handelte wie man es von ihm verlangte) stürzten, passt dies gar nicht. Immerhin soll die neue irakische Regierung gefälligst nach Washingtons Pfeife tanzen.

Nachdem nun bereits die iranischen Revolutionsgarden von der Trump-Administration als "Terrororganisation" klassifiziert wurden und man in Washington weitere Sanktionen gegen den Iran bastelt, obwohl sich dieser nichts zuschulden kommen lässt, fordert US-Außenminister Rex Tillerson inzwischen auch offen den Abzug der iranischen Truppen, die den irakischen Streitkräften im Kampf gegen die sunnitischen Extremisten des "Islamischen Staates" helfen.

Da der Kampf gegen den IS im Irak ein Ende finde, so Tillerson bei einer Pressekonferenz in Riadh auf die iranischen Revolutionsgarden Bezug nehmend, "müssen diese Milizen nach Hause gehen". Dort sprach er mit Vertretern der arabischen Golfstaaten und forderte generell dazu auf, dass "alle ausländischen Kämpfer nach Hause gehen müssen". Wobei er damit ganz gewiss nicht die US-Truppen im Land meinte, zumal die USA den Irak immer noch als eine Art Protektorat betrachten.

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Weiters rief er in der Hauptstadt Saudi-Arabiens auch die Europäer dazu auf, den US-Sanktionen gegen den Iran und die Revolutionsgarde zu folgen. Denn alle Länder die weiterhin mit der iranischen Eliteeinheit Handel treiben würden, täten dies auf eigenes Risiko. So würde die Revolutionsgarde "die Instabilität in der Region anfachen" und dort auch "Zerstörung kreieren", sagte Tillerson weiter.

Der US-Außenminister bekräftigt damit die bisherige Linie der Vereinigten Staaten, wonach man lieber mit dem geopolitischen Brandstifter und Financier radikalsunnitischer Gruppierungen – nämlich Saudi-Arabien – zusammenarbeitet, als eine ausgleichende Lösung mit dem Iran zu finden. Dabei könnte Washington so deutlich besser für die Sicherheit Israels sorgen als mit ständigen Kriegsdrohungen gegen Teheran. Denn das ist der Hauptgrund dafür, weshalb man sich den Saudis anbiedert, während man den Iran ständig attackiert.

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10 KOMMENTARE

  1. Claro… die werden es schon machen, anschliessend die Schlüssel sämlicher iranischen Millitärobjekte auf Samtkissen übergeben, dann Selbstmord begehen…

  2. Einfach neurotisch und weltfremd!

    Keiner hat in einem souveränen Land wie den Irak etwas zu suchen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Und schon gar nicht die USA. Die haben nicht einmal in Amerika etwas verloren, denn das Land gehört in Wirklichkeit den Indianern!

    So wie etwas beginnt, läuft es weiter.

    Die USA haben mit Landraub begonnen und führen es weltweit fort!

  3. Tillerson: Iranische Milizen sollen den Irak verlassen

    ——

    Damit endlich Ruhe in Syrien einkehren kann, sollten ALLE  ausländischen Truppen oder militärischen Verbände sich aus Syrien zurückziehen.

    Ich denke, dass die reguläre Syrische Armee dank Putins Hilfe  inzwischen stark genug ist, das Land endgültig zu befrieden.

    • Nachtrag:

      Ich meinte sowohl die syrische als auch die irakische Armee.

      Wir wissen zwar, dass es (vermutlich) eine schiitische Mehrheit im Süden des Landes gibt. Wie wir wohl inzwischen alle verinnerlicht haben, sind sich Schiiten und Sunniten (im Norden des Landes) nicht grün.

  4. Der Kampf um Deutschland ist seit 70 Jahren auch zu Ende und unsere Befreier jenseits des Atlantiks sind immer noch massenhaft hier und benehmen sich wie Besatzer und das scheint sie im Gegensatz zum Iran/Irak hier im Lande nicht zu stören.

  5. Der Donald Trumpf könnte sich als ein ziemlich schlimmer Perserfeind entpuppen

     

    Alexander dem Großen wird es wohl der Donald Trumpf wohl nicht gleichtun können und daher fortan auch nicht von den Persern Donald der Verfluchte genannt werden, aber dennoch könnte er den Persern schwer zu schaffen machen. Sofern nämlich der Donald Trumpf kein typischer Politiker sein sollte, der seinen möglichen Wählern vor den Wahlen das Blaue vom Himmel verspricht, sondern seinen Worten Taten folgen läßt, so kommt auf die Perser reichlich Ungemach zu. Hat der Donald Trumpf doch öffentlich geschworen, daß er die Atomversöhnung umstoßen und überhaupt den persischen Einfluß im Morgenland zurückzudrängen. Das bedeutet Kampf mit Persien um Mesopotamien, Jemen, Syrien und Phönizien und damit zumindest die Übernahme der bisherigen VS-amerikanischen Außenpolitik im Morgenland. Im Falle der Atomfrage vielleicht sogar ein Angriff auf Persien selbst. Die Jubelrufe über den Donald Trumpf als Friedensengel könnten also ein wenig voreilig oder einfältig gewesen sein.

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

  6. Der IS wurde nicht besiegt. Er wurde umgelabelt in SDF und wird jetzt unter dieser Flagge weiter gegen Assad sprich Putin kämpfen. Den Amis ist doch scheißegeal, wie ihre Söldner heißen. 

    • @ Edmund Kisicki

      Da mögen Sie sehr recht haben. Und es werden möglicherweise weitere neu benannte Gruppierungen auftauchen. Das gehört auch zu den Maschen der Yankees, all die Söldner-Heere, ihre US-Stellvertreter-Truppen in verschiedene Namen einzuteilen, dass zum Schluss keiner mehr wissen soll, wer eigentlich diesen brutalen Vernichtungskrieg durchgeführt hat.

      Nur, die Russen, die Chinesen und vor allem auch die Iraner – weitere asiatische Nationen stehen hinten an zum Kampf gegen die USA – kennen zur Genüge die faulen Tricks der Amis. Dieses Mal kommen sie nicht einfach davon.

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