Syrien-Krieg: Katar nennt Komplizen des Terrorkomplotts

In einem TV-Interview gab Ex-Premierminister al-Thani zu, dass von Anfang an ausländische Mächte – nämlich die USA, Saudi-Arabien, die Türkei und eben Katar selbst – die Dschihadisten in Syrien anführten, finanzierten und mit Waffen belieferten, und somit direkt zur Eskalation des Krieges beitrugen.

Von Marco Maier

Nicht nur, dass mit Wissen der US-Regierung Saudi-Arabien die Bombardierung des internationalen Flughafens in Damaskus anordnete, wie ein geleaktes NSA-Dokument zeigt, sowie dieses Dokument auch offenlegt, dass die "bewaffnete Opposition" in Syrien faktisch von Anfang an unter direkter ausländischer (u.A. US-amerikanischer und saudi-arabischer) Kontrolle stand, auch sonst kommen immer mehr schmutzige Details über den Krieg in Syrien ans Tageslicht.

All die bisherigen Indizien und Beweise, wonach es vor allem die NATO-Staaten USA, Frankreich, Großbritannien und Türkei, sowie die arabischen Golfmonarchien Saudi-Arabien, Katar, VAE, Kuwait usw. waren, welche den Syrienkrieg anheizten und vorantrieben, werden nun schrittweise bestätigt. Indizien und Beweise, für die man all die Jahre zuvor als "Verschwörungstheoretiker", "Anti-Amerikaner" usw. bezeichnet wurde.

Doch die ganze schmutzige Wäsche, die nun im Disput innerhalb des Golf-Kooperationsrats (GCC) – insbesondere zwischen Saudi-Arabien und Katar – gewaschen wird, bringt die Wahrheit wohl schrittweise ans Tageslicht. Denn beide Seiten werfen sich gegenseitig vor, den "Islamischen Staat" und die al-Kaida unterstützt zu haben. Und man kann davon ausgehen, dass beide Seiten damit recht haben, zumal faktisch alle Golfmonarchien jahrelang Dschihadistengruppen in Syrien, im Irak und in Libyen finanzierten – und dies größtenteils wohl immer noch tun.

Und nun gab der frühere katarische Premierminister, Hamad bin Jassim Jaber al-Thani, der auch die Übersicht über die katarischen Syrien-Operationen bis zum Jahr 2013 hatte, in einem Interview mit Qatari TV zu, dass sein Land zusammen mit Saudi-Arabien, der Türkei und den Vereinigten Staaten bereits in den ersten Momenten des sich abzeichnenden Konflikts imt Jahr 2011 Waffen zu dschihadistischen Gruppen lieferte. Ziel war es von Anfang an, Assad und dessen Unterstützer zu jagen.

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Zwar wies al-Thani die glaubwürdigen Vorwürfe der Unterstützung des "Islamischen Staats" zurück, allerdings gab er zu, dass die Golfstaaten und die USA die al-Kaida in Syrien (in Form der al-Nusra Front) von den frühsten Jahren des Krieges an unterstützten und betonte auch, dass Katar "umfangreiche Dokumente" und Aufzeichnungen besäße, wonach der Krieg dafür geplant war, einen Regime Change herbeizuführen.

Nachdem al-Thani zugab, dass die Golfstaaten die Dschihadisten in Syrien mit Zustimmung und Unterstützung der Vereinigten Staaten und der Türkei bewaffneten, sagte er: "Ich möchte nicht in die Details gehen, aber wir haben umfangreiche Dokumente darüber, Syrien zu übernehmen". Er betonte, dass der 2015 verstorbene König Abdullah von Saudi-Arabien und die USA Katar dafür einsetzten, eine führende Rolle bei verdeckten Operationen in Syrien einzunehmen, um den Stellvertreterkrieg auszuführen.

Der Ex-Premierminister versuchte im Interview die Unterstützung Katars für Terrorgruppen damit zu verteidigen, dass ja alle zusammen (also auch die USA und die Saudis) diese Gruppen finanzierten und während diese Länder eventuell ihre Unterstützung zurückfuhren, seien sie doch alle zusammen "mit uns im Schützengraben gewesen".

Das Video des TV-Interviews mit englischen Untertiteln gibt es hier:

Amerkung: Durch einen Fehler wurde einmal "lady" anstatt "prey" ("al-sayda", in etwa "Beutetier") verwendet.

Das englische Transkript:

"When the events first started in Syria I went to Saudi Arabia and met with King Abdullah. I did that on the instructions of his highness the prince, my father. He [Abdullah] said we are behind you. You go ahead with this plan and we will coordinate but you should be in charge. I won’t get into details but we have full documents and anything that was sent [to Syria] would go to Turkey and was in coordination with the US forces and everything was distributed via the Turks and the US forces. And us and everyone else was involved, the military people. There may have been mistakes and support was given to the wrong faction… Maybe there was a relationship with Nusra, its possible but I myself don’t know about this… we were fighting over the prey [„al-sayda“] and now the prey is gone and we are still fighting… and now Bashar is still there. You [US and Saudi Arabia] were with us in the same trench… I have no objection to one changing if he finds that he was wrong, but at least inform your partner… for example leave Bashar [al-Assad] or do this or that, but the situation that has been created now will never allow any progress in the GCC [Gulf Cooperation Council], or any progress on anything if we continue to openly fight."

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27 Kommentare

  1. Also zwei Natomitglieder, die den Buendnisfall fuer alle in Kauf genommen haben.

    was ist eigentlich dran, dass der damalige Natokriegsbefuerworter und Generalsekretaer Rassmussen jetzt fuer Goldmann Sachs arbeitet wie auch der Eu Kommissar fuer Migration Sutherland, ebenso der ehemaluge Eu Praesident Barosso, Merkels engster Berater und eigentlich Cardiologe, der EZB Vorsitzende von Ihnen kam wie auch die Vorsitzende der Afd dort arbeitet.

  2. jaja, die übliche Desinformations-Kampagne eines Auserwählten-Sprosses. Bloß nicht die Verwandschaft erwähnen. Deren weiße Weste hat schon so viele Persilscheine gesehen, dass sie quasi unsichtbar sind, aber doppelt gemoppelt hält ja bekanntlich länger !

  3. Und natürlich wusste das heuchlerische, scheinheilige Merkel Regime davon, haben ja auch noch kräftig mitgemischt und nach allen Regeln der Kunst – Putin alle Schuld zuschieben wollen. 

    Obwohl er der einzige ist, der Syrien geholfen hat das der Krieg jetzt fast beendet ist. 

      1. @Dauernörgler

        putin ist bestimmt kein lamm,,,,aber er ist grade und hat eier

        Klar, weil er 'eier hat' hat er auch seinen Freund, den Chabad Lubawitscher, Berel Lazar, den Vertreter einer hochkriminellen, j….en Endzeit Sekte, zum  Chef Rabbi von Russland gemacht. Dadurch hat diese hochkriminlle und einflussreiche Sekte Einfluss auf sämtliche j…en Gemeinden Russlands und direkten Zugang zu Putin. 

        Einfach toll!

    1. Toll ! … und wir haben die "Flüchtlinge" gekriegt. Wären sie um die Ecke nach Russland gewandert und hätten sich unter den Schutz Putins begeben, statt in "Nazideutschland" Obdach zu suchen, wären sie auch sicher wieder längst zuhause.

      Für meinen Geschmack, steht Putin die heroische Opferrolle nicht, aber was will er machen, was mutt, datt mutt !

  4. ja,wenn der vorhang fällt und nur die hälfte wahr ist, ist es schon genug. da erklärt sich auch die jüngste annäherung zwischen katar und russland und der dreifache raktenstart. auf die dauer wirds doch wohl eng. wer wird wohl der nächste sein? 

  5. Der Wahnsinn der VSA in Syrien könnte durchaus Methode haben

     

    Auf den ersten Blick scheinen die VSA in Syrien reichlich verworren vorzugehen, zumindest wenn man davon ausgeht, daß es ihnen darum zu tun ist, die syrische Regierung möglich schnell zu stürzen und mit ihren Handpuppen die Macht im Lande zu übernehmen. Geht es aber den VSA darum nicht, sondern wollen sie in Syrien ihre Feinde und Widersacher sich gegenseitig bekämpfen lassen, dann hat das Ganze durchaus Methode. Rußland und Persien müssen nämlich Syrien nicht nur mit Truppen beistehen, sondern auch den Großteil von dessen Kriegskosten aufbringen. Der Bedarf des Landes an Nahrungsmitteln, Medikamenten, Munition, Ersatzteilen, Waffen und dergleichen mehr dürfte beide Länder schon so einiges kosten. Auf der anderen Seite eröffnen die VSA den mohammedanischen Glaubenseiferern aus aller Welt in Syrien eine Möglichkeit im Glaubenskrieg zu kämpfen und auch zu sterben, womit diese Delinquenten beschäftigt wären und damit den VSA und ihren Hilfsvölkern anderorts keine Probleme bereiten können.

     

    Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!

  6. Nicht nur, dass mit Wissen der US-Regierung Saudi-Arabien die Bombardierung des internationalen Flughafens in Damaskus anordnete,

    ——

    Welche US-Regierung? 

    Die gibt's seit dem Kommunistenfreund Franklin Delano Roosevelt nicht mehr. Einzige löbliche Ausnahmen: JFK und Ronald Reagan!

    Ich werde nicht müde, auf diesem Blog darauf hinzuweisen!

    WER die Aussen- und Sicherheitspolitik von US…rael bestimmt, wird hier dokumentiert:

    THE ISRAEL LOBBY AND U.S. FOREIGN POLICY John J. Mearsheimer, Stephen M. Walt

    http://mearsheimer.uchicago.edu/pdfs/IsraelLobby.pdf

    1. Welche US-Regierung? 

      Die gibt's seit dem Kommunistenfreund Franklin Delano Roosevelt nicht mehr. 

      wenn das so ist, dann gibt es aber auch keine USA und dementsprechend weltweit keinen einzigen yankee, den ein Judrich von ausschöpfend allen vorwürfen feisprechen muss.  

  7. Interessant finde ich, dass der Ex-Minister, Hamad bin Jassim Jaber al-Thani, seine Aussagen vor der Wand des Chatham-Hauses mach, dem ähäm 'Royal Institute for international Affairs, gegr. von dem Super-Imperialisten Cecil Rhodes, dem Rothschild-Agenten.

    Das Chatham-House ist die Mutter aller us-anglo-raelischen Think Tanks. Das Gegenstück auf der anderen Seite des Ozeans ist das 'Council on Foreign Relations' das gleichfalls von der Mischpoke kontrolliert wird.

    Wenn das Chatham House oder das CFR die Hände mit im Spiel haben ist äußerste Vorsicht geboten.

  8. Nun ist es keine Verschwörungstheorie mehr, sondern Verschwörungsrealität, die jedoch bei ARD & ZDF weiter als Verschwörungstheorie gelten wird, da dort bekanntlich die Transatlantiker dafür sorgen werden, dass diese Wahrheit im Verschweigen untergehen soll. Im Verschweigen sind unsere Zwangsmedien ja geübt!

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