Renten-Retter Schulz?

Martin Schulz fordert dazu auf, die Renten auch aus Steuermitteln zu finanzieren, wie es in Österreich zum Beispiel bereits der Fall ist. Doch ist sein Vorschlag durchdacht?

Von Marco Maier

Deutschland hat eines der niedrigsten Rentenniveaus – bis 2030 soll es auf 43 Prozent des Erwerbseinkommens absinken – im prozentualen Vergleich zum Arbeitseinkommen innerhalb der EU. Grund dafür ist der Umstand, dass die Renten in Deutschland von den Beitragszahlungen abhängen, während in anderen Ländern unter anderem auch eine Umverteilung von oben nach unten existiert, sowie Steuergelder zur Subventionierung eingesetzt werden.

SPD-Chef Martin Schulz will dies nun offenbar ändern, sollte er die Gelegenheit dazu haben. Gegenüber den Funke-Zeitungen sagte er, er wolle auch Selbstständige in die Rentenversicherung holen und "einen größeren Teil der Rente aus Steuermitteln" finanzieren. Doch da er die Lohnnebenkosten nicht weiter hochtreiben will und die demographischen Veränderungen dazu führen, dass immer weniger Beschäftigte für immer mehr Rentner aufkommen müssen, soll dies anders gelöst werden. Denn: "Rentenbeiträge von 25 Prozent wären nicht zu verkraften", so der Sozialdemokrat.

Das Hauptproblem liegt jedoch generell im deutschen Steuersystem, welches – wie die meisten Steuersysteme in Europa – vor allem auf die Besteuerung von Einkommen und Konsum basiert. Infolge der demographischen Veränderungen und der zu erwartenden Entwicklung müsste das System jedoch eher so umgebaut werden, dass neben dem Konsum (der ja weiterhin anhalten wird) nicht mehr die Einkommen, sondern der Besitz und die Gewinne von Unternehmen höher besteuert werden. Gerade auch im Hinblick auf die zunehmende Automatisierung.

Das hieße: Man verzichtet beispielsweise auf die Besteuerung von Einkommen (oder macht eine "Flat-Tax" von z.B. fünf oder zehn Prozent mit einem Freibetrag zur Entlastung der unteren Einkommensschichten), während man im Gegensatz dazu vor allem Besitzwerte (Grundstücke, Immobilien, Unternehmen, Erbschaften…) höher besteuert. Für die Unternehmen selbst hieße dies, dass sie einerseits geringere Lohnkosten hätten, andererseits jedoch höhere Steuern auf Kapital und Gewinne. Wobei man hier jedoch darauf achten müsste, keine Substanz zu vernichten.

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Doch ob Schulz so weit denkt, ist fraglich. Zwar ist sein Ansatz durchaus nicht so falsch, doch die Frage ist: Mit welchen Steuern soll ein höheres Rentenniveau finanziert werden? Irgendwer muss ja schlussendlich dafür bezahlen, oder?

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19 Kommentare

  1. Die Deutschen sind-so sagt man zumindest- ein intelligentes Volk, aber im allgemeinen zu gut-und leichtgläubig. Diesen Eindruck muß man gewinnen, wenn man es zuläßt, dass einer vom Stamm Parteivorsitzender wird und ist, der vor nicht allzu langer Zeit gesagt hat, dass die Existenzberechtigung!! Deutschlands nur deshalb gegeben sei, um die Existenz Israels sicherzustellen. Dass eine Persönlichkeit mit dieser verinnerlichten Sinneshaltung  mit Sicherheit das Geld nicht für Deutsche Rentner auszugeben bereit ist, müßte eigentlich auch durchschnittlicher deutscher Intelligenz nicht ganz fern sein.

    1. Drei Viertel dieses "intelligenten" Volkes sind aber nun zur Wahl gegangen und haben ihr Kreuz,jubelnd, wieder an die gleiche Stelle wie vor vier Jahren gesetzt.

  2. Aussagen eines Mannes, dessen Worte eine geringere Halbwertzeit haben, als das Leben einer Eintagsfliege währt, sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Maier, warum erregen Sie uns mit diesen Ergüssen und den Ergebnissen Ihrer miserablen Recherche.                                                                            Die Liste der Regierungen, die einen Griff in die Rentenkasse wagten  ist lang. Angefangen mit einem Adenauer, der bereits 1957 vorhandene Rentenreserven von 40 Milliarden Mark zur Aufrüstung der Bundeswehr entnahm, geht es weiter mit Willy Brandt/Helmut Schmidt ( ja, auch der ! ).  In deren Regierungszeiten sind z.B. etwa 70 Mrd. für Frühpensionierungen von Bahn- und Postbeamtem etc. zweckentfremdet worden.                                                Von Henochs (Kohl) Umgang mit den Rentenbeiträgen muss wohl die Erinnerung nicht aufgefrischt werden. Die Portokasse, aus der er die "Einheit" finanzieren ließ, waren die Beiträge der Arbeitnehmer.                                                                                                                                                          Dennoch gab es bis 2005 nachweisbare Beitragsüberschüsse ( Schröder sei Dank! ) in der GRV, also Geld, das nach Zahlung der Renten "übrig blieb". Merkel wäre nciht Merkel, wenn sie und ihre Entourage dafür keine Verwendung gefunden hätten .                                         Zu dem, was den Beitragszahlern noch vorenthalten wird, müssen die versicherungsfremden Leistungen und Rentenzahlungen an eine Vielzahl an Personen, die nie einen Beitrag geleistet haben, zugerechnet werden .                                                                                              Um die Rentenzahlungen von 2016 gewährleisten zu können, wurden bereits über 70 Milliarden aus Steuermittel hinzuge"schossen" ( aus Tabaksteuer, aus Mehrwertsteueraufkommen) und wenn Schulzen jetzt für Rentengerechtigkeit sorgen will, würde mich interessieren, wen bzw. welchen (erweiterten) Personenkreis er mit seinen Vorstellungen von Rentengerechtigkeit beglücken will. Ich persönlich glaube dem Typen allerdings kein Wort.                    

  3. Schnellschüssen, besonders von dahergelaufenen Politikern, sollte man nur sehr zögerlich, wenn überhaupt, folgen. Hielte es für absolut vorrangig, erst einmal alle versicherungsfremden Leistungen aus dem Rententopf zu streichen. Wenn die Politik Wohltaten (einsehbare oder nicht akzeptable) verschenken will, dann soll sie das aus dem Steuertopf tun, Rentenbeiträge gehen der Regierung nichts an! Dann sollten rentenfremde Leistungen der Vergangenheit wieder in den Rententopf zurück gezahlt werden. Und, KEINE Pensionszahlungen davon abzweigen! Aufkommensneutral wäre auch die Berücksichtigung des bisher unterschlagenen Teils des Generationenvertrages zu implementieren, d.h. die Anzahl der aufgezogenen Kinder deutlich stärker zu berücksichtigen. (Rente für ein Ehepaar mit 2 Kindern bleibt so wie bisher, Kinderlose deutlich weniger, Mißbrauchsbremsen) Anschließend wäre dann an eine Einbeziehung aller AN (außer Beamte!) und Selbständigen zu denken, nach schweizer Vorbild… Nach zu denken ist gleichfalls über eine angemessene Mißbrauchszahlung der privaten Versicherungswirtschaft (Riester, Rürup) in den allgemeinen Rententopf! (Unsummen Fördergelder zur Lobbygruppe VsWi durch verantwortliche Politik, gern auch tlw. auf Kosten der Politikerpensionen) Also, wenn "man" denn wirklich wollte, da ginge doch eine ganze Menge, und vermutlich habe ich noch einige "positive Zahlungseingänge" vergessen… Nicht nur immer "noch mehr" vom Michel, dem auch mal was Gutes tun, obwohl er noch zu oft die falschen Parteien wählt! Wird auch noch….

    1. Wir können lange darüber herreden, zig Vorschläge machen… ändern tut sich solange nichts, bis die Weltelite (Hochfinanz- und Wirtschaftsmaffia) eine ganz andere Sprache spricht!

  4. "Mit welchen Steuern soll ein höheres Rentenniveau finanziert werden?Irgendwer muss ja schlussendlich dafür bezahlen, oder? "

    Der Autor trifft recht gut den Kern des Problems.

    Fakt ist, dass die Wertschöpfung in unserer Gesellschaft in Unternehmen geleistet wird, folglich muß von dort auch das Geld für die Renten kommen.

    Die entscheidende Frage ist also, ob in Deutschland genug Wertschöpfung geleistet wird, um alle Deutschen in Wohlstand leben lassen zu können – inkl. der Rentner.

    Und dies ist definitiv der Fall. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg allein im Zeitraum 1991-2017 um ca. 75%. Das BIP der BRD erreicht also jedes Jahr einen neuen Rekord seit Gründung der BRD.

    Das BIP reicht aus, um die Renten zu erhöhen und das Renteneintrittsalter abzusenken.

    ————————————————–

    Die Lüge von der notwendigen Rentensenkung aufgrund der "demographischen Entwicklung"

    Das BIP und damit die Renten werden aber den Deutschen gestohlen. Als Vorwand wird dabei die Demographische Entwicklung angeführt. Dabei wird eine steigende Zahl Rentner propagiert, jedoch unterschlagen, dass auf der anderen Seite die Zahl der zu versorgenden Kinder sinkt und das BIP schneller steigt als die Zahl der Rentner. Die Gesamtzahl der Deutschen sinkt also.

    Entscheidend ist das Verhältnis von BIP zur Gesamtbevölkerung, nicht die Zahl der Rentner!

    Der Wohlstand eines Volkes läßt sich also mit einer Gleichtung ausdrücken:

    Wohlstand = BIP/Gesamtbevölkerung

    Dies aber nur unter der Voraussetzung, dass das BIP auch gerecht auf die Bevölkerung verteilt wird. In der BRD ist aber das nicht der Fall.

    Im Gegenteil: Durch Duminglöhne a la Zeitarbeit, Rentenkürzungen und Steuersenkungen für Konzerne wird den Deutschen ihr BIP von Unternehmern, Konzernen bzw. deren Hauptaktionären, den Bankiers gestohlen. Und die Altparteien machen bei diesem Diebstahl gegen Schmiergeld mit. Volksbetrug!

    ————————————————————-

    Die Lösung des Rentenproblems:

    Da die Finanzierung der Renten über Rentenbeiträge über Einkommen angesichts der fortschreitenden Automation untauglich ist, muß das BIP über eine Steuerabgabe auf Wertschöpfung auf die Bevökerung umverteilt werden. Dies schlug übrigens schon vor Jahren Oskar Lafontaine vor. Er war also seiner Zeit voraus.

    Steuerschlupflöcher der Konzerne müssen geschlossen-, Zeitarbeit abgeschafft werden.

    Das BIP ist dann über diese Wertschöpfungsabgabe auf die Bevölkerung in Form von Renten und bedingungslosem Grundeinkommen zu verteilen.

     

     

    1. Die Große Vorsitzende hat leider anderes mit den Staatseinnahmen vor. Die länger hier Lebenden gehen ihr am Allerwertesten vorbei und diese Einfaltspinsel klatschen ihr noch Beifall.

  5. Renten-Retter Schulz ? 

    Der Witz ist gut !!!

    Das einzige was hilft ist ein Rentensystem in dem jeder einzahlt und jeder der im Rentenalter kommt – egal ob Frau oder Mann eine Rente von mindestens 1100€ bekommt ( Ehepaare zus. 1400€). 

    So hat es z.B. HOLLAND geregelt .

    Es kann nicht sein, das wir im Alter vor Rentenarmut Angst haben müssen.

    Viel zu viele ältere Menschen leben schon in Altersarmut- wovon besonders Frauen betroffen sind.

  6. Nachtrag: 

    Da 1100 beziehungsweise 1400€ auch nicht die Welt ist, müssten Betriebsrenten ins Spiel kommen und durch eigene Vorsorge (sparen und eigene Immobilie)  könnte man die Mindestrente noch erhöhen.

    Auch da ist Holland ein gutes Vorbild. 

    1. [email protected]

      "….und durch eigene Vorsorge (sparen und eigene Immobilie)  könnte man die Mindestrente noch erhöhen."….

      Alleine haben wir Asylanten in Höhe von 14 % der Hartz 4 Empfänger. Das sind dann in der Summe  6,23 Millionen Hartz 4 Empfänger. Dann rechne wir hinzu die Niedriglöhner usw: Von was sollen die diese Massen private Vorsorge treffen?? Und dann wollen Sie die Ehepaare mit 1400 Euro Gesamtrente bestrafen, nur weil BEIDE 45 Jahre gearbeitet haben??! —Kopfschütteln !!!!!!

  7. Lieber Autor!

    Die Steuerlast eines Arbeitnehmers wird von diesem allein getragen! Da zahlt der AG NIX! Also sinken deswegen auch keine Lohnnebenkosten.

  8. Niemand hat das sog. Generationen-"Vertrags"-Rentensystem so zerstört wie die Rotlackl mit ihrer deutschkinderfeindlichen Kleinwohnungs-, Verdschänderungs- und Abtreibungspolitik.

    Die Sippe als natürlicher, sich weitgehend selbst tragender Lebens- und Lernerfahrungsraum auch für Kinder wurde vor allem in Städten mit staatsbesessener Rotpestideologie unmöglich gemacht.

    Egal ob Sozialversicherung, Staatsrente oder Privatvorsorge: Es kommt auf das Verhältnis von Einzahlern und Anspruchsberechtigten an. Wenn beispielsweise viele Senioren ihre Aktien verkaufen, aber nur wenig Junge da sind, um sie zu kaufen, sinkt der Kurs.

    Andererseits sollten die großen Produktivitätssteigerungen das Rentenproblem leicht bewältigen. Das gelingt aber nicht wegen grenzenloser Bürokratieausweitung, wegen Nato-Völkermörder-Kriegen und wegen doppelter Kosten von Multikultikriminalität (Förderung mittels Fremdeninvasion, Bekämpfung durch mehr Polizei).

  9. @Querdenker

    Schade, Sie haben es nicht verstanden.

    Übrigens, würden sich viele ältere Menschen die heute  Rente beziehen – ( statt 700-900€ ) über eine Rente von 1100€ freuen  und viele Rentner-Ehepaare über 1400€ ( die zus. weniger haben).

    Ebenso jeder ehemaliger Arbeitsloser, Hartz IV Empfänger und Bürger die jahrelang eh im Niedrigsektor gearbeitet haben. 

    Fakt ist, niemand sollte vor Altersarmut Angst haben müssen. 

     

  10. Nachtrag :

    "……nur weil beide 45 Jahre gearbeitet haben…."

    meine Frage : 

    Wer schafft denn in  der heutigen Zeit noch 45 Jahre zu arbeiten ? Das gab es früher Mal, aber die Zeiten sind schon lange, lange vorbei !

     

    1. Und wenn ich nichts verstanden habe, so kann ich wenigstens rechnen UND über meinen Tellerrand hinwegschauen. Ihre 1400 Euro für ein Ehepaar reichen HEUTE schon nicht mehr wenn wir nach München, Frankfurt/M. Berlin, Hamburg usw schauen. Wenn Sie da für diese Rente ein trockenes Plätzchen bekommen, so dürfen Sie sich auch gleich bei den Gruppen der Flaschensammlerr und Mülltonnen  Inspiziererr anmelden! Wahrscheinlich besitzen Sie eine Imobilie und zahlen dafür nur Grundsteuer! Da geht es Ihnen nach Abzug der Kosten für Strom, Heizung, Versicherung so gut, dass Sie auch vorhandenen Enkeln noch Geschenke machen können. Leider- ist Deutschland europaweit das Land mit dem geringsten Anteil an Wohneigentum!

      Freilich freut sich ein 45 Jahre langer Arbeitsloser oder Minishopper über 1100Euro!!!

      EMMA, nochmal lesen und VERSTEHEN!: ES ging darum, wer denn heute in der Lage ist private Vorsorge zu treffen!! Und ich bleibe dabei: Es wird auch zukünftig noch Menschen und Ehepaare geben die 45 Jahre arbeiten können. Ist es immer noch ihr ernst das Sie die bestrafen wollen?? —(Setzt natürlich u.a. voraus, dass man nicht bis zum 38. Jahr alles mögliche an lebensuntauglichen Blödsinn "studiert" hat!!!- Und dann immer noch nicht weiss was man eigentlich beruflich machen soll. (Ich habe in meinem langen Leben so manche Typin und Typ dieser "Sorte" kennengelernt!

  11. Das sind alles Themen die aufgeriffen werden um über das alles dominierende existentielle Problem aller heimischen Deutschen nicht sprechen zu müssen bzw. abzulenken. Die Überfremdungspolitik macht alle anderen Themen zur Makkulatur weil allen diesbezüglichen Überlegungen mit jedem Invasorenschub sukzessive die Grundlage entzogen wird. Ich kenne in der SPD nur einen einzigen Politiker der das Wohl der Deutschen vertreten will und das ist Herr Bukovsky. Schulz gehört der "Täterfraktion" an sowie die gesamte SPD! Nocheinmal anzumerken, 60% der Arbeitnehmer haben in Österreich die FPÖ gewählt. Die Arbeitnehmer haben längst gemerkt, daß sie mit der sozialistischen "Tarnphraseologie" nur hinters Licht geführt werden und man ihnen hinterrücks die Existenzgrundlage und die guten Lebensverhältnisse entzieht!

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